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Stand der Dinge: 1. Oktober 2014

Die wollen nicht nur spielen!
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Asyl mit Arschabwischen?
In Asylbewerberheimen haben Sicherheitsleute ihre Macht über die Schutzbefohlenen mit Abscheulichkeiten demonstriert. Die wurden stolz mit dem Handy dokumentiert: Ein Mann setzt einem gefesselt und gekrümmt unter ihm liegenden Flüchtling den Fuß auf den Kopf, ein anderer wird auf eine vollgekotzte Matratze gezwungen. Entsetzlich.
Und dann zeigt das Fernsehen noch weitere Scheußlichkeiten aus der Unterkunft der Asylbewerber: Verdreckte Toiletten mit Kot überall, auch an den Wänden. Pfui, was für Zustände in Deutschland! Menschenverachtend! Aber Moment mal: Wer verdreckt denn die Toiletten, wer scheißt da, wohin er will? Doch nicht die Heimleitung oder die Sicherheitsleute. Warum sind denn Hunderte von Asylbewerbern nicht imstande, selber für Sauberkeit und Putzdienste zu sorgen. Ist Kloputzen und Arschabwischen auch eine Leistung, die Deutschland für Flüchtlinge erbringen muß? Das ist doch irre. Was sagt Claudia Roth dazu?
(1. Oktober 2014)

Brain-Sharing.
Heute wieder ein Greenpeace-Mensch im Radio. Wie kommen die bloß an ihren Experten-Status? Der Greenpeace-Mensch will natürlich eine Welt ohne fossile Energien: Jeder könne was tun, zum Beispiel „Car-Sharing“. Ich habe fast einen Lachanfall bekommen! Ein „Car-Sharing“-Auto ist im Idealfall den ganzen Tag mit einem Fahrer nach dem anderen unterwegs - und braucht also Sprit am Laufenden Band. Mein ungeteiltes Auto steht währenddessen in der Garage, braucht kein Benzin/Diesel und produziert Null Emissionen.
Greenpeace! Ab zum kleinen 1 x 1 auf die Schulbank oder ins Schlauchboot und Walfänger ärgern!
(23. September 2014)

Fehlerfreie F.A.Z.
Nicht alles, was in Zeitungen nicht stimmt, ist ein Druckfehler. Das meiste sind Lapsus, die jedem, der schreibt, passieren können. Vieles aber ist massiver Blödsinn, den ein schimmerloser Autor/Redakteur verbricht. In jedem Fall drücken sich die Zeitungen fast ausnahmslos vor Korrekturen. Warum? Weil sie keine Fehler zugeben wollen? Ja, so einfach ist das wohl. Ein deutsches Renommierblatt wie die F.A.Z. bringt auf 100 Fehler maximal 1 Korrekturnotiz (schätzungsweise), manchmal erledigt man die Richtigstellung per Abdruck eines Leserbriefs, aber auch das ist selten.
Kürzlich im Wirtschaftsleitartikel der F.A.Z.: die Finanzminister richteten den Finger auf die aggressiven Steuergestalter und "vier Finger zeigen auf sie selbst zurück". Vier? Das würde man gern mal vom Autor sehen, der einfach drauflosschreibt, ohne Ahnung zu haben oder einen Selbstversuch zu machen. (Machen Sie ihn mal!)
Oder im Feuilleton der angesehene Redakteur Bartetzko mit einem Nachruf auf den Sänger Ralf Bendix: Ein Stuss, der einen sprachlos machen könnte. Der Nachrufer behauptet, Bendix habe „die deutsche Version von Johnny Cashs ‚Sixteen Tones‘“ als ersten Erfolg gehabt. Totaler Quatsch: Es handelt sich vielmehr um das Stück „Sixteen Tons“ (Tonnen! Nicht Töne!), das 1946 von Merle Travis erstmals veröffentlich wurde. 1955 machte Tennessee Ernie Ford das Lied zu einem Mega-Hit, und es wurde in seiner Version zum Klassiker. An diesen Erfolg schlossen sich 1956 deutsche Covers an, nämlich von Freddy Quinn und eben von Ralf Bendix. Mit Johnny Cash hat das alles gar nichts zu tun; dessen erste Veröffentlichung des Songs ist für 1987 verzeichnet – 30 Jahre später. Der darauf aufmerksam gemachte Bartetzko rührt sich nicht, genauso wenig wie die F.A.Z. Der Fehler bleibt auf ewig im Archiv und in diversen Zettelkästen. Nur weil man bei der F.A.Z. die Fehler totschweigen will. Motto: Erst wenn man den Fehler zugibt, hat man ihn gemacht.
(19. September 2014)

Kopflos.
Es ist doch merkwürdig, daß die von den IS-Verbrechern geschlachteten Geiseln (Foley, Sotloff, Haines) so brav und fehlerfrei und vollkommen gefaßt ihr Sprüchlein gegen die eigene, am bevorstehenden Mord angeblich schuldige Regierung runterbeten.
Warum machen die das, wenn sie sicher wissen, daß ihnen gleich der danebenstehende maskierte Schurke das Messer an die Kehle setzen wird?
Erklärung: Sie wissen es eben nicht, man hat ihnen Hoffnung aufs Weiterleben gemacht, wenn sie sagen, was man ihnen sagt. Was für eine ausgesuchte Mordsschweinerei das ganze.
(14. September 2014)

What watch? (Such much?)
Apropos: „Apple Watch“. Nun hat also auch Apple so eine Handy-Plastikuhr. Wer soll die denn tagaus-tagein tragen? Kann man sich vorstellen, so was gegen die Rolex zu tauschen? Ich nicht.
(13. September 2014)

Plastic People.
Wie verschnarcht die meisten Medien wirklich sind, das sieht man besonders schön an dem Hype um neue Produkte der Firma Apple. Die haben nichts, was andere (Samsung etc.) nicht längst schon haben, werden aber besprochen und gefeiert, als sei mit ihnen eine neue Epoche angebrochen. Peinlich, einfach nur peinlich - weil dumm.
(12. September 2014)

Kalifatal.
Dem Islam fehlt die Reformation, fehlt ein Dr. Luther? Ach was: es fehlt der Dr. Freud. Und es fehlt die Riesencouch.
(2. September 2014)

Leitfaden für britische Soldaten in Deutschland 1944.
Dieses Büchlein sollten auch Zivilisten bei sich tragen. Was damals vom Foreign Office den britischen Soldaten mit auf den Invasionsmarsch gegeben wurde, das ist noch heute lehrreich und ergo lesenswert.
Es gibt keine straffere Darstellung der Grundzüge des deutschen Nationalcharakters, keine knappere und präzisere Information über deutsche Eigenarten, Gewohnheiten, Fähigkeiten, Leistungen. Natürlich geht so was nicht ohne eine gewisse Stereotypisierung, nicht ohne Klischees - aber wie pflege ich immer zu sagen: Das Klischee ist die Wahrheit!
Was erstaunt und auch rührt: Die Engländer urteilen über den monströsen Kriegsgegner äußerst fair, man erfährt Zivilisiertheit sogar in einer militärischen Schrift. Außerordentlich, dass es sogar Mitgefühl für das von den Deutschen selbst verursachte Kriegsleid gibt. Großartig. Ein Dokument also auch der Humanität im Äußersten. Wie gut, von solchem Gegner besiegt zu werden. (Kiepenheuer & Witsch, nur 8 Euro)
(1. September 2014)

Laßt Zahlen sprechen.
Eine schöne Nachricht für Studierende: Ihr Bafög wird um 7 Prozent erhöht, allerdings erst im Herbst 2016. Die letzte Erhöhung war 2010.
Eine noch schönere Nachricht für Bundestagsabgeordnete: Ihre Diäten werden 2014 und 2015 um insgesamt rund 10 Prozent erhöht. Die letzte Erhöhung war im Jahr 2013.
Sich für die Bafög-Erhöhung in Berlin auf die Schulter zu klopfen - wie schamlos ist das denn!
(21. Juli 2014)

Put(a)in!
Nachdem seine separatistischen Freunde die malaysische Boeing abgeschossen haben, ist die Zeit der Spielchen für Putin vorbei. Wenn er jetzt nicht seine Donezk-Verbrecher aus dem Verkehr zieht und die Finger von der Ukraine lässt, ist er ein Paria, den man im Westen nur noch auf der Anklagebank von Den Haag sehen möchte. Wie damals für die Sowjetunion hört man das Totenglöcklein des Möchtegern-Zaren läuten. Ein süßer Klang.
(19. Juli 2014)

Untot.
Der Vertreter Russlands bei der UNO und im Sicherheitsrat tritt dort auf wie in schönsten Sowjetzeiten. Der Mann heißt Tschurkin. Das kann doch kein Zufall sein.
(18. Juli 2014)

Dob-rindt-Vieh.
Die Maut-Pläne des Verkehrsministers von der alpinen Regionalpartei (CSU) sind derart hirnrissig, daß einem der Hut bis zur Zugspitze hochgehen könnte. Eine Auto-Vignette als Eintrittskarte für Deutschland! Und dafür hat man die Grenzen abgeschafft? Ein Schwachsinn, den die Kanzlerin stoppen muß. Wie sagte sie im Wahlkampf ihrem Wahlvolk: "Mit mir wird es keine Maut geben." Jetzt werden wir sehen, was ihr Wort wert ist.
(16. Juli 2014)

Quatsch-Ball.
Die Schiedsrichter bei der Fußball-Weltmeisterschaft waren echt schlecht. Aber nicht so schlecht wie die deutsche Fernsehreporter-Riege. Ein Tom Bartels z.B. quatscht das Endspiel von vorn bis hinten zu, als ob es um ihn und nicht um Fußball gehe und die Zuschauer allesamt blind seien. Und dazu diese gräßliche Doofheit, die man ertragen muß: "Die Niederlande hat ..." "Die USA kommt ..." Daß es sich in beiden Fällen um einen Plural handelt, ist den gar nicht so singulären Flaschen völlig unbekannt. Wie kommen die ans Mikrofon und auf den Sender? Deutschlands Beste? Ach so, ja dann!
(14. Juli 2014)

Undicht.
Sie kommt aus Litauen
Er aus Wien
Denken sie
Und kommen doch beide
Irgendwie aus Hannover.

Nettes Gedicht? Von wegen. Einfach ein paar Zeilen aus einem Text von Volker Weidermann (FAS) lyrisch umbrochen. Die Erich-Fried-Methode. Siehe unten.
(6. Juli 2014)

Nicht ganz dicht 1.
Ein junger Mann ist im März beim S-Bahn-Surfen in Berlin an einer zu flachen Brücke zerschellt. Die Sonntagszeitung aus Frankfurt widmet ihm einen Nachruf, der den Verlust eines hoffnungsvollen dichterischen Talentes beklagt. Kostproben dieser Dichtkunst werden abgedruckt: „Freundschaft ist Vieles / Geht leider schnell vorbei / Doch zwischen Vater und Sohn / Überdauert sie die Zeit.“ Oder: „Doch was ist das Leben ohne Risiko / Sicherheit und Freiheit gingen niemals Hand in Hand.“ Meine Herren, das soll Dichtkunst sein? Banalitäten in Zeilen umbrochen? Also reicht es, sich beim S-Bahn-Surfen zu zerquetschen, um zum Dichter erklärt zu werden? Krise des Feuilletons: Da ist sie!
(6. Juli 2014)

Nicht ganz dicht 2.
Apropos dichten. Ganz einfach: zwei nette Sätze aus irgendeinem Artikel der Sonntags-FAZ nehmen und nach der Erich-Fried-Methode umbrochen. So:

Die Paranoia
die dem Rausch folgt
ist der reine
Realismus.

Geht doch! Geht dutzendweise. Im Handumdrehen. Jede Zeitung ein Gedichtband!
(6.Juli 2014)

Hoomba-Hoomba-Taytayray.
Im Radio mal wieder den populären Allerweltssender eingeschaltet. Am laufenden Band eine Art „Humba-Humba-Tätärä“ aus anglo-amerikanischen Sound-Fabriken. Ein grauenhafter Mist, Spam-Musik, übelster Kommerz-Scheiß. Körperverletzung. Kann man nur abschalten. Habe ich auch gemacht – und dabei bleibt es.
(5. Juli 2014)

Behämmert.
Der kolumbianische Fußballtreter, der dem Brasilianer Neymar mit Anlauf das Knie in die Wirbelsäule gehämmert hat, müßte lebenslang vom Platz gestellt werden. Mindestens.
(4. Juli 2014)

Plötzlich und unerwartet.
Die Kollegen von Frank Schirrmacher sind erschüttert entsetzt. Mit dem frühen Herztod des F.A.Z.-Herausgebers hat keiner gerechnet. Niemand hatte Zeichen gesehen. Jedoch: In einem der konsternierten Nachrufe heißt es: „Zuletzt sah ich Frank Schirrmacher vor fünf Tagen. Er saß hinter seinem Schreibtisch, rauchte, trank Cola und Kaffee.“ Andere berichten bewundernd von 300 E-Mails in der Stunde, SMS mitten in der Nacht, höchstens vier Stunden Schlaf. Wie sagte einst Wolfgang Neuss, der große Kabarettist: „Sie wollen all‘ die Welt, nur sich selbst nicht ändern.“
(15. Juni 2014)

Kopflos.
Der Kulturchef der F.A.Z., Frank Schirrmacher, ist mit nur 54 Jahren gestorben. Tragisch. Andererseits: Ohne die Nachrufe seiner Redaktion wüßte ich bis heute nicht, daß er „der sprach- und wirkmächtigste Kulturjournalist, den Deutschland je hatte“, war. Beim jahrelangen Lesen seines Feuilletons hatte ich das nämlich gar nicht bemerkt.
(13. Juni 2014)

Verballhorner.
Über den angeblichen Fußballreporter Béla Réthy (ZDF) liest man bei „Wikipedia“: „Er spricht Deutsch, Ungarisch, Portugiesisch, Englisch, Französisch und Spanisch.“
Mir würde es reichen, wenn er wirklich Deutsch könnte.
(12. Juni 2014)

Knall und Rauch.
Immerhin: Ein paar Grüne haben es auch schon gemerkt. Den Irrsinn der Bevormundungspartei: Mentholzigaretten verbieten, aber Cannabis legalisieren. Wie so was kommt? Zugedröhnt, was sonst.
(5. Juni 2014)

Jägerlatein.
Im Netz meldet die „Tagesschau“: „NRW-Innenminister Jäger will mehr Flüchtlinge aufnehmen“. Das ist schön, das ist löblich.
Leider steht nicht dabei, wie der Minister das bewerkstelligt. Macht er das Kinderzimmer frei? Bringt er im Wohnzimmer zwei Flüchtlingsfamilien unter und schmeißt dafür die Couch-Garnitur raus? Würde mich wirklich interessieren. Oder meint er etwa, andere sollten die Flüchtlinge aufnehmen?
(9. Juni 2014)

Das Geheimnis des Béla Réthy.
Im ZDF gibt es ein furchtbares Geheimnis. Wenn das rauskommt, wackelt der Sender! Der Intendant wird verhaftet, der größte Teil der Redakteure muß entlassen werden. Wer kennt dieses Geheimnis? Natürlich der angebliche Fußballreporter Béla Réthy. Anders ist jedenfalls nicht zu erklären, daß der immer noch wichtige Fußballspiele kommentieren darf statt vom Platz gestellt zu werden.
(2. Juni 2014)

Belaballa.
Der angebliche Fußballreporter Béla Réthy (ZDF) ist ein übernatürliches Phänomen. Er sieht Dinge nicht, die auf dem Platz passieren. Dafür sieht er jede Menge Dinge, die überhaupt nicht passiert sind. Im Radio könnte er damit durchkommen, aber als Fernsehzuschauer wird man von diesem Firlefazke vollkommen meschugge gemacht. Zur Schonung der Volksgesundheit dürften Spiele, die dieser Mann sich zusammenstammelt, auf gar keinen Fall in die Verlängerung gehen!
(24. Mai 2014)

Aus für Europa.
Wahlkämpfer sollten immer darauf achten, daß ihre Wahlplakate nicht leicht gegen sie zu wenden sind. Berühmtes Beispiel war Peter Gauweiler mit dem Slogan: "Unser Weg mit Gauweiler". Die politischen Gegner strichen auf den Plakaten einfach das "Unser". So ähnlich könnte es auch dem SPD-Mann Martin Schulz gehen. Er schreibt aufs Schlußplakat: "Aus Deutschland für Europa." Also ganz einfach: Nur "Deutschland" durchstreichen.
(15. Mai 2014)

Schulz!
Auch für die Europa-Wahl gilt natürlich das Wahlgeheimnis. Aber ich muß gestehen: Diesen protzeitlen, ekelhaft angeberischen Martin Schulz kann ich partout nicht wählen; da streikt die Kreuz-Hand. Wie hat der es bloß geschafft, die SPD in geistige Umnachtung zu versetzen?
(11. Mai 2014)

Sektenbildung.
Die geisteskranke islamistische Sekte "Boko Haram", die in Nigeria rund 300 Schülerinnen zur Versklavung entführt hat, bekämpft "westliche Bildung". Was sind das bloß für Idioten! Ohne westliche Bildung hätten die keine Maschinengewehre, Panzerfäuste und Transportfahrzeuge und könnten sie auch keine blödsinnigen Videobotschaften drehen.
(20. April 2014)

Fiftyfifty.
Frauenquote? Gute Idee. Zum Beispiel 50 Prozent in der Ehe.
(26. März 2014)

Doof für Doofe.
Die Übersetzungsuntertitelei beim TV-Kanal "arte" ist meistens völlig bescheuert. Höhepunkt heute bei der Ausstrahlung des wunderbaren Films "High Noon". Da gibt es an einem Haus das Schild "Marshall". Gelber Untertitel bei "arte": "Sheriff".
Also ganz klar Schwachköpfe am Werk. Versauen einem auch noch das Filmbild. Man könnte verrückt werden.
(4. Februar 2014)

Regierungsverklärung.
Die Frau Bundeskanzlerin ist ein bemerkenswerter Politiker. Klug, witzig, gewieft, Nerven wie Drahtseile, selbstbewußt, eiskalt, ab- und aufgeklärt, stark, von diamantener Härte.
Aber um Himmelswillen: Ihre Regierungserklärung trägt sie vor, wie das kleine Lieschen den Besinnungsaufsatz in der siebten Klasse, piepsstimmig feierlich betont, Tonfall evangelisches Gesangsbuch. Sehr komisch – also merkwürdig und belustigend.
(29. Januar 2014).

Gala-Hunger.
Als die Meldung kam, der Präsident der Franzosen habe seine Madame Trierweiler verstoßen, da war etwas anderes viel interessanter: Die FAZ teilte nämlich mit, Frau Trierweiler habe ihren Dank „an das fabelhafte Personal des Elysée“ geäußert und sei auf Einladung der Hilfsorganisation „Action contre la faim“ (Aktion gegen den Hunger) zu einem Galadinner nach Bombay gereist. Galadinner gegen den Hunger! Da wird sie wohl satt geworden sein.
(26. Januar 2014)

Pusten verboten.
In Düsseldorf gibt es eine sehr schöne sehenswerte Ausstellung („Avant-Garde in motion“) von Alexander Calders „Mobiles“, jene schwebend gleichgewichtigen Draht- und Blech-Gebilde, die sich im Lufthauch sanft bewegen. Das sollen sie auch. Daher der Name. Ein Besucher pustet aus zwei Metern Entfernung, um einem Mobile etwas Bewegung zu verpassen. Prompt ist die Aufseherin zur Stelle und befiehlt barsch: „Nicht pusten!“ Das muß man sich mal vorstellen – eine geradezu irre Performance, urkomisch.
(22. Januar 2014)

Brechen.
Meine Frau kommt von einem Restaurant-Besuch nach Hause und berichtet durchaus beeindruckt: „Da war es brechend voll!“ Als Lob wohl etwas zweifelhaft. Jedenfalls für einen Zyniker wie mich.
(8. Januar 2014)

Das FDP.
Außerordentlicher Parteitag der FDP, der Versuch, die Wiederauferstehung herbeizureden.Der neue Vorsitzende Lindner macht eine tadellose freidemokratische Figur; der Mann ist klug und clever noch dazu.
Aber um Himmelswillen! Was hat er denn für eine Stellvertreterin?! Die Frau Strack-Zimmermann - Modell "Hamm-Brücher für Arme"! Als sie spricht, spricht sie von "Mitgliedern und Mitgliederinnen"!!! Bitte sofort das Amt niederlegen, so wird das nichts mit der neuen FDP.
(8. Dezember 2013)

Barack Obama?
Seit Richard Nixon der größte Gauner im Weißen Haus.
(24. Oktober 2013)

Ausgespielt.
Jürgen Trittin, der grüne Salon-Kommunist, hat nie ernsthaft Politik gemacht. Er ist ein Spieler, den es befriedigt, wenn er Menschen im politischen Spiel hin- und herschieben kann, wenn er dazu die Macht und die Mittel hat. Deshalb auch immer das maliziöse Gegrinse, die gräßliche Überheblichkeit. Ein furchtbarer Mensch, ein abstoßender Politiker.
Aber dankbar bin ich ihm jetzt doch. Denn er hat meine lang gehegte und behauptete These vom (Falsch-)Spieler nach der Wahl bestätigt. Trittin sagte: "Wir haben gespielt, und wir haben verloren. Und das akzeptiert man dann auch."
(25. September 2013)

Der Frosch mit der Macke.
Aus Anlaß des Hinscheidens der FDP habe ich ins Archiv geschaut und einen Kommentar gefunden, den ich am 8. Juni 2011 auf WDR 4 ("Zur Sache") gesprochen habe.
"Als der nette Herr Philipp Rösler kürzlich FDP-Vorsitzender wurde, da hielt er eine lange Rede, gewürzt mit netten Dönekens, zum Beispiel die Geschichte mit dem Frosch. „Wenn Sie einen Frosch in heißes Wasser werfen, dann hüpft er sofort heraus“, erzählte der ehemalige Medizinstudent Rösler und fuhr fort: „Wenn Sie einen Frosch in kaltes Wasser setzen und langsam die Temperatur erhöhen, wird er zuerst nichts merken und nichts machen. Und wenn er etwas merkt, dann ist es zu spät für den Frosch.“
Was Rösler nicht ahnte: Dieser Frosch ist die FDP – und sie wird abgekocht von einer Kanzlerin, die längst ein scharfes Auge auf die grünen Kröten geworfen hat. Große Sprünge kann der FDP-Frosch bei ihr nicht mehr machen.
Wenn es so etwas in der Politik gäbe, dann könnte es Mitleid erregen, wie die Merkel-Union mit dem geschrumpften Koalitionspartner umgeht. Erst berichtet Finanzminister Schäuble aus einem vertraulichen Gespräch mit dem neuen FDP-Chef, dass aus dessen Lieferung von Steuererleichterungen nichts werde, dann führt die Kanzlerin ihren neuen Vizekanzler und Wirtschaftsminister beim Atomausstieg vor, wie es das bei Regierungspartnern selten gegeben hat: Rösler wollte als Energieminister den jährlichen Fortschrittsbericht zur Atom-Wende verkünden, als aber die Kanzlerin die Sache im Nebenzimmer und in ein paar Minuten geklärt hatte, war „Muttis Klügster“, ihr Umweltminister Röttgen, der zukünftige Überbringer der frohen Botschaft; der FDP-Frosch blieb ungeküsst.
Merkel meint, dass sie das nächste Mal nur ohne die FDP Kanzlerin werden kann, zusammen mit den Grünen oder der SPD. Darum kümmert sie sich jetzt, es sind ja nur noch zwei Jahre. Wie in Schreckstarre simmert die FDP derweil in Merkels Kochtopf, statt selbstbewusst auf den Tisch zu hauen und mutig die Koalitionsfrage zu stellen. Aus dem Topf muss sie jetzt springen, sonst werden Froschschenkel serviert."
(24. September 2013 & 8. Juni 2011)

Riesig!
Beste Schlagzeile zur Bundestagswahl 2013.
Hut ab - bzw. Zipfelmütze ...
(23. September 2013)

Das Totenglöcklein.
Was soll das heißen "Jetzt ist die FDP weg"? Die war doch spätestens weg, als der ulkige Rösler kam.
(23. September 2013)

Ente & Wahrheit.
Was kaum jemand weiß: Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ erscheint zwar nicht in Entenhausen, ist aber das heimliche Zentralorgan der „Donaldisten“ - wie sich die organisierten Erforscher & Verehrer von Donald Duck, dem Zeichner Carl Barks und der Übersetzerin Dr. Erika Fuchs nennen. Speziell die führenden FAZ-Kulturredakteure Patrick Bahners und Andreas Platthaus haben es über die Jahre geschafft, Hunderte von Anspielungen und wörtlichen Zitaten aus den klassischen Donald-Duck-Geschichten ins FAZ-Feuilleton einzuschmuggeln, zumeist auch noch fettgedruckt, nämlich in den Überschriften. Wunderbar, ein großes Vergnügen!
Platthaus hat schon grundlegende Werke zu Comics und Disney veröffentlicht, und jetzt hat auch der Kollege Bahners unter dem nom de plume „PaTrick Bahners“ sein Entenhausen-Buch vorgelegt. Selbstmurmelnd ein zukünftiges Standardwerk. Im Waschzettel des Verlags heißt es wahrheitsgemäß:
„Wir wissen viel mehr über die Bewohner Entenhausens, als unsere Schulweisheit sich träumen lässt. Wie halten sie es mit der Religion? Ist Entenhausen eine Demokratie? Wie ist dann aber die Verehrung zu erklären, die adlige Müßiggänger wie der Graf von Gondola genießen? Warum heißt die Stadt überhaupt nach den Enten, wenn die Ducks und ihre Artgenossen dort nur eine kleine Minderheit sind? Weshalb fürchtet sich Dagobert Duck vor der Panzerknacker AG? Könnte er nicht einfach die Aktienmehrheit an ihrer Gesellschaft erwerben?
PaTrick Bahners erzählt von den Helden der Entenhausener Geschichte seit dem Stadtgründer Emil Erpel und schildert die Pioniertaten der Entenhausener Wissenschaft von der Raumfahrt bis zur Gentechnik. Der Autor nimmt sich Donald Duck zum Vorbild, der unter dem Motto „Ich versteh von allem was!“ Ruhm in allen Quizsendungen von Funk und Fernsehen sammelt. Bahners hat in dreißig Jahren an der vordersten Front der donaldistischen Forschung kühne Hypothesen in die Welt gesetzt: Er wies nach, dass Donald Duck Wagnerianer ist und entlarvte Oma Duck als Adeptin der Schwarzen Magie nach allen Regeln der Hexenforschung. Aber Bahners versteht auch etwas von Erdbebenursachen, vom Steuerrecht und von der Einrichtung des Hirnkastens bei Drillingen.
Großzügige Abbildungen laden den Leser ein, seine eigenen Lösungen der Entenhausener Welträtsel zu finden. Der Donaldismus erweist sich in diesem Buch als Leitwissenschaft für Selbstdenker: lustig, bunt und spannend.“
Kurzum: Wenn unsereins Donald Duck (und FAZ) liest, dann hat er was davon!
(22. September 2013)

Damals.
Jakob Augstein, als Abkömmling von Rudolf Augstein & Martin Walser ein Übersohn, äußert sich im "Deutschlandfunk" zu gegenwärtigen Problemen mit der Vergangenheit.
Was ist mit jungen Kerlen, die Nazis wurden, gar mit 18 in die Waffen-SS eintraten?
"Also ich bitte Sie, was wir immer vergessen bei dieser ganzen Debatte ist, dass wir es hier mit einem kulturell sich wandelnden Thema zu tun haben. Wir gucken heute auf diesen gesamten Sachverhalt vollkommen anders, als die Leute das damals machen konnten. (...) Das ist eben so, wenn sich die Zeiten ändern (...) die wir uns heute so nicht mehr vorstellen können. (...) Das kann Ihnen und mir nicht gefallen, aber das war halt damals so."
Aha, soso. Aber halt, Irrtum: Das hat Augstein nicht über junge NS-Täter gesagt, sondern über grüne Pädophilie-Politiker wie Jürgen Trittin. Das ist natürlich was anderes. Oder etwa nicht?
(18. September 2013)

Grüner Daumen.
Die Generalsekretärin der SPD, eine gewisse Frau Nahles, stellt sich vor Mikrofone und sagt, daß sie den Grünen für die Bundestagswahl 2013 "die Daumen drückt". Die SPD drückt der grünen Partei die Daumen?! So tief kann man sinken. Aus Willy Brandts Grab steigt dunkler Rauch.
(15. September 2013)

Unrichter.
Eine Frau hat sich ein ganzes Opferleben zusammengeschwindelt. Einen Kollegen hat sie wegen Vergewaltigung vor Gericht gebracht. Der Mann wurde vom Darmstädter Landgericht zu 5 Jahren Haft verurteilt und musste sie total absitzen, weil er uneinsichtig auf seiner Unschuld bestand. Nach seiner Entlassung wurde ein Wiederaufnahmeverfahren erreicht und der Mann juristisch rehabilitiert – wegen erwiesener Unschuld. Seinen Richtern wurde bescheinigt, bei der Urteilsfindung „elementare Grundregeln der Wahrheitsfindung“ verletzt zu haben. Aber was passiert diesen Richtern? Werden sie bestraft? Müssen sie Schadenersatz leisten? Werden sie wegen Unfähigkeit oder fahrlässiger Freiheitsberaubung aus dem Verkehr gezogen? Nein, diesen Richtern passiert gar nichts.
Die lügende Frau ist nun zu fünfeinhalb Jahren verurteilt worden. Sie geht in den Knast. Die Richter, die ihre Komplizen wurden, müssten gleich mitgehen. So sollte das Gesetz sein. Das wäre gerecht.
(14. September 2013)

Ein Elend! (SPD 2013)
Die SPD hat Wahlkampf verlernt, und ihre derzeitige Agentur kann es auch nicht. Wie kann man denn auf Wahlplakaten (mit SPD-Logo!!!) nur trauriges Elend zeigen, arme Menschen, Verlierer?! Weshalb soll man SPD wählen? Damit es überall so aussieht? Man zeigt doch das, was man will, was man bekommen soll. Was uns Lust macht.
Hollywood-Giganten (und frühere SPD-Wahlkämpfer) wußten noch, wie es geht. Siehe unten!
(12. September 2013)

Eine Lust! (SPD 1976)
Louis B. Mayer (MGM) hat es so formuliert: "Wenn Ladenmädchen in einen Film mit Joan Crawford als Ladenmädchen gehen, wollen sie kein wirkliches Laden-mädchen sehen, sondern eins, von dem sie träumen können. Also gehen sie in einen Film, in dem Joan Crawford in einem Kaufhaus arbeitet und Kleider von Adrian trägt, schön frisiert und mit makellosem Äußeren. Und schließlich heiratet sie auch noch den Besitzer des Kaufhauses. Das wollen die Ladenmädchen sehen." 

Recht haben.
Herr Obama will mit einem Strafbombardement in Syrien internationales Recht durchsetzen. Gute Idee, das sollte er auch bei sich selber machen; zum Beispiel wegen Guantanamo und der ungesetzlichen Drohnen-Hinrichtungen. (Wenn für die USA & Obama internationales Recht gelten würde, dann säße er in Den Haag auf der Anklagebank.)
(31. August 2013)

Aküpc.
Letztens war in der Illustrierte "stern" allerlei Statistisches aus den Bundesländern zu lesen, die mit zwei Buchstaben abgekürzt wurden. Also NW für Nordrhein-Westfalen, SH für Schleswig-Holstein etc. Aber was um Himmelswillen ist ST?! Ich habe mir das Hirn zermartert, was das wohl sein soll. Endlich der Geistesblitz: Sachsen-Anhalt! Warum nicht das systematisch naheliegende SA? Achso, klar, deswegen.
(29. August 2013)

Zweierlei Tote.
Der Einsatz von Giftgas ist pervers. Aber sind Bomben, Napalm etc. besser? Obama, Cameron & Hollande (die alten Alliierten) wollen mit aufgepumpter Kraftmeierei Syrien wegen 1.000 Giftgas-Toten bestrafen (wobei die Täter noch unbekannt sind). Die 100.000 Menschen, die schätzungsweise in dem Bürgerkrieg schon getötet wurden, sind solche Aktionen nicht wert. Kann mir mal jemand sagen warum? Wodurch unterscheiden sich die Toten? Und was ist hier auch pervers?
28. August 2013)

Kanalverkehr.
Bei einem Unfall auf dem "Canal Grande" ist ein namhafter deutscher Jurist ums Leben gekommen. Der Videotext der ARD nimmmt das zum Anlaß, über den venezianischen „Kanalverkehr“ zu räsonieren. Soll wohl witzig sein, ist aber in dem traurigen Zusammenhang leider doch nur eine Zote.
(20. August 2013)

Verstromt.
Die famose deutsche Energiewende, von den Grünen angezettelt und von SPD und Union (Merkel, Röttgen) auf Kosten der Stromkunden ebenso feige wie bewußtlos fortgetrieben, ist der pure Irrsinn und damit so deutsch wie deutsch nur sein kann, wenn es am schlimmsten ist.
Je mehr Strom die hoch subventionierten Solardächer und Windräder produzieren, desto billiger wird er natürlich auf dem Markt. Aber für die privaten Stromverbraucher wird er teurer, weil sie die Differenz zwischen sinkendem Preis und garantiert gleich hoch bleibender Vergütung für die Erzeuger bezahlen müssen! Die Fehlkonstruktion einer Politik ohne Verstand.
Wie wehmütig denkt man an das Transparent der Berliner Studenten zurück, unter dem der Berliner Regierende Bürgermeister einst in der Uni saß: "Solche Idioten regieren uns!" Das war vor mehr als vierzig Jahren. Es stimmt immer noch.
(12. August 2013)

Grünfrei.
Die Grünen fordern einen fleisch- und fischfreien Tag wöchentlich. Gute Idee. Muß aber unbeding ergänzt werden mit einem grünfreien Tag, an dem man von dieser Bevormundungsclique nichts hört und nichts sieht.
(5. August 2013)

Abgefangen.
Das muß man den amerikanischen Freunden schon lassen: Sie trauen sich was und halten die restliche Welt für bescheuert. Passend zur sich ausweitenden Enthüllung der Bespitzelung unserer elektronisch kommunizierenden Menschheit kommt jetzt eine Warnung vor islamistischen Anschlägen. So dramatisch, daß zahlreiche westliche Botschaften vor allem in muslimischen Ländern vorübergehend geschlossen wurden. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf US-Regierungskreise, die Warnung beruhe auf abgefangener elektronischer Kommunikation zwischen Al-Kaida-Anführern.
"Abgefangene elekronische Kommunikation"?! Man muß ja nicht den herrlichen Film "Wag the Dog" gesehen haben, um zu ahnen, wie man sich rund ums Weiße Haus diesen Plot ausgedacht hat, auf daß der Segen der NSA-Überwachung deutlich werde. Da man nicht nur Worte, sondern beweiskräftig auch Taten ("Action!") braucht, wurden die Botschaften einfach mal dicht gemacht. Ich bin davon überzeugt: Um im Zweifelsfall die ganze Sache zu untermauern, würde man auch nicht davor zurückschrecken, einen passenden Anschlag selber zu inszenieren. Dazu braucht man Hollywood nicht, das können CIA & Co ganz alleine.Sie glauben das nicht? Sie halten das für unmöglich? Echt?
(4. August 2013) 

Der Gipfel.
Ist es möglich, daß der SPD-Apparat verhindern will, daß Steinbrück Kanzler wird? Oder ist man einfach zu blöd, Wahlkampf zu machen? Da haben die Strategen den Steinbrück auf eine Bergwanderung (Symbolik!!!) geschickt, auf Gipfeltour. Und wie heißt das dafür ausgesuchte Berglein (1.373 m) im Bayerischen Wald? Lusen. Ja, Lusen. Der Loser auf dem Lusen! Dümmer (oder infamer) geht's wirklich nicht.
(1. August 2013)

Polizeiverkehr.
Eine nie versiegende Quelle des gehobenen Vergnügens: Die Nachrichten. Heute im Deutschlandfunk: „Die Gewerkschaft der Polizei hat sich für ein generelles Alkoholverbot im öffentlichen Nahverkehr ausgesprochen. ... Erste Erfahrungen in Hamburg zeigten, dass durch ein Alkoholverbot die Lage nicht nur für die Polizei, sondern vor allem für die anderen Fahrgäste deutlich besser werde.“ Nicht nur für die Polizei? Sondern auch für die anderen Fahrgäste? Das ist doch schön.
(24. Juli 2013)

À plus Marianne.
„Marianne“ ist die französische Nationalfigur, eine schöne Amazone mit revolutionärer Jakobinermütze. Ihre Büste steht in den französischen Rathäusern, als Vorbilder dienten attraktive gallische Heroinen wie Brigitte Bardot und Catherine Deneuve.
Jetzt ist eine neue Briefmarke mit „Marianne“ erschienen, und die Grafiker haben verraten, daß die ukrainische Femen-Aktivistin Inna Schewtschenko ihre Muse sei. Große Aufregung in Frankreich ob der nationalen Demütigung.
Dabei passt das doch wunderbar, schon bei Brigitte Bardot ging es um „die Waffen einer Frau“, und bei den Femen-Frauen erst recht. Außerdem: Osteuropäische Massenvernichtungswaffen sind das nicht, ich habe sie gesehen.
(22. Juli 2013)

Ortsmaschine.
Die „Rheinische Post“, ein immer noch großes Regionalblatt, erinnert in ihrer Rubrik „Kalenderblatt“ an die Geburt Billy Wilders – einer der ganz ganz Großen des Kinos. Und wo ist er geboren? Wir lesen: „im heutigen Polen“.
Wie geht das denn? Wie kann man denn 1906 im heutigen Polen geboren werden? Wurde Kant im heutigen Rußland geboren? Das ist natürlich kompletter Quatsch und kommt davon, wenn „politische Korrektheit“ den Verstand ersetzt. Genauso blödsinnig wäre es, wenn jemand sagte, der Wiener André Heller, Jahrgang 1947, sei im vormaligen Deutschen Reich geboren worden.
Billy Wilder übrigens wurde in Galizien geboren, das bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zu Österreich-Ungarn gehörte.Das könnte einiges von seinem Witz und seiner Menschenkenntnis erklären.
(18. Juli 2013)

Größeres Übel.
Ich bin kein Anhänger der schwarz-gelben Regierung. Fan-Kurven, auch in der Politik, sehe ich mit Mißtrauen. Aber die Opposition ist einfach so viel schlechter, daß sie einen Merkel in die Arme treibt. Alternativlos ... Und das ist es, was ich vor allem der SPD wirklich übelnehme. (Auch wenn ich als Niederländer hierzulande gar nicht zur Wahl gehen kann. Womit Rotgrün noch mal Glück gehabt hat.)
(17. Juli 2013)

Zweierlei Datenklau.
Ist es nicht interessant, wer das größte politische Theater wegen des Datenklaus macht? Es sind genau die Parteien, die es ansonsten in höchsten Tönen befürworten, CDs mit ungesetzlich geklauten Daten von den Daten-Dieben zu kaufen. Wie man das nennt? Heuchelei? Doppelmoral? Ja, aber Verarsche trifft es genauer.
(16. Juli 2013)

Dach-Schaden im deutschen Volk.
Die Lage der Opposition vor den kommenden Wahlen ist wohl ziemlich verzweifelt. Neben den Umfragewerten sprechen dafür die unbeholfenen Wahlkampfmanöver. Man möchte sie nicht kindisch nennen, weil Kinder so dumm nicht sind.
Der Bundeskanzlerin wegen der amerikanischen NSA-Lauschangriffe eine Verletzung ihres Amtseides vorzuwerfen („Schaden vom deutschen Volk abwenden“), das hat doch Zuckungen von politisch-geistiger Umnachtung.
Mal abgesehen davon, daß der sogenannte Amtseid bloß eine rituelle Floskel ist, dehnbarer als Chewing Gum und für jeden verantwortlichen Politiker von Adenauer bis Schröder ohne praktische Bedeutung: Was soll Merkel tun (resp. was hätte sie tun sollen), um die NSA vom deutschen Volk abzuwenden? Obama nicht mehr grüßen? Den USA, wie es einer ihrer Vorgänger (erfolglos) tat, den Krieg erklären? Deutschland aus dem Internet abmelden? Apple, Google, Facebook, Microsoft, Twitter und Whatsapp verbieten? Was überhaupt ist „Schaden“ für das deutsche Volk? Daß die Amerikaner mit ihren Wild-West-Methoden Terror in Deutschland („Sauerland-Gruppe“) verhindert haben? Daß die Merkel keinen Groß-Zoff mit den USA riskiert? Oder sind es die Steuerpläne der Grünen? Oder ist es eine Opposition, die sich mit einem Dach-Schaden offensichtlich im politischen Delirium befindet?
(15. Juli 2013

Paris - vor Hollande ...
Ganz schneller Hinweis, als amuse geule: Ein Buch über Paris, ganz ohne Fotos, und doch eins der allerschönsten. Die Herausgeberin Ruth Reichl versammelt Artikel aus dem 1941 gegründeten amerikanischen Magazin "Gourmet" über Essen und Trinken und Lebensart in Paris bis zum Jahr 2002. Das ist nicht nur eine Zeitreise zu Menschen und Orten, die es nicht mehr gibt und auch im Internet nie gab, es ist eine stupende Demonstration des Drei-Sterne-Schreibens. Wie die Autoren die Küche, die Restaurants, die Chefs, die Atmosphären zu Papier bringen, das ist derart meisterlich, daß einem die deutschen Edelfedern, zumal in der Gastro-Presse, ziemlich rupfig vorkommen.
Kurzum ein Buch, das den Preis einer Vorspeise mehr als wert ist, und dank Amazon aus Amerika flott auf den Tisch kommt. Wer Paris liebt oder geliebt hat, wer (wie die Plutokraten) Sinn für die wahren Genüsse des Lebens hat und mindestens solala Englisch liest und parliert, der bestelle dieses Buch. Man kann sich aber nicht sattlesen.
(Mehr dazu demnächst in meinen Buch-Tippps.)
(14. Juli 2013)

Sparbuch.
Ich lese, die Evangelische Kirche hierzulande müsse sparen. Der Meinung bin ich schon lange. Sie hätte sich zum Beispiel die groteske Bibel „in gerechter Sprache“ sparen können („Du, Gott, bist uns Vater und Mutter im Himmel“) und die ebenso zwangsneurotisch zusammengeschusterte aktuelle „Orientierungshilfe Ehe und Familie“: „Ein normatives Verständnis der Ehe als „göttliche Stiftung“ und eine Herleitung der traditionellen Geschlechterrollen aus der Schöpfungsordnung entsprechen nicht der Breite des biblischen Zeugnisses. Wohl aber kommt bereits in der Schöpfungsgeschichte zum Ausdruck, dass Menschen auf ein Gegenüber angewiesen sind, an dem sich die eigene Identität entwickelt.“ – Ein Gegenüber? Ja klar, die Schlange beispielsweise.
Scherz beiseite: Das Sündhafte an der deutsch-evangelischen Kirche ist ja nicht (nur) ihre nun jahrzehntelange Politik zwischen Braun-Rot-Grün, sondern daß sie dafür die Bibel auf Biegen und Brechen mißbraucht, sich nach Bedarf zusammenkloppt. Dafür gehört sie in die Hölle, die ja sowieso da ist, wo man auf Margot Käßmann und Hans Küng trifft.
(13. Juli 2013)

Bibel für Dummies.
Man stelle sich deutsche Protestanten vor, wie sie jetzt mit der Schamritzenlupe die Bibel durchforsten, um Belege für ihren derzeitigen Zeitgeist zu finden. Gibt es vielleicht Hinweise auf einen transsexuellen Jünger und auf ein schwules oder lesbisches Paar – am besten mit adoptiertem Kind? Muß es doch geben!
Gräßlich und tragisch-komisch, wie die uralte Bibel unbedingt dem grünen Wahlprogramm à la Göring-Eckardt und dem Weltbild des Progressiv-Pastors entsprechen soll. Da sind die Barmer Ersatzchristen genauso verpeilt wie die Creationisten, die haarklein ausrechnen, daß sämtliche Tierarten in die Arche gepaßt haben – denn die Bibel hat doch recht.
Über kurz oder lang wird die EKD natürlich segensreich entdecken, daß GOtt nicht nur Vater und Mutter, sondern auch Lesbe und Homo ist. „Ecce Homo“ – den Kalauer spare ich mir jetzt. Obwohl: Bei der Käßmann-Sekte ist kein Ding unmöglich.
(13. Juli 2013)

Höhe x Breite.
Um ihre aktuellen Ansichten aus der Bibel herauslesen zu könnnen, spricht die deutsche Evangelische Kirche verschwiemelt von "der Breite des biblischen Zeugnisses". Von Martin Luther übersetzt heißt das: Da findest du alles. Auch das Gegenteil.
(13. Juli 2013)

Spitze.
Bei einem Pizza-Bäcker sehe ich eine interessante Werbung: "Führend in Preis und Qualität!" Spitze in beidem oder wie?
(12. Juli 2013)

Überraschung.
Man will einem Toten und seinen Angehörigen nicht zu nahe treten, aber wer mit Todesanzeigen in die Öffentlichkeit geht, muß damit rechnen, daß sie bemerkt werden.
Ein im Mai 1930 geborener Mann ist im Juni 2013 gestorben, mithin im höheren Alter von 83 Jahren. Wir erfahren, daß er starb „nach schweren Monaten, intensiven ärztlichen Bemühungen, großen Hoffnungen, Wünschen, Ängsten“.
Offenbar war der Mann also nicht nur alt, sondern über Monate lebensgefährlich erkrankt. Was aber schreibt die Witwe in der Todesanzeige, wie ihr Mann starb: „Völlig überraschend.“ Das wiederum überrascht mich.
(10. Juli 2013)

Sagenhaft.
Marietta Slomka, die Nachrichten-Moderatorin des ZDF-heute-Journals, kann einen mit ihrem  Märchentanten-Vortrag zur Weißglut treiben. Und überhaupt hat sie Schwierigkeiten mit Fakten. Zum Beispiel dem Genetiv. Läßt sie doch gestern die Menschen in Woolwich „dem Soldaten gedenken“. Und den mit dem Metzgermesser-Mord bekannt gewordenen Ort bzw. das Englische kennt sie auch nicht, sagt „Wullwitsch“. Den spricht man aber natürlich „Wuulitsch“. Die Autorin des folgenden Beitrags weiß das und sagt es mehrfach. Die Märchentante hat sich den von ihr einmoderierten Film also vor der Ansage gar nicht erst angehört. Oder nicht begriffen. Märchenhaft? Nein, sagenhaft. ZDF eben.Béla Réthy läßt grüßen.
(10. Juli 2013)

Glasfaser-Mensch.
Die Internet-Überwachung durch Staaten und Datenkraken ist nicht so schlimm? Wer keinen Terrror plant, hat nichts zu befürchten?
Dann könnte man ja auch überall im Land Spitzel verteilen, die professionell mithören, was wir in der Kneipe, im Stadion, am Strand, auf dem Schulhof, in der Mensa, in Bus und S-Bahn etc. so reden und besprechen.
Das ist nicht dasselbe? Doch, das ist haargenau dasselbe.
(9. Juli 2013)

Guter Vorrat.
Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat verraten, daß Urkanzler Helmut Schmidt wegen der bescheuert-unverschämten Verbots- und Bevormundungspolitik der EU vorsorglich 200 Stangen Mentholzigaretten ("Reyno") gebunkert habe.
Das kann aber nicht stimmen. Mit 200 Stangen kommt Helmut Schmidt doch niemals hin.
(8. Juli 2013)

Copyright natürlich F.A.Z. Frankfurter Prophezeiung.
Die F.A.Z. fabriziert zum Einzug von „Bum Bum Bine“ Lisicki ins Wimbledon-Finale eine Bild-Text-Kombination, die nicht antisemitisch ist (s.u.), sondern ganz klar prophetisch war:
„Nach Steffi Graf steht wieder eine Deutsche im Finale“. Steht?!
(6. Juli 2013)

Volksweise.
Der bräsigste Moderator des Doku-Senders "Phoenix" verkündet heute morgen dieses: "Eine alte Volksweisheit lautet: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser." Da wird sich Lenin aber freuen, daß er nun doch noch zum Volk geworden ist.
(5. Juli 2013)

Sträflich.
Thomas Oppermann, der mit einem maskenhaften Dauergrinsen gestrafte Parlamentarische Geschäftsführer der Bundes-SPD, droht wegen der Ausspähaffäre wörtlich: "Die Amerikaner laufen Gefahr, sich strafbar zu machen!"
Huch! Da werden die Amerikaner (320 Millionen) aber einen Mords-Schreck kriegen, daß die SPD sie vor ein deutsches Amtsgericht bringen könnte.
(5. Juli 2013)

Süddeutscher Antisemitismus.
Das frivole oberbayerische Blatt, die Süddeutsche Zeitung also, hat die Rezension zweier Bücher über Israel-Politik mit einem Bild aus dem Fundus garniert, und die Redakteurin Franziska Augstein (ja genau die, der der Vater zu Kopf gestiegen ist) hat dazu einen Text verbrochen, der schon in der primitiven Zusammenschusterei ein schwachmates Machwerk ist, aber darüber hinaus eine antisemitische Konstruktion, von der Henryk M. Broder zu recht schreibt: „...die "Süddeutsche Zeitung" setzt dort an, wo der "Stürmer" 1945 aufhören musste.“
Der Text unter dem Monsterbild von Ernst Kahl (mißbraucht!), das dieser einst für eine Gourmet-Zeitschrift malte, lautet: „Deutschland serviert. Seit Jahrzehnten wird Israel, teils umsonst, mit Waffen versorgt. Israels Feinde betrachten das Land als einen gefräßigen Moloch. Peter Beinart beklagt, dass es dazu gekommen ist.“
Der Süddeutschen Zeitung ist das ob des Sturms der nötigen Entrüstung peinlich, aber weder Redaktion noch die immer schon von allen guten Geistern verlassene Frau Augstein schaffen eine umstandslose Entschuldigung, sondern machen das, was sie bei Politikern geißeln würden: Sie beklagen das „Missverständnis“!
Augstein: „Ernst Kahls gehörntes, hungriges Monster hat mit den antisemitischen Klischees nichts zu tun. Nachdem das Bild aber zu Missverständnissen geführt hat, wäre es besser gewesen, ein anderes zu wählen.“
SZ, offiziell: „Die ‚Süddeutsche Zeitung’ bedauert, dass es zu solchen Missverständnissen kommen konnte. Die Veröffentlichung der Zeichnung in diesem Kontext war ein Fehler.“
Das macht alles noch schlimmer. Am Mißverstehen sind wahrscheinlich die dämlichen Leser schuld, die zu blöd sind, richtig zu verstehen, was die süddeutsche Intelligenzija sich so zusammenschreibselt. Aber es war ja kein Mißverständnis. Jeder mit Verstand und Geschmack hat genau verstanden, daß Franziska Augstein sich antisemitisch geoutet hat und ihre Redaktion das erstens nicht merkt und zweitens herunterspielt. Ich habe mich immer schon gewundert, welche Zuwendung die Süddeutsche speziell in einem schmockhaften, sich für linksliberal haltenden Milieu genießt. Vielleicht auch das: Ein Mißverständnis. Oder eben keins.
(4. Juli 2013)

Betru-.
Ein Experte äußert sich zum Ausbildungsgipfel, bei dem es auch ging um "Vereinbarkeit von Familie und Betru - äh Beruf". Vereinbarkeit von Familie und Betrug gefällt mir aber auch gut als Kommentar zur derzeitigen Politik gegen Familien.
(4. Juli 2013)

... und Tee trinken.
Im Fernsehsender "Phoenix" läuft ein Bericht über Ägypten. Eine Frau wird gezeigt, und der Sprecher sagt: "Sie hält sich mit dem Kochen von Tee über Wasser." Sehr sinnig.
(4. Juli 2013)

Grenzwert.
Neues aus der unendlichen Geschichte "Gewerkschaften gegen Arbeitsplätze": Die Billigtochter der Lufthansa "Germanwings" ist zum Start mit teuren Gewerkschaftsforderungen konfrontiert - und mit Streikdrohung. Dazu wird mitgeteilt, was die Gewerkschaft befürchtet: "Die Lufthansa sieht zwar 1000 neue Jobs bei Germanwings vor. Trotzdem ist vor dem Hintergrund der neuen Pläne davon auszugehen, dass die Mitarbeiter bis an die Grenze des gesetzlich Zulässigen belastet werden sollen." Bis an die Grenze des gesetzlich Zulässigen - und das soll skandalös sein? Sind diese Gewerkschafter verrückt?
(3. Juli 2013)

Methode Obama.
Der amerikanische Präsident Obama hält Menschen widerrechtlich gefangen (Guantanamo), er läßt Menschen ohne Prozeß und Urteil heimtückisch töten (Mord, Drohnen), er regiert über ein ungesetzliches globales Abhör- und Überwachungssystem (NSA etc.), kurzum: der Mann ist ein Schwerkrimineller.
Jetzt hat Obama die Zelle besichtigt, in der Nelson Mandela 18 Jahre eingesperrt war. Bei der Gelegenheit hätte man die Tür hinter ihm verriegeln und verrammeln sollen.
(1. Juli 2013)

Ächz! Schauder!
Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ hat deutsche Politiker zu ihrer „kulturellen Praxis“ befragt, Frauen und Männer von Ursula von der Leyen über Peer Steinbrück und Jürgen Trittin bis zu Sahra Wagenknecht. Ein interessanter Fragenkatalog. Mit dabei die Frage: „Ihr Lieblingscomic in der Jugend?“ Erschütternd: Ein einziges Mal ist „Prinz Eisenherz“ dabei (Steinbrück, immerhin!), aber kein einziges Mal der große „Donald Duck“ von Carl Barks & Erika Fuchs. Was für ein Armutszeugnis! Da kann doch die deutsche Politik nicht anders sein als sie ist.
(1. Juli 2013)

Troy.
Guido Knopp, der ZDF-Erfinder des Geschäfts mit dem Geschichtsfernsehen, talkmastert jetzt auf „Phoenix“ und hat die blödeste seiner Angewohnheiten beibehalten, die dämliche Verabschiedung: „Bleiben Sie uns treu!“ Einer Fernsehsendung die Treue halten? Geht’s noch?
(30. Juni 2013)

Ansprüche werden knapp.
Junge, Junge, da hat Steinbrück seine Anhänger in SPD und deutschen Zeitungsredaktionen aber mal begeistert! Hat es im Bundestag der Kanzlerin gegeben! Angriffslustig! Witzig! Zum Beispiel so: „Sie können nicht mit Geld umgehen. Wenn Sie in der Wüste regieren, wird der Sand knapp.“ Großes Gejohle bei Rotgrün.
Bin ich einfach zu alt? Bin ich der einzige, der sich daran erinnert, daß das Ding mit dem Sand zu Zeiten des Eisernen Vorhangs ein Spott über sozialistisch-kommunistische Mißwirtschaft war? Als vor rund anderthalb Jahrzehnten durch die himmelschreiende ökonomische Unfähigkeit der Düsseldorfer SPD die Brunnen in der Stadt abgestellt werden mußten, habe ich in einem kleinen Artikel dazu bemerkt, daß bei denen nicht nur der Sand knapp wird, sondern nun auch das Wasser.
Steinbrück macht also aus einem Uralt-Witz bloß eine plumpe Retourkutsche. Und dafür feiert man ihn in Kommentaren? Echt? So kann man auch mit kleinen Sachen Achtundsechzigerkindern Freude machen (auch ein Uraltwitz).
(27. Juni 2013)

Wolkenguckgucksheim.
Gucken die Dienste eigentlich auch in die Clouds? Ein Wunder, wenn nicht.
(25. Juni 2013)

Warum!
Warum ich nicht bei "Facebook" bin? Fragen Sie mich das im Ernst?
(24. Juni 2013)

1984 plus 30.
Big Brother im Internet? Alles halb so schlimm? Es werden ja keine Gespräche abgehört und keine E-Mails gelesen, sondern nur Verbindungen registriert? Ach so!
Was wäre denn zu Zeiten der Briefpost gewesen, wenn die Bundespost alle Briefkontakte protokolliert hätte? Also: Wer wann wem einen Brief geschickt, von wem jemand Post bekommen hat. Was gewesen wäre? Aufstand, Staatskrise, Rücktritte, Neuwahlen. Und heute? Das lässt sich die Generation Facebook alles gefallen? Irre.
(23. Juni 2013)

Postmoderne. Ein Nachtrag zum 4. Juli.
Tja, wiedermal ist die Realität der Phantasie voraus. Mein Konstrukt vom dokumentierten Briefverkehr ist längst Wirklichkeit. Die Amerikaner tun es, wie man jetzt erfährt. Geglaubt hätte ich das nicht.
(4. Juli 2013)

Rechtswiderlich.
Politiker wie dieser feine Herr Obama wiegeln ab: Die Internetüberwachung sei rechtmäßig, weil gesetzlich geregelt. So haben die Nazi-Juristen auch argumentiert. Inzwischen sollte man wissen, was die Gründer der Vereinigten Staaten noch wußten: Es gibt Gesetze, die rechtswidrig sind.
(22. Juni 2013)

EINE WOCHE  ZUR SACHE
Meine Kommentare vom 17. - 21. Juni 2013
Einfach auf die Farben klicken!

Mit dem Wetter leben ... (21. Juni 2013)

Brasiliens Protest: Brot statt Spiele (20. Juni 2013)

Zu viel Hitze: Die Bahn trifft der Schlag (19. Juni 2013)

Na so was! Mehr Ferien, mehr Arbeit! (18. Juni 2013)

Gertrud Steinbrück: Die bessere Kandidatin? (17. Juni 2013)

Die Kanzlerkandidatin.
Auf einem Parteikonvent der SPD heute mittag wird keine Rede gehalten, sondern eine Talkshow veranstaltet: Bettina Böttinger befragt Peer Steinbrück und Gertrud Steinbrück, die Frau des Kanzlerkandidaten. Was für eine kluge, sympathische, höchst witzige Frau! Da fragt man sich betrübt: Warum ist die nicht Kanzlerkandidatin?!
(16. Juni 2013)

Nicht zu begreifen.
Türklinken und Griffe bezeichnen für meine Familie offensichtlich genau die Stellen, an denen man Türen und Schränke etc. nicht anfaßt. Mir ist noch nicht klar, was das bedeutet.
(15. Juni 2013)

Ganz schön erfolgreich.
Eine Volksbefragung hat ergeben, daß Markus Lanz der schönste Moderator im deutschen Fernsehen ist. Kann man so sehen. Aber gleich an zweiter Stelle kommt Günther Jauch – und da wundert man sich. Kann man aber auch verstehen. Bertolt Brecht hat das Phänomen in einer seiner „Geschichten vom Herrn Keuner“ erklärt:
Herr K. sah eine Schauspielerin vorbeigehen und sagte: "Sie ist schön." Sein Begleiter sagte: "Sie hat neulich Erfolg gehabt, weil sie schön ist." Herr K. ärgerte sich und sagte: "Sie ist schön, weil sie Erfolg gehabt hat."
Und so ist das eben auch mit Günther Jauch.
(12. Juni 2013)

Grün und Braun.
Ein Freund fragt mich, warum ich mich so ausführlich über die Grünen aufrege. Ich halte sie für gefährlich. Sie haben eine totalitäre Tendenz, die mir Angst macht. Diese dauernde Verbieterei, die moralische Bevormundung mit Hilfe der Staatsmacht, der Versuch jetzt, dem Bürger über Steuern und Abgaben seine ökonomische Basis der Selbstbestimmung zu entziehen, die religiös-heilsbringerische Verbrämung der Politik – das und mehr ist so nahe an faschistoiden Mustern, daß man sich unbedingt wehren muß. Zumindest: Aufpassen!
(30. Mai 2013)

Trittin: Doof oder Demagoge?
Unfaßbar, daß der grüne Spitzenkandidat und Steuererhöher Trittin sich als Finanzpolitiker inszeniert und Finanzminister der Bundesrepublik werden will. Denn entweder hat der Mann vom Metier gar keine Ahnung oder er bescheißt die Wähler kaltschnäuzig. Beides disqualifiziert natürlich.
Im Gespräch mit dem TV-Magazin „report“ (28.5.2013, ARD) sagt der grüne Demagoge zum Ehegattensplitting: „Sie müssen sich mal vorstellen, jemand verdient die, sagen wir mal, die 60.000 über die wir die ganze Zeit geredet haben. Wenn zwei Leute jeder 30.000 verdienen, haben die eine höhere Steuerlast zu bezahlen, als wenn einer den gleichen Betrag für das gleiche Paar verdient. Das ist nicht wirklich gerecht.“
Klingt gut, ist aber komplett falsch, stellt die Fakten auf den Kopf. Ein Paar (Familie) mit einem zu versteuernden Einkommen von zweimal 30.000 Euro zahlt 11.868,75 Euro. Ein Ehe-Paar (Familie) mit einem einzigen Einkommen von 60.000 Euro hätte ohne Ehegattensplitting eine Steuerlast von 17.964,54, also 6.095,79 mehr!!! Nur durch das Ehegattensplitting (60.000 : 2 = 2 x 30.000) kommen Ehepaare mit nur einem einzigen Einkommen auf dieselbe Steuerlast wie ein Paar mit zwei Einkommen. Das Ehegattensplitting ist also nicht ungerecht, es stellt (im Gegenteil!) die Gerechtigkeit her, weil es einen ungerechten Progessionsnachteil vermeidet. Das genau war und ist der Zweck des Splittings.
Nochmal, für alle Doofgrünen: Das Splitting ist kein Vorteil, es vermeidet einen Nachteil!
Nehmen wir mal an, Trittin, der neue Finanzexperte, weiß das. Dann hat er dreist gelogen. Das ist genau das, was ich dem Mann immer schon zutraue: Ein skrupelloser Machtpolitiker, der das Spiel mit Macht und Demagogie genießt – man beachte nur seinen arrogant-spöttischen Habitus. Es gibt Leute, die ihn mögen; ich finde ihn politisch eklig. Und mit seiner totalitären Gesinnung auch gefährlich. An ihm erkennt man besonders gut, aus welchem deutschen Boden Grün gekeimt ist.
(29. Mai 2013)

Bäräck.
Herzig. aber bedauernswert komisch in der 3sat-„Kulturzeit“: die Moderatorin Andrea Meier. Weiß ganz (zu) oft nicht, worum es geht und wovon sie redet. Namen zum Beispiel. Letztens so: „Herr Winkel“ (richtig: Winkels, Literaturkritiker), „Durs Grünbaum“ (richtig: Durs Grünbein, Dichter), „Bärack Obama“ (richtig: Barack Obama, Präsident). Kann auch sein, daß sie Bäräck sagt, Hauptsache auf dem Englisch, was eine nette Schweizerin dafür hält. Schwyzerenglisch? Gibt’s das?
(7. Mai 2013)

Der grüne Zweig.
Evangelischer Kirchentag in Hamburg. Es wird immer klarer: Die Grünen sind der politische Arm des deutschen Protestantismus. Katholisch-barocke Ausnahmen wie Claudia Roth bestätigen die freudlose Regel.
(5. Mai 2013)

Blanko-Scheck mit grüner Tinte.
Die Grünen wollen also Steuern erhöhen, weil man mehr für Bildung und Kinder tun müsse. Die Prozentsätze haben sie schon genau festgelegt, aber wie sie darauf kommen, das bleibt unerklärt.
Man müßte doch als Steuerzahler verlangen, daß die grünen Grapscher erstmal den angeblichen Finanzbedarf genau beziffern, also auf Heller und Pfennig angeben, wie viel Geld der Bürger (und Bürgerinnen!) sie wofür haben und ausgeben wollen.
Nein, das tun sie aber nicht, das können sie nicht. Ist ihnen ja auch wurscht. Sie wollen für das heuchlerisch evangelische Gesülze der Frau Göring-Eckardt und für die maliziöse Demagogie des Alt-Kommunisten Trittin bloß einen Blanko-Scheck.
Politik der Hasardeute und Bevormunder – gibt es dafür tatsächlich Wähler in Deutschland?
(29. April 2013)

Block- und Platzwart.
Daß die Grünen und die mit ihnen koalierenden Sozialdemokraten tendenziell irre sind, zeigt sich an ihrer Hardcore-Fraktion, der Spitze der Bewegung: Die ist es ganz entschieden. In Berlin-Kreuzberg haben die das krasse Sagen und eine Frauen-Quote für Straßennamen durchgesetzt. Das hat dazu geführt, daß ein Platz nicht nach dem berühmten jüdischen Aufklärer Moses Mendelssohn benannt wurde, sondern auch nach seiner bis dato völlig unbekannten Frau. Also neues politisch korrektes (?) Platzungetüm: "Fromet- und Moses-Mendelssohn-Platz".
Was, wenn man dermaleinst eine Straße zum Ruhme des grünen Außenministers Joschka Fischer benennen wollte?! Die müßte doch dann so heißen: "Edeltraud-, Inge-, Claudia-, Nicola-, Minu- und Joschka-Fischer-Straße". Klasse, großartig. Ähnlich übrigens beim Vielehen-Genossen Altkanzler Schröder.
Bange Frage: Was ist mit den Geliebten? Haben die keine Rechte? Und überhaupt: Fünf Meter lange Straßenschilder – das wär‘ doch was. Eine Touristenattraktion! Danke, Grünrot!
(28. April 2013)

Kontexte.
Die Querelen um den Münchner NSU-Prozeß rufen natürlich auch die guten Kulturmenschen von der 3sat-„Kulturzeit“ auf den Plan. Dazu begrüßen sie live einen Journalisten der „Stuttgarter Wochenzeitung ‚Kontext‘“. Kenne ich gar nicht. Stuttgarter Wochenzeitung „Kontext“? Nanu, was ist mir denn da entgangen? Und wer ist dieser offensichtlich bedeutende Wochenzeitungskollege, von dem ich auch noch nie gelesen und gehört habe? Er zeigt jedenfalls keinen blassen Schimmer von Recht, Gesetz und Politik. Bloß entschiedenes Engagement, gegen Rechts und Justiz.
Mit großem Getue wirft er der Justiz vor, den NSU-Prozeß übereilt angesetzt zu haben, bevor alle Tatbestände aufgeklärt seien, beispielsweise der Mord an der Polizistin in Heilbronn. Da könne man mal sehen!
Da kann man mal sehen, was sich so als Journalist rumtreibt und von der immer wieder kindischen 3sat-Redaktion auf den Schirm gelassen wird. Die Justiz durfte nämlich gar nicht warten.
Denn: Man darf einen Verdächtigen (Beate Zschäpe), für den (und die) vor einem Urteil die Unschuldsvermutung gilt, nicht unbegrenzt in U-Haft lassen. Als Höchstgrenze gilt in Deutschland: 6 Monate. Davon kann nur in Ausnahmefällen durch OLG-Beschluß abgewichen werden. Es mußten deshalb schon U-Häftlinge auf freien Fuß gesetzt werden. Mehrfach wurde überlange deutsche U-Haft vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte als Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention gerügt. Hätte auch für Frau Zschäpe gegolten. Menschenrechte gelten nämlich auch für mutmaßliche Rechtsextreme, egal ob faschistoide Anti-Faschisten das nun verstehen oder nicht. Hätte man Zschäpe wegen Saumseligkeit der Justiz entlassen müssen, dann hätte ich das Mordsgeschrei hören wollen, zum Beispiel von einer "Stuttgarter Wochenzeitung" und natürlich den Gerechten bei 3sat.
Also klar, daß in München der Prozeß wegen der Morde an 9 Türken und Griechen anberaumt wird, auch wenn im 10. Mord an der Polizistin in Heilbronn noch ermittelt wird.
Davon hat aber weder der Journalist der „Stuttgarter Wochenzeitung Kontext“ eine Ahnung, noch der 3sat-Moderator, dem dazu keine den Unfug korrigierende Nachfrage einfällt. Das kommt davon, wenn der erweiterte Kulturbegriff der feuilletonistischen Naivlinge auch nach (Rechts-)Politik greift.
Ach ja, und was ist denn das überhaupt für eine „Stuttgarter Wochenzeitung“ des fachunkundigen Journalisten? Wikipedia hilft auch hier: „Die nach eigenen Angaben unabhängige Internetwochenzeitung Kontext entstand während der Auseinandersetzungen um den Bau des neuen Stuttgarter Hauptbahnhofs „S 21“. Sie wurde im April 2011 gegründet vom langjährigen Chefreporter der Stuttgarter Zeitung, Josef-Otto Freudenreich. Anlass war der so genannte schwarze Donnerstag am 30. September 2010 im Stuttgarter Schlossgarten, an dem die zur geplanten Räumung des Parkes eingesetzte Polizei Wasserwerfer gegen gewaltfrei agierende Demonstranten einsetzte und mehrere von ihnen zum Teil schwer verletzte. Das digitale Medium erscheint jeweils mittwochs neu und jeweils samstags in gedruckter, in der Regel auf ein Blatt reduzierter Form als Beilage der Westausgabe der „tageszeitung“ (taz). Die bereits befürchtete Einstellung des „Blattes“ konnte nach dem Erreichen der Zahl von 926 Abonnements vermieden werden.“
926 Abonnenten aus der Stuttgart-21-Szene! Ist die 3sat-Redaktion noch bei Trost? Nein, ist sie nicht. (War sie noch nie.)
(21. April 2013)

Pulsschlag.
Auch N24 berichtet live über die Bostoner Ereignisse. Die beiden Morderatorinnen sind für aktuelle Spannung unter Strom prädestiniert. Die eine heißt Stephanie Puls, die andere Tatjana Ohm. Ob das Künstlernamen sind?
(19. April 2013)

Warte nur balde.
Die feuilletonisierende Laienspielschar, die in der „Kulturzeit“ des TV-Programms „3sat“ den Ton angibt, versagt nicht nur in dem, was sie für ihr Metier hält – ganz besonders grotesk wird es, wenn man sich dort in Politik versucht.
Dazu hier bald mehr! (siehe oben, 21. April 2013)
(17. April 2013)

Kleines Einmaleins.
Petra Gerster, die Moderatorin der ZDF-heute-Sendung, gehört zu den erfreulicheren Erscheinungen der aktuellen TV-Branche. Aber auch sie kann uns schockieren. Sagt sie doch, der Gründer der nordkoreanischen Kim-Dynastie „wäre heute hundertundeins Jahre geworden“. Würde sie auch sagen, dass ein Kind eins Jahr alt geworden ist? Oder von "Tausendundeins Nacht" berichten? Hoffentlich nicht. Das kann doch die „Kulturzeit“ von „3sat“ machen.
(16. April 2013)

Das Ricksmuseum – irgendwas mit Medien.
In der werktäglichen Fernsehsendung „Kulturzeit“ des angeblichen TV-Kulturprogramms „3sat“ wird vorgeführt, daß man dort von Kultur in Wahrheit gar keine Ahnung hat. Der aus unerfindlichen Gründen stets selbstgefällig-manierierte Moderator Ernst Grandits (naja: Wiener...) kündigt einen Beitrag zur Eröffnung des „Ricksmuseums“ an. Wie bitte? Ricksmuseum? Oder Rick's Museum? So wie Rick’s Café Américain in Casablanca? Nein, er meint tatsächlich das weltberühmte einzigartige Amsterdamer „Rijksmuseum“, das nicht Ricksmuseum heißt und ausgesprochen wird, sondern (cum grano salis) Reiksmuseum – was natürlich mit „Reich“ zu tun hat, also das nationale Museum ist.
Es ist auch nicht nur der Fernseh-Kultur-Moderator schwer schimmerlos, sondern dito der Autor des so peinlich angekündigten Film-Beitrags über das wiedereröffnete Museum; auch bei dem heißt es „Ricksmuseum“. Es ist haarsträubend – und kein Redakteur greift ein: Die schreiende Dummheit, die Bildungskatastrophe geht ungebremst auf Sendung. Unfaßbar, gehört aber zum Bild, das auch die öffentlich-rechtlichen Anstalten mehr und mehr bieten: Verlotterung, Inkompetenz, Gesinnung als Ersatz von Bildung und Wissen. Es ist wohl so: Auch das Gebührengeld verdirbt den Charakter.
Was geht da vor, was geschieht mit uns? Na klar: „Irgendwas mit Medien.“
(15. April 2013)

Abschiet.
Auf dem Wahlparteitag der SPD hat Steinbrück seine Kanzlerbewerbungsrede gehalten. Danach ist nun wirklich klar: Die SPD sollte nicht nur ihr Wahlprogramm verabschieden, sondern auch den Kandidaten. Oder sich selber.
(14. April 2013)

Klartext im Stummfilm.
Die SPD, jedenfalls ihre Reklameabteilung, ist völlig von der Rolle. Der bei einer Leiharbeitsfirma geklaute Wir(r)-Slogan war ja schon eine Grotesknummer. Aber die peinliche Unfähigkeit der Andrea-Nahles-Truppe hört nicht auf. Beim Parteitag der Sozialdemokraten in Augsburg wird ein Film gezeigt von der "Klartext-Tour" des Kandidaten Steinbrück.
Was sieht man?: Standfotos (also Dia-Schau). Und was hört man?: Dudelmusik. Kein Wort. Kein einziges Wort! Zum Klartext ein Stummfilm! Nicht zu fassen.
Wenn die so regieren wie sie Wahlkampf machen, dann gute Nacht.
(14. April 2013)


»Griechische und römische Mosaiken« Ein Buch aus der Ewigkeit und für die Ewigkeit. Eine Sammlung antiker Mosaiken, atemberaubend in ihrer Schönheit und Raffinesse.
Einmal mehr sieht und versteht man vom Donner gerührt, daß unser an der Zeit gemessener Fortschrittsbegriff bei näherer Betrachtung ein eitler Nonsens ist. ("Wir wollen Deutschland nach vorne bringen" und ähnlicher Tinnef).
Die hier wundervoll gezeigten Kunstwerke stehen großer zeitgenössischer Kunst in gar nichts nach und sind auf ewig nicht zu übertreffen. Nur am Rande sei vermerkt, daß sie mit ihrer Pixelhaftigkeit natürlich einen Extra-Nerv in der heutigen Bilderwelt treffen.
Das prächtig-mächtige Buch ist teuer, es kostet satte 118 Euro. Doch ist es den Preis wert; die Fotografien sind hervorragend, der Druck ganz makellos, die sachkundigen Texte auf dem Punkt, also ungeschwätzig. Außerdem: Dieses Buch macht aus dem empfänglichen Betrachter einen besseren Menschen und hält länger als ein Parfüm.


Wir-Kopf.
Heute lese ich, daß Kanzlerkandidat Steinbrück das Wahlkampfmotto der SPD verkündet habe: "Das Wir entscheidet". Wahrscheinlich ein  Druckfehler, es fehlt das zweite r.
(10. April 2013)

Lusitanische Popanze.
Krise in Portugal. Ein Sparplan der Regierung ist vom obersten Gericht verworfen worden. Es sollte zum Beispiel die karge Hilfe für Arbeitslose besteuert werden. Also Krisensitzung. Die Politiker fahren vor. Natürlich mit den schwersten Limousinen der deutschen Superklasse, z.B. Daimler, BMW - was sonst? Portugal ist ein schönes Land. Aber soll man spätestens da nicht das Kotzen kriegen?
(8. April 2013) 

Zusammengeschustert.
Was die Gewerkschaften sich einbilden! Der Vorsitzende der Steuergewerkschaft meldet sich zu Wort, wenn über Steueroasen, Steuerbetrug, Steuerflucht etc. debattiert wird. Das geht den Interessenvertreter aber gar nichts an, der soll sich um die Arbeitsbedingungen der Mitglieder kümmern. Dito die obersten Polizeigewerkschafter: Geben stets und ständig ihren Senf zu Fragen von Verbrechen und Strafe, von Kriminalitätsbekämpfung etc. Es fehlt nur noch, daß die IG Metall uns erklärt, wie man Edelstahl herstellt und wie dick Autobleche sein müssen!
Wie heißt es so richtig bei der Gewerkschaft der Schuhmacher? Genau: Schuster, bleib' bei Deinem Leisten.
(7. April 2013)

Schöne Zeiten.
In was für Zeiten sind wir geraten! Präsident Obama lobt eine Juristin als zäh und brillant und schickt noch ein Kompliment hinterher: sie sei "die bestaussehende Generalstaatanwältin". Das stimmt, ich habe Fotos gesehen. Aber Obama wird von einem Shitsturm veranlaßt, sich für diese "sexistische" Bemerkung zu entschuldigen.
Sind denn alle verrückt? In was für Zeiten sind wir geraten, wenn man die Schönheit einer Frau nicht mehr bemerken und bewundern darf?! Armselig, verlogen, vollidiotisch repressiv - und das soll Fortschritt sein?
(6. April 2013)

Die Farbe der Lüge.
In Frankreich bunkert ein sozialistischer Minister viel Geld in einer Steueroase, belügt darüber das Volk, das Parlament, seine Regierung und den Präsidenten. Ein enger Berater des sozialistischen Präsidenten Hollande, der bekanntlich einen blödsinnigen (weil schädlichen) Feldzug gegen Reiche und hohe Einkommen führt, unterhält Firmen ebenfalls in Steueroasen außerhalb Frankreichs.
Das Volk ist entsetzt, das Ausland wundert sich. Ja, hat denn keiner die herrlichen Filme von Claude Chabrol gesehen? Da kann man doch alle diese Typen von rechts bis links ausführlichst besichtigen.
(5. April 2013)

Rappel.
Der Chef der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, hat zum Gehampel von Nordkorea das Richtige gesagt: "Atomwaffen sind kein Spielzeug."
Deshalb muß man das dicke Kind von Pjöngjang jetzt unbedingt in ein Laufställchen setzen und ihm das Räppelchen wegnehmen. Ein Schnuller tut es auch.
(4. April 2013)

Schädlich.
Lese gerade von neuen Plänen, die Diäten der Bundestagsabgeordneten mal wieder zu erhöhen, und bemerke, daß Diäten fachsprachlich "Abgeordnetenentschädigungen" sind! Wofür werden die denn entschädigt? Viele von denen müßten doch Schadenersatz an die Wähler zahlen.
(3. April 2013)


Kennen Sie Harry Walter? Sollten Sie aber. Er war der Mann hinter den großen Wahlerfolgen der SPD in der Ära von Willy Brandt und Helmut Schmidt. Ein wichtiger Wahlkampfmanager der CDU sagte damals voll professioneller Bewunderung: „Harry Walter ist der Vater des modernen Wahlkampfs in Deutschland.“
So ist es. Der Mann hat die Methoden und Mittel kommerzieller Werbung in die Politik übertragen, er hat Schluß gemacht mit der öden selbstgestrickten Funktionärs-Parteipropaganda, die keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlockte, geschweige denn einen unabhängigen Wähler.
Das Gerede von „Wahlkampf als Waschmittelwerbung“ war aber großer Unsinn. Es geht beim Wahlkampf um Kommunikation mit Massen, um Information für viele Millionen Menschen, Anhänger und Gegner, Desinteressierte und Skeptiker. Für solche Kommunikation gelten eigene Gesetze, und es brauchte einen Menschen, in dem sich das auch wissenschaftlich fundierte Interesse an den Bedingungen und Möglichkeiten der Massenkommunikation verband mit profunder Menschenkenntnis und einem einzigartigen Instinkt für die Kampagnen, für das Campaigning.

In diesem Buch wird das Phänomen Harry Walter gezeigt und analysiert. Seine Kampagnen in Deutschland und auch international.
Das imposante Werk fußt auf einer Arbeit der Designerin Jana Polgart, die mit dem Titelhelden intensiv zusammengearbeitet und in seinem Umkreis viel Wissenswertes recherchiert hat. Sie sagt: „Dieses Buch verbindet Geschichte, Politik, Kommunikation und Gestaltung mit spannenden Geschichten aus dem Leben eines erfolgreichen Beraters. Es geht um die Beantwortung wichtiger Fragen zum Thema Campaigning von einem einzigartigen Mann des Fachs.“
Ich empfehle das Buch sehr. Es ist enorm interessant und es ist ein schön gemachtes Buch mit vielen Dokumenten, auch dem berühmten Willy-Brandt-Foto, das Harry Walter in einem glücklichen Augenblick schoss. Außerdem, das will ich nicht verschweigen, komme ich auch drin vor, was mich ehrt und erfreut. Jana Polgart schreibt: „Wie sagte Hubert Maessen so schön in seinem Interview für das Buch: „Man kann auch einiges lernen, aber man kann nie Harry Walter werden.““
Für Bestellungen: ISBN-Nummer 978-3-00-038087-7 oder direkt beim Verlag: Helmut Schmidt Medien GmbH, Burgstr. 3, 53505 Kirchsahr. Für so gut wie geschenkte 39,50 Euro.


Getürkt.
Wie man mit Nachrichten fälscht (aus Unfähigkeit oder mit Absicht), muß man leider dauernd sehen, hören und lesen. Besonders dreistes Beispiel heute vom Bayerischen Rundfunk. Er meldet: "Der Vorsitzende der türkischen Gemeinde in Deutschland Kolat hat die Entscheidung des Münchner Oberlandesgerichts, keinen türkischen Journalisten zum NSU-Prozess zuzulassen, als "Skandal und Schande" bezeichnet." Das Gericht hat aber keineswegs entschieden, "keinen türkischen Journalisten ... zuzulassen." Es hat, wie vorgeschrieben, die Plätze im Gerichtsaal einfach nur nach der Reihenfolge der Anmeldungen vergeben, ohne überhaupt auf Nationalität zu achten.
Also: Ist so eine Meldung nicht eine richtige Sauerei!? Und wie kommt sie zustande? Nachrichten sind merklich auf den Hund gekommen, weil auch dort die schlampige Schnurzigkeit (Ikearegal-scheißegal) flagrant um sich greift. Ein Problem sind auch Redakteure mit Sendungsbewußtsein, die durch ihre segensreiche Tätigkeit die Welt verbessern wollen. Nur: Das ist nicht ihre Aufgabe. Jedenfalls nicht mit Nachrichten.
(26. März 2013)

Bankraub.
Zyprioten und Russen regen sich über die EU auf; sie beschweren sich über Enteignung. Aber sie sind gar nicht von Brüssel und Merkel enteignet worden. Enteignet wurden sie vorher, nämlich von den Pleitebanken.
(25. März 2013)

Der Qualität.
Heute wieder im nationalen Qualitätsradio die um sich greifende Sprachunfähigkeit - besonders verbreitet in Hörfunk und Fernsehen. Sagt die Moderatörin: "Qualität hat seinen Preis."
Da leidet nicht nur die Qualität. Da leidet auch der Hörer. Unglaublich, daß man so was jetzt in Serie hören muß. Täglich. Auf jeder (aktuellen) Welle. Was ist da los? Woher diese Unbildung und/oder schlampige Wurschtigkeit? Ich sage es nicht gern: Aber es wird tatsächlich immer schlimmer!
(23. März 2013)

Die Zeit-Journalistin Elisabeth Niejahr hat ein schlimmes Schicksal gemeistert. Vor Jahren wurde ihr Kopfhaar immer schütterer, der Frau drohte sichtlich eine Glatze. Eines Tages hatte sie wieder volles, wahrscheinlich künstliches Haar. Aber wie spricht sie heute der Moderator von "Phoenix" an? "Bei uns ist Elisabeth Niehaar ..."
Was es alles gibt!
(19. März 2013)

Meine Bank, mein Geld, meine Pleite.
Große Aufregung, weil Kunden zypriotischer Banken für deren Mißwirtschaft etwas zahlen müssen. Die kleinen Leute könnten doch nichts dafür. Die kleinen deutschen Steuerzahler aber auch nicht.
(18. März 2013)

Wir sind Gegenpapst.
Das ist schon verblüffend, wie der neue Papst Franziskus aus dem Stand einen Katholizismus mit menschlichem Antlitz schafft. Aber die Deutschen werden natürlich etwas finden, was sie ihm übelnehmen können - das wäre doch gelacht.
(16. März 2013)

Tatort Deutschland.
Über den neuen „Tatort“ mit Til Schweiger ist vor und nach der Ausstrahlung viel Gift und Galle verspritzt worden. Sagt heute eineTV-Moderatorin, das sei merkwürdig, wo doch der Schweiger so erfolgreich sei.
Ja, aber das genau ist doch der Grund: Weil er so erfolgreich ist, wird er niedergemacht. In Deutschland ist das so üblich.
(11. März 2013)

Tagesschau verstrahlt.
Wußten Sie schon, daß bei dem Reaktor-Unfall Fukushima etwa 16.000 Menschen ums Leben gekommen sind?
Nein, wußten Sie nicht? Aber die Tagesschau der ARD weiß das. Jedenfalls hat sie das heute früh verbreitet. Hier die erschütternde Meldung:
„Japan gedenkt heute der Opfer der verheerenden Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe vor zwei Jahren. Ein Erdbeben der Stärke 9 hatte damals den Nordosten des Landes erschüttert und eine bis zu 20 Meter hohe Tsunami-Welle ausgelöst. In der Folge kam es zu einem Reaktor-Unfall im Kernkraftwerk Fukushima. Dabei kamen etwa 16.000 Menschen ums Leben. Tausende gelten immer noch als vermisst."
Das ist deswegen eine sensationelle Exklusiv-Meldung der Tagesschau, weil sie falsch ist. Es sind Opfer des Erdbebens uind der Flut. Nicht des Reaktors.
Viele Menschen glauben, daß ARD-Sender wie der NDR propagandistisch verstrahlt sind. Wie will man da heute widersprechen? Oder sollen wir annehmen, daß die Nachrichten-Redakteure in Hamburg einfach unfähig sind?
(11. März 2013)

Steuererklärung.
Es ist wirklich unerhört, wie Politiker die Bürger für dumm verkaufen wollen. Zum Beispiel die notorische Andrea Nahles, Generalsekretärin (Sekretärin!) der SPD. Die Pläne zu neuer Vermögenssteuer und Erhöhung von Steuersätzen begründet sie heute so: man brauche das Geld schließlich zum Schuldenabbau und zur Finanzierung der Bildung trotz Schuldenbremse.
Was für eine dreiste Argumentation. In die Wahrheit übersetzt heißt das: Weil wir seit Jahren Schulden machen wie die Irren, brauchen wir mehr Steuern. Und weil wir demnächst keine Schulden mehr machen dürfen, aber trotzdem wie bisher mehr Geld ausgeben wollen als wir einnehmen, müssen wir die Bürger schröpfen. Man macht die Schulden also beim Steuerzahler. Dem braucht man ja nichts zurückzuzahlen.
Welch dummdreiste Bande, diese rotgrüne Mesalliance.Schade um die von allen guten Geistern verlassene Sozialdemokratie.
(11. März 2013)

Balsamicone.
Der venezolanische Despot Hugo Chavez soll einbalsamiert und im Museum aufgebahrt werden. Das ist eine gute Idee! Das hätte man schon zu Lebzeiten machen sollen.
(8. März 2013)

Auf freier Prothese.
Das war doch wieder mal große Klasse, als die ZDF-heute-Moderatorin Petra Gerster über das Kautionsverfahren des doppelt beinamputierten mordverdächtigen Oscar Pistorius sagte: Man habe lange darüber verhandelt, "ob er auffreien Fuß kommt". Wunderbar!
(22. Februar 2013)

A-Kim.
Nordkoreanischer Atomtest? Unterirdisch!
(12. Februar 2013)

Versetzunggefährdet.
Im Online-Auftritt der F.A.Z. schreibt Melanie Mühl über den Seximus-Talk bei Jauch:
„Ansonsten waren noch Hellmuth Karasek gekommen (das Dirndl sei erfunden worden, damit man Frauen auf die Brust sehen könne),  Alice Schwarzer, Silvana Koch-Mehrin, Anne Wizorek, die Initiatorin des Twitter-Hashtags #Aufschrei, und Wibke Bruhns, die einen solchen Unsinn von sich gab (Männer und Frauen sind verschiedene Spezies, jede Frau könne sich wehren, wenn ihr etwas nicht passe etc.,), dass man sich ins Jahr 1972 zurückversetzt fühlte.“
Frau Mühl fühlt sich ins Jahr 1972 zurückversetzt? Stramme Leistung. Sie ist nämlich 1976 geboren. Soviel zum Gefühlsleben verwirrter Frauen.
(2. Februar 2013)

Arme Alice.
Alice Schwarzer ist zweifellos eine kluge Frau. Clever ist sie auch. Wie sie Kampagnen ins Werk gesetzt hat, Demagogisches kein bißchen scheuend: Alle Achtung! Außerdem ist sie eine wirklich reizende und liebenswürdige Frau – wenn sie nicht gerade auf dem Kriegspfad ist und man zum Gegner gehört. Aber mit den Jahren, mit den Erfolgen ihrer feministischen Ideologie hat sie doch mehr und mehr Gefühl und Blick für Wirklichkeit verloren. Jüngstes Beispiel: Wie sie frohlockend beim „Sexismus“-Zirkus mitmacht. Altes Schlachtroß trabt wiehernd in die Manege. Heute zweispaltig in der F.A.Z. Dortfährt sie mit einer grotesken Retourkutsche vor:
„Die sexuelle Belästigung ist einseitig und von oben nachunten. Doch sollte es tatsächlich immer noch diesen oder jenen Mann geben, demes schwerfällt zu unterscheiden, habe ich einen ganz einfachen Tipp: Stellen Sie sich die Situation mal umgekehrt vor. Dass zum Beispiel eine ältere Politikerin mit einem jungen Journalisten über Slipgrößen und Jeansmarken scherzt und darüber, was er wie alles so ausfüllen könnte (so wie Brüderle mit Himmelreich über Körbchengrößen). Schockierend? Aber klar doch.“
Arme Alice! Schockierend? Kein Mann würde sich über so etwas auch nur eine Sekunde aufregen oder schämen. Amüsiert, vielleicht sogar geschmeichelt, schmunzelnd oder lachend, so reagierte ein Mann. Der Umkehrschluß geht voll in die Hose.
Wie „Feministinnen“ überhaupt hat Alice Schwarzer den großen Unterschied der Geschlechter einfach nicht kapiert oder höchst neurotisch verdrängt. Sonst wäre ja auch die Hysterie über den belanglosen Brüderle (statt über die fiese Denunziation des verglühenden „Stern“) gar nicht zu verstehen. Der Neuro-Ticker läuft heiß. Lächerlich. Arme Alice.
(30. Januar 2013)

Vernagelt.
Er kann’s auch nicht, der Kanzlerkandidat Steinbrück. Heute verkündet er, die SPD wolle sich um das kümmern, was „den Menschen unter den Nägeln brennt“. Unter den Nägeln brennt gar nichts, denn da ist ja höchstens das Schwarze. Wenn was brennt, dann unter den Füßen und auf (!) den Nägeln. Die Redewendung bezieht sich doch bekanntlich auf schreibende Mönche dunkler Zeiten, die mit Kerzen auf den Nägeln lasen oder schrieben. Aber woher soll eine unterbelichtete Arbeiterpartei so was wissen? In Funk und Fernsehen wird es ja auch ständig falsch gemacht.
(28. Januar 2013)

Das bißchen Verstand.
Ein Herr Hoidn-Borchers, Redakteur beim verglühenden „Stern“, meint über Berlin: „Wo sonst sollte ein Mensch mit fünf funktionierenden Sinnen und ein bisschen Verstand leben wollen?“ Menschen mit mehr als ein bißchen Verstand sehen das ganz anders.
(24. Januar 2013)

Koch-Kurs.
Ist Ihnen das in den Restaurants auch schon aufgefallen? Das Thunfischsteak ist das Jägerschnitzel von heute.
(30. Dezember 2013)

Spültheorie.
Ein Inserat des Bundesministers für Gesundheit (FDP-Mann Daniel Bahr). Ein Dokument des Schreckens. Die Wahrheit über die Zustände in Heimen. Wehrlose alte Männer werden von teuflisch lächelnden Aufseherinnen zum Abwasch gezwungen und müssen auch noch gute Miene zu diesem bösen Spiel machen. Zwang als mehr Selbstbestimmung verkauft. Grausam. Wie chinesische Gehirnwäsche im Umerziehungslager.
Natürlich könnte es auch sein , dass willfährige Werbefritzen mit Hilfe politisch korrekter Gender-Beamten sich dieses furchtbare Fantasie-Bild ausgedacht haben.Ungefähr so: „Die Führungsfigur auf dem Bild muß unbedingt eine Frau sein, und Frauen beim Abwasch können wir unmöglich zeigen. Wir dürfen diese Klischee-Vorstellung nicht unterstützen, nein, wir müssen sie überwinden. Also zeigen wir alte Männer beim fröhlichen Spülen und eine Frau als berufstätige Betreuerin.Damit zeigen wir auch, welche gesellschaftlichen Fortschritte mit und in der Pflege möglich sind! Genial!“ Allgemeines Schulterklopfen!
Das Ergebnis ist natürlich bemerkenswert bescheuert und zeigt in seiner dämlichen Konstruktion das „Klischee“ erst recht. Männer unter Knute & Quote.Und das von der FDP. Wie wär’s wenn Rösler und Bahr den Abwasch machten unter Aufsicht von Claudia Roth? Dann würde ich nicht meckern, das würde mir gefallen!
(21. November 2012)

Roth-Grün.
Claudia Roth bewirbt sich lauthals um die Verlängerung ihres Grünen-Vorsitzes. Stolz bemerkt sie, das von ihr letztlich gebrauchte Wort "Candy-Storm", die große Unterstützung für sie nach der verlorenen Spitzenkandidatur, habe es schon in „Wikipedia“geschafft.
Achja, gute Idee, schauen wir mal bei „Claudia Roth“ in Wiki nach: „Nach zwei Semestern brach sie ihr Studium der Theaterwissenschaft in München ab.“ Mehr braucht man aber auch nicht, um die beleidigt-empörte Knallcharge zu machen.
Und dann noch dies: „Ab 1982 war Roth Managerin der Rock-Band Ton Steine Scherben um Rio Reiser, bis diese sich 1985 wegen Verschuldung auflöste.“ Das ging ja schnell. Ob so was der grüne Möchtegern-Finanzminister Trittin noch schneller schafft?
(17. November 2012)

Freunde und Freunde.
Cem Özdemir, der männliche Bundesvorsitzende der Grünen, hält seine Parteitagsrede. Gefühlte tausendmal sagt er in einer halben Stunde: „Liebe Freunde und Freunde“ - am Anfang und am Schluß eigentlich jeden Satzes, mindestens Absatzes. Entsetzlich.
Und er sagt tatsächlich nicht „Freundinnen und Freunde“ sondern vernuschelt das dynamisch in seinem Holzhammervortrag.
Aber das machen nicht nur die Grünen. Das machen alle Parteien und Gewerkschaften seit dem Zwang zur verkorksten politischen Korrektheit. Bei der SPD heißt das übrigens: „Liebe Genossen und Genossen.“
(16. November 2012)

Wenn schon ...
In Thessaloniki (Griechenland) ist der deutsche Generalkonsul mit Kaffee überschüttet worden und mit Eiern beworfen. So geht es natürlich nicht! Wo waren Brötchen, Speck und Marmelade?
(16. November 2012)

Windows 8?
Windows2001!

Auf diesen Patentstreit warten wir jetzt. Denn daß Microsoft Kubricks „2001“ gründlich geguckt hat, das dürfte doch wohl offensichtlich sein. Das mit viel Angeberei verkaufte Kacheldesign von „Windows 8“ ähnelt dem Design der Cockpits von Kubricks Raumfahrzeugen frappierend.
Die oberen 3 Bilder sind „2001“, die beiden unteren „Windows 8“. Da springt die Inspiration doch ins Auge - oder etwa nicht!?
Der epochale Film „2001“ kam 1968 in die Kinos. Fast 45 Jahre hat es also gedauert, bis sich jemand der Vision in der Wirklichkeit bemächtigt hat. Dass es ausgerechnet Microsoft ist, das wundert Bill-Gates-Hasser natürlich keineswegs; die sind nämlich der Meinung, der Software-Riese habe von DOS bis Windows abgekupfert, was das Zeug hielt.
Bei Windows 8 bin ich auch der Meinung. Denn ein Zufall kann das nicht sein. Dazu ist der Film viel zu berühmt.
Aber man muß es nicht Klauen nennen. Nehmen wir es als Hommage.
(15. November 2012)

Sex-Bomben.
Da wird einem angst und bange, wenn man erfährt, wes Geistes Kind amerikanische Spitzen-Generäle sind. Der eine versteckt seine E-Mail-Korrespondenz mit der heimlichen Geliebten nur dilettantisch, der andere findet neben Afghanistan-Krieg noch Zeit, seiner Flamme zigtausende frivole E-Mails zu schreiben - durchschnittlich 40 am Tag. Und so was könnte Atomkriege führen? Rette sich werkann!
(13. November 2012)

Profit-Kita.
Wie gut und richtig das Betreuungsgeld sein muß, das sieht man schon daran, daß die Unternehmerverbände und der Wirtschaftsteil der FAZ dagegen sind.
(11. November 2012)

Ochsen mit Kuhhandel.
Die Partei hat immer recht! Gilt das auch für die SPD? Offensichtlich: Sie hält 2012 das Betreuungsgeld für „Schwachsinn“ und wirft der schwarz-gelben Koalition einen „Kuhhandel“ (also politischen Kompromiß) vor.
Denselben „Kuhhandel“ hat die SPD 2009 in der Großen Koalition für richtig gehalten und das Betreuungsgeld für 2013 beschlossen. Mit dabei die Troika: Steinbrück (Finanzminister), Steinmeier (Außenminister), Gabriel (Umweltminister).
Das ist das, was die Menschen auch ankotzt: Die Verlogenheit des politischen Betriebs.
(10. November 2012)

Peervers.
Der vortragende Kanzlerkandidat der Sozialdemokratie hat im Bundestag gesagt, das Betreuungsgeld sei „Schwachsinn“. Mal abgesehen davon, daß diese Ansicht auf jeden Fall Schwachsinn ist, kann man ja auch von Herrn Steinbrück keine Achtung für eine Elternunterstützung erwarten, die an seinen Honoraren gemessen einfach nur lächerlich ist: 100 Euro im Monat.
Steinbrück hat von den Bochumer Stadtwerken für einen gemütlichen Talk-Plausch 25.000 Euro bekommen und hat damit in ein paar Stunden so viel verdient, wie man mit Betreuungsgeld in rund 21 Jahren erhalten würde für Arbeit rund um die Uhr.
Obszön - und das war also die Rede von Steinbrück zum Betreuungsgeld deshalb auch. Würg.
(9. November 2012) 

Das Land des unbegrenzten Blödsinns.
Was wird in Deutschland über Obamas Wahlsieg bloß für ein Unsinn verzapft! Die Gehirne sind von besinnungsloser Verehrung für Obama und Hass auf die Republikaner offensichtlich derart vernebelt, daß Fakten einfach nicht gesehen werden.
Angeblich zeigt die Wahl: Die Republikaner („weiße Männer“) haben durch gesellschaftlichen Wandel („Frauen, Schwarze, Latinos“) die Mehrheitsfähigkeit auf immer verloren.
Ach nee!
So wurde in den USA gewählt: 60.193.076 Menschen haben Obama gewählt (50,4 Prozent), Romney erhielt 57.468.587 Stimmen (48,1 Prozent). Also eine Differenz von 2,3 Prozent. Demnach könnte (ohne das verzerrende System der „Wahlmänner“) ein Wechsel von 1,2 Prozent der Wähler genügen, um Sieger und Verlierer zu tauschen. Das ist: nichts!
Außerdem: Wenn das alles stimmte, was man sich in Deutschland für Obama zusammenfantasiert, warum haben dann die mehrheitsunfähigen Republikaner im Parlament (Repräsentantenhaus) wieder die Mehrheit bekommen?
Ja, warum? Weil die Deutschen noch mehr spinnen als die Römer.
(9. November 2012)

Wasser im Wein.
Wenn man sich auf der Homepage der Bochumer Stadtwerke nach Informationen zuder Geldrausschmeiß-Veranstaltung "Atrium-Talk" („25.000 Euro“) umguckt, findet man nur dürftige und peinliche Erklärungen.
Dafür aber die folgende Meldung vom 5.11.2012:
"Beste Weine zu besten Preisen. Qualität hat seinen Preis, heißt es. Das er bei guten Weinen nicht zwangsläufig hoch sein muss, bewies erneut der Weintest des Internetportals rewirpower.de. In diesem Jahr stand die Kür der besten Tropfen unter sechs Euro unter besonderen Vorzeichen: Der Weintest feierte sein zehnjähriges Jubiläum."
Ein Weintest der Stadtwerke? Kommt Wein aus der Leitung? Oder Bochumer Wasser in den Wein? Jedenfalls: Wer schreibt, die "Qualität hat seinen Preis", und das folgende „Dass“ nur mit einem s, der hat auch von Grammatik keine Ahnung. Oder ist besoffen. Weintest? Zum Heulen!
(8. November 2012)

Ämerikä.
Ja, ich hoffe, daß Barack Obama die Präsidentenwahl verliert. Warum? Weil ich dann nicht mehr hören muß, wie man im deutschen Funk und Fernsehen versucht,den Vornamen irgendwie amerikanisch auszusprechen: „Baräck“, „Bärack“ oder „Bäräck“.Dabei spricht man das so, wie‘s da steht: „Barack“.
Hätte man in vier Jahren eigentlich lernen können. Aber bei Kofi „Ännän“ haben es viele ja auch nie kapiert. Und der war (ist) noch nicht mal Amerikaner.
P.S.: Hat das auch was mit politischer Bildung zu tun? Na klar.
(4. November 2012)

Erlaubnis oder Verbot?
Shame and scandal! Wie wenig doch ist das Grundgesetz ("die freiheitlich-demokratische Grundordnung") in Deutschland Fleisch und Blut geworden! Noch nicht mal die Medien können sich vom Obrigkeitsstaat befreien. Immer wieder kann man das lesen und hören und sehen.
Heute wieder: Es wird berichtet über eine Demonstration der Rechtsaußen-Organisation "Pro NRW" vor einer Moschee und gegen Islamismus, etwas, bei dem es mit Hilfe von Gegendemonstranten zu gewalttätigem Ärger kommen kann. Aber die Demonstration sei vom Gericht erlaubt worden, sagen Moderator und Reporter. Leider voll daneben. Nein, sie ist vom Gericht nicht verboten worden. Erlaubt ist sie durch Artikel 8 des Grundgesetzes.
Derselbe Blödsinn ist immer wieder über Parteien zu hören: Die NPD sei eine erlaubte Partei. Nein, Parteien brauchen keine Erlaubnis (von wem denn?). Sie können nur bei Gefährdung des demokratischen Staates vom Bundesverfassungsgericht verboten werden.
Doch, doch, das ist ein erheblicher Unterschied. Es ist der Unterschied zwischen Demokratie und Obrigkeitsstaat. Nach dem Grundgesetz brauchen wir nämlich keine Erlaubnis mehr für unsere Rechte. Wir können sie nur verwirken.
(27. Oktober 2012)

Künasta la vista.
Das Radio meldet: "SPD und Grüne haben im Bundestag einen Gesetzentwurf zur Einführung einer Frauenquote eingebracht. Die Vorsitzende der Grünen-Fraktion, Künast, betonte in der Debatte, wenn es nach der Qualifikation ginge, wären die Chefetagen voller Frauen." Kann sein, aber dann wäre Frau Künast ganz bestimmt nicht dabei.
(26. Oktober 2012)

Doktorspiele.
Was die mir völlig gleichgültige Frau Schavan mit ihrer jetzt gründlich untersuchten Doktorarbeit abgeliefert hat, ist die Plagiats-Aufregung nicht wert. Kein Vergleich mit dem dreisten betrügerischen Machwerk eines fränkischen Freiherrn. Ein paar Zitierschlampereien, sinngemäßes Referieren von Lesefrüchten ohne Fußnote, das ist es schon.
Es ist das, was ganze Generationen von Studenten gemacht haben, und was Doktorväter wohlwollend übersehen oder geduldet haben, wenn es nicht übertrieben war – sie hatten es im Zweifel ja genauso gemacht. Machen übrigens, wie ich ziemlich genau weiß,  auch Journalisten stets und ständig.
Wie sich die Grünen und die SPD jetzt auf die Ministerin stürzen, das ist wirklich schlimmer als das, was damals die kleine Studentin gemacht hat und die Universität hat gelten lassen. Ändert sich denn dadurch etwas an der Politik der Ministerin? Nein, der selbst schon plagiatorische oppositionelle Beiß-Reflex ist menschlich mies und politisch eine der handelsüblichen Schweinereien, die alle Sprüche von „Politik für die Menschen“ etc. mal wieder Lügen strafen. Nämlich grünes Grundsatzprogramm: „Im Mittelpunkt unserer Politik steht der Mensch mit seiner Würde und seiner Freiheit. Die Unantastbarkeit der menschlichen Würde ist unser Ausgangspunkt.“ Und SPD, letztes Parteiprogramm: „Die Menschen sollen in gegenseitigem Respekt vor der Würde, der Kultur und der Leistung ihrer Mitmenschen zusammenleben.“
Hohle Phrasen. Schlimmer als jedes Plagiat.
(16. Oktober 2012)

Berufsbild.
Ich weiß, es ist nicht sehr anständig. Aber immer, wenn ich den Umweltminister Peter Altmayer sehe, fällt mir ein: Die Biomasse in Person.
(14. Oktober 2012)

Nimm zwei.
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, eine Frau Mechthild Dyckmans, beantwortet in der F.A.Z. den Fragebogen „Ich über mich“, bei dem man Sätze vervollständigen muß. Der erste Satz lautet: „Ein guter Arbeitstag beginnt mit...“ - Antwort der Drogenbeauftragten „... zwei Tassen Kaffee ...“. Da staunt der Fachmann, und der Kiffer wundert sich.
(13. Oktober 2012)

Friedensnobelpreislein.
Was ist das bloß für ein Bohei um diesen Friedensnobelpreis aus dem 5-Millionen-Einwohner-Ländchen Norwegen!? Der ist (außer beim Geld) nicht mehr wert als die Entscheidung beispielsweise der Doppelkopfrunde meiner lieben Frau oder des SPD-Vorstands von Wanne-Eickel.Man lese bei „Wikipedia“, wie und von wem das Friedensnobelpreislein vergeben wird. Mehr braucht man dann zu dieser lächerlichen Hochstapelei nicht mehr zu sagen.
„Das Komitee zur Vergabe des Friedensnobelpreises besteht aus fünf Personen,die vom norwegischen Parlament ausgewählt und ernannt werden. Diese Auswahl gilt für einen Zeitraum von sechs Jahren, wobei die Mitglieder auch wiedergewählt werden können. Die politische Zusammensetzung des Parlaments spiegelt sich dabei naturgemäß auch in der Zusammensetzung des Komitees wider.Das Komitee selbst wählt aus seinen Reihen den Vorsitzenden und dessen Stellvertreter. Der Direktor des Nobel-Institutes stellt den Sekretär des Komitees dar. Obwohl es sich dabei nicht um eine Vorgabe handelt, waren bislang alle Vertreter dieses Ausschusses Norweger.
Das Komitee ist in seiner Entscheidung vollkommen unabhängig von äußeren Einflüssen. Die Sitzungen müssen nicht protokolliert und Entscheidungen nicht gerechtfertigt werden, auch dann nicht, wenn es zu gegensätzlichen Meinungen kommt. Entsprechend nimmt das Komitee auch in den nach der Vergabe folgenden Diskussionen nie Stellung zur Entscheidung.“ Soweit Wikipedia.
Da lachen doch nicht nur die Hühner.
(12. Oktober 2012)

Mit beiden Stilettos auf dem Diamanten.
Das dürfte vielen Damen ein Glitzern in die Augen gezaubert haben, die Meldung nämlich, Forscher hätten einen Planeten entdeckt, der zu großen Teilen aus Diamant besteht.
Wie sagte Marylin Monroe in dem berühmten Film von den besten Freunden eines Mädchens, als sie ein Diadem ins Haar gedrückt bekam? "Ist es nicht herrlich, daß man Diamanten auch auf dem Kopf tragen kann!"
Ab jetzt wird davon geträumt, mit beiden Stilettos auf Diamant zu stehen.
(12. Oktober 2012)

Das Internet über Kachelmanns Claudia D.Kachelmann & Dinkelfrau.
Der Wetterfrosch Jörg Kachelmann hat ein Buch geschrieben, in dem er mit der Frau abrechnet, die ihn wegen angeblicher Vergewaltigung angezeigt hatte – und überdies schlägt er gegen all ihre Parteigängerinnen und -gänger wütend um sich. Kachelmann mußte bekanntlich freigesprochen werden, was ich in meinen einschlägigen Radiokommentaren von Anfang an prophezeit hatte: Zu durchsichtig war das Manöver der betrogenen Frau. Dazu William Congreve, 1697: „Heav'n has no Rage, like Love to Hatred turn'd / Nor Hell a Fury, like a Woman scorn'd.“ So ist es, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.
Nun hat Kachelmann in seinem Buch die Frau nicht Claudia-D-Punkt genannt, sondern ihren vollen Namen hingeschrieben, wogegen die Anwälte der Dame eine Einstweilige Verfügung durchgedrückt haben.
Was soll das?! Die Frau hat sich nach dem verlorenen Prozeß groß in der „Bunten Illustrierten“ präsentiert, seit nunmehr Jahren kann man mit einem einzigen Mausklick im Internet lesen  (Klick auf gelben Balken), es handele sich um eine Claudia Simone Dinkel,eine Radiomoderatorin beim Schwetzinger Lokalradio „Radio Sunshine“.
Nehmen wir mal an, das sei so: Wieso kann man Kachelmann mit vollem Namen an den Pranger stellen und soll der Frau, die ihm das ohne stichhaltigen Beweis beschert hat, der Schutz der Anonymität gewährt werden? Das ist unfair und paßt zu der (politisch völlig unkorrekten) Hysterie, die Frauen systematisch zu Opfern der Männervergewaltigung erklärt, vom Bett bis in die Vorstandsetage. Ein Irrenhaus!
(12. Oktober 2012)

Leck mich!
Jetzt gibt es das Postwertzeichen (vulgo: Briefmarke) mit dem Porträt Helmut Kohls. Das erinnert mich an den knarzigen Bundespräsidenten Gustav Heinemann, der partout nicht auf eine Briefmarke wollte.
Warum? Weil ihn  dann jeder von hinten lecken könne. Ein kluger Mann!
(11. Oktober 2012)

Wetten dass vor der Gaskammer.
Beim ersten Lanz'schen „Wetten dass ...“ gab es diese Wette:Nackte angemalte Body-Painting-Menschen sollten das Vereinsemblem vom Fußballverein „Fortuna Düsseldorf“ bilden.
Die „Rheinische Post“ (Motto: „Zeitung für Politik und christliche Kultur“) fühlte sich beim Anblick der wartenden angemalten Damen „an einen Spielberg-Film in Schwarz-Weiß“ erinnert, „mit Scheinwerfern und dem Nebel“ und „nackte Frauen“, die „gehorchten, rannten, bedeckten ihre Brust mit den Händen“.
Spielbergs Schwarz-Weiß-Film ist „Schindlers Liste“. Scheinwerfer, das sind die auf den Wachtürmen der KZs, nackte Frauen, die gehorchen, rennen, ihre Brust mit den Händen bedecken, das sind die selektierten nackten Frauen, die zur Gaskammer getrieben wurden und ihre Menschenwürde damit behaupteten, daß sie Brust und Scham vor dem Blick der Mörder verbargen.Daß einem Schreiberling so etwas zur Unterhaltung einfällt, das läßt einen erstarren. Und irre könnte man daran werden, daß eine der größten Zeitungen des Landes etwas derart abartig Fürchterliches druckt, ohnezu zucken und sich tags darauf zu entschuldigen.Wie war es möglich? So.
(10. Oktober 2012)

EINE WOCHE  ZUR SACHE
Meine Kommentare vom 1. - 5. Oktober 2012
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City-Maut: Dümmer als man denkt 5.10.2012 WDR 4 Zur Sache

TV-Duell - 1:0 für Romney 4.10.2012 WDR4 Zur Sache

Note Mangelhaft: Die europäische Atomkraft 2.10.2012 WDR4 Zur Sache

Autobahn A40 - Erfolg in einem Rutsch 1.10.2012 WDR4 Zur Sache

Katholischer Terror.
Das ist mal wieder interessant: Wenn man nur ordentlich gewaltsamen Krawall macht, dann sind führende deutsche Politiker umgehend dafür, einen Mohammed beleidigenden Film zu verbieten, obwohl der keinen strafbaren Inhalt hat. Das heißt, terroristische Muslime haben die Macht, das deutsche Grundgesetz (Artikel 5) außer Kraft zu setzen?
Die Katholiken sollten also mal scharf darüber nachdenken, wie sie das nächste Mal auf eine Zeitung reagieren, die den Papst beleidigt. Ich empfehle: Bundespressesamt demolieren, Titanic-Redaktion verwüsten, Bahnhofsbuchhandlungen und Zeitungskioske anzünden, Zeitungsausträger zusammenschlagen. Vielleicht reicht das schon, und die Bundesregierung verbietet die Zeitung. Wenn nicht, muß man eben noch einen Druckereibesitzer erschießen - oder einen Redakteur.
Das ist doch wohl logisch - oder etwa nicht, Herr Westerwelle?
(18. September 2012) 

Bill Mauldin - Goodbye Old FriendTatort Diebstahl.
Da wird der Borowski-Tatort "... und der stille Gast" einhellig höchst gelobt, weil man das mittlerweile tut, weil derAxel Milberg so gut ist, und seine Sidekicks auch, und weil der Drehbuchautor Sascha Arango tatsächlich einmal einen fulminanten Tatort geschrieben hat, nämlich "Borowski und die Frau am Fenster".
Aber "Borowski und der stille Gast" gestern abend?Verfummelter Kopf-Krimi, zusammengequirltes Psycho-Grusel-Zeug bis hin zum peinlichen "Hannibal-Lector-Schluß".
Und dann die schon vorab viel gerühmte Szene, in der Borowski seinem klappernden, siechen Auto den Gnadenschuss gibt.
Ja, was denn?! Ganz klar geklaut, nämlich bei Bill Mauldin, von seiner berühmten Weltkrieg-Zwo-Karikatur "Goodbye Old Friend". Allerdings gut geklaut, zugegeben. Und das ist ja auch schon was in diesen diebischen Zeiten.
(10. September 2012)

Bildungsministerium in FAZ 4.9.2012Abwälen!
Die meisten Werbe-Anzeigen der deutschen Bundesministerien sind schon deshalb rausgeschmissenes Geld, weil sie abgrundschlecht sind.
Daß daran professionelle Agenturen oder Fachleute für Kommunikation beteiligt sind, kann man auf keinen Fall glauben. Das sieht alles so aus, als habe der Minister oder die Ministerin die halben Seiten zusammen mit der Sekretärin auf dem Amts-PC verbrochen.
Allerdings, zugegeben: Es gibt auch jede Menge Agenturen, die auf demselben Niveau arbeiten. Grausam! Aber wahr.
Da paßt es auch, wenn die Rechtschreibung ein peinlicher Witz ist: Heute erscheint eine Dilettanten-Anzeige der Bundesministerin für Bildung und Forschung (z.B. in der F.A.Z.) über gründende Jugend und Deutschland als Land der Ideen - siehe Ausschnitt.
Eine gute Idee wäre es beispielsweise, "Ausgewält"mit h zu schreiben. Vor allem im Bildungsministerium.
Übrigens, bevor Sie mailen oder mich anrufen: Ich schreibe absichtlich mit ß. Erstens sieht es viel schöner aus als SS, und zweitens interessiert mich die bescheuerte Rechtschreibreform einer lächerlichen Kommission und inkompetenter Politiker nicht die Bohne. Aber der Unterschied von Wal und Wahl ist schon bedeutend. Vor allem in der Politik.
(4. September 2012)

Prechtig: Philosophie als Geschwätz.
Ja, wir haben es geahnt: Schlimm und schändlich, daß im ZDF die witzigen, raffinierten, auf höchstem Niveau unterhaltenden Herren Sloterdijk und Safranski ("Das Philosophische Quartett") gegen den sogenannten "Philosophen" Precht ausgetauscht worden sind. Prechts erste Sendung, gestern, in dem einäugigen Fernsehprogramm war erbärmlich langweilig und dumm noch dazu.
Es ging um Schule, und ob sie dumm macht. Ja, Precht lieferte schon mit dem ersten Satz den Beweis in eigener Person; er sagte: "Ein Kind, das Abitur macht, hat auf diesem Weg 100.000 Schulstunden erlebt."
Wir haben uns erlaubt, einmal Kopfrechnen zu üben: Im äußersten Normalfall gehen Schüler 13 Jahre zum Unterricht. Großzügig gerechnet an 200 Tagen im Jahr, noch großzügiger gerechnet für 10 Schulstunden. Das macht 2.000 Stunden mal 13 also summa summarum 26.000 Stunden.
Heißt unterm Strich: Rechnen kann Precht auch nicht.
(3. September 2012)

Hände hoch!
Der grüne Spitzenpolitiker Jürgen Trittin bekennt sich zur Logik der Bankräuber. Er sagt im TV-Interview: "... dass ich jemand bin, der dafür streitet, ... dass wir zum Abbau von Schulden eine Vermögensabgabe brauchen."
So einfach ist das also für den mit Steuergeld versorgten Berufspolitiker: Schulden machen und dann mit Gesetzesgewalt andere Leute ausnehmen, die das Geld zusammengehalten haben. Abgesehen davon, daß dies die Bankrotterklärung der Hasardeure ist und politisch der Amok - ist es nicht auch widerlich?
(2. September 2012)

EINE WOCHE  ZUR SACHE
Meine Kommentare vom 20. - 24. August 2012
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Breivik-Urteil: Recht ohne Gerechtigkeit 24. August 2012 WDR 4 Zur Sache

Saurer Apfel "Homo-Ehe" 23. August 2012 WDR 4 Zur Sache

Wieviel PS braucht der Deutsche 22. August 2012 WDR 4 Zur Sache

Unsere Schulzeit: zu viel und zu früh 21. August 2012 WDR 4 Zur Sache

Freies Nummernschild für freie Bürger 20. August 2012 WDR 4 Zur Sache

Sinkbare FDP.
Vor genau einem Jahr hat der damalige FDP-Generalsekretär Christian Lindner geheiratet. Zum Jahrgedächtnis erinnern wir uns: Die dpa meldete damals, das Paar habe die Flitterwochen an Bord des Ozeandampfers "Queen Mary" verbracht, und zwar auf der "Titanic"-Route.
Wie überaus passend und geschmackvoll! Auf der kreuzt doch die ganze FDP.
(16. August 2012)

Hehler & Stehler.
Die rotgrüne Landesregierung hat Nordrhein-Westfalen zum Hehler für Schweizer Bankräuber gemacht, die gegen üppige Bezahlung Daten klauen. Ob das legal, legitim, moralisch oder sonst was ist, lassen wir mal dahingestellt sein. Mich interessiert: Versteuern die Datendiebe die Millionen, die sie vom Land NRW für die Beute bekommen? Wo? Überweist der NRW-Finanzminister Walter-Borjans direkt in Steuerparadiese?
(10. August 2012)

Deutsches Olympia: 1936 bis 2012.
Man könnte irre werden: Deutsche Olympiafunktionäre haben eine ihrer Sportlerinnen aus dem Team gedrängt. Warum? Weil sie mit einem Rechtsextremen befreundet oder sogar liiert ist.
Das heißt: Unter Fahne & Fackel des Anti-Nazismus wird nazihaft gehandelt: Sippenhaft.
Mir fällt sofort ein, wie die Nazifunktionäre Eheleute zur Trennung gedrängt haben: Scheidung vom jüdischen Partner. Oder Verfemung. Ausschluß aus dem gesellschaftlichen Leben. Ruin. So was geht also heute noch. NOK und NPD Brüder im Geiste. Wie gesagt: Man könnte irre werden.
Übrigens: Ich fand Olympia mit seinen Funktionären und seinem Reichsparteitag-Gedöns immer schon zum Kotzen. Jetzt noch mehr.
(4. August 2012) 

Nachtrag, mit Hammer und Zirkel.
Ein Leser macht mich darauf aufmerksam, das sei nicht nur nazihaft, so hätte es auch die SED-DDR gemacht. Stimmt. Die rotlackierten Faschisten. Vorwärts und bloß nicht vergessen!
(6. August 2012)



















  
  
   DER RETTUNGSSCHIRM HÄLT ...  (siehe "Struwwelpeter", 1858)

Die K-Antwort.
Am 29. Juni 2012 tritt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble im "heute journal" des ZDF auf, interviewt von Claus Kleber. Auf eine Frage antwortet der Minister so:
"Herr Clever, Sie werden nicht erwarten, daß der Bundeskan ... äh ... der Finanzminister irgendeine Äußerung macht, die dann igendjemand interpretieren könnte ..."
Doch, da hat er es gemacht. Seit Helmut Kohl hält Schäuble sich für den besseren Bundeskanzler. Herrje! Und danke, verehrter Sigmund Freud!
(30. Juni 2012)

Noch 'ne Klatsche.
Die Nationalelf hat gegen Italien das Halbfinale vergeigt? Nein, das war doch eher Bayern München. Löw hätte besser Borussia Dortmund zur Nationalelf gemacht und Klopp als seinen Stellvertreter zur EM geschickt.
(29. Juni 2012)

Jildo Fisterfilly!?
Die Zeitungen berichten in ihren Schmunzel-Rubriken, wie Guido Westerwelle immer wieder Opfer seines Nachnamens wird. In Indien schreibt man Guido Wester Welle und, weil man Wester für den Middlename hält, von Herrn Welle. Na, passt schon.
Bedenklich wird der Spaß im Sudan: Dort wird der Minister des Äußersten zu sage und schreibe: Jildo Fisterfilly. Wer weiß, welcher Beliebtheit sich eine sexuelle Praktik mit der Faust ("Fisting"), und zwar "filling", besonders in Homo-Hardcore-Milieus erfreut, kann das nur für eine gezielte Unverschämtheit halten. Und Jildo? Ja, es ist unsäglich gemein, kein Wort mehr davon.
(25. Juni 2012)

Klatsche.
Beate Klarsfeld, aussichtslose Kandidatin der Linkspartei für das Amt des Bundespräsidenten, hat in Berlin der Hoffnung Ausdruck verliehen, der neue Präsident Gauck möge ihr nun endlich das Bundesverdienstkreuz verleihen. Damit hat sie sich allerdings auch für diese Auszeichnung disqualifiziert.
(19. März 2012)

Gauck gehabt!
Er hängt einem zum Halse raus, der Satz, die Bundesrepublikhabe mit ihren Präsidenten immer Glück gehabt. Hat sie nicht. Nur drei haben wirklich was getaugt.
Theodor Heuss, der erste, der hat menschliche und auch intellektuelle Maßstäbe gesetzt. Gustav Heinemann, der Sozialdemokrat, war als selbstverständlicher Zivilist ein knochentrockenes Unikat ("Ich liebe nicht den Staat, ich liebe meine Frau"): der richtige Mann zur richtigen Zeit. Und der Rest? Der arme Heinrich Lübke. Bruder Leichtfuß Walter Scheel, naja: Singe, wem Gesang gegeben. Wandersmann Karl Carstens: unbedeutend. Richard von Weizsäcker: Ein parfümierter Schönredner, der Menschenkenner Kohl wußte schon, warum er den nicht leiden konnte. Roman "der Ruck" Herzog: Ein verdienter Jurist, der sich beim Lockersein völlig verkrampfte. Johannes Rau: kann man vergessen. Nur um ihn loszuwerden, schob Gerd Schröder den nordrhein-westfälischen Staatsschauspieler in das ebenso eitel wie heftig ersehnte Amt. Horst Köhler, netter liebenswürdiger Mann, aber nicht nur wegen seines lächerlichen Abgangs eine flache Fehlbesetzung. Christian Wulff, ein mittelmäßiger Provinzpolitiker, ein peinlicher Parvenü - Merkels dümmster Fehler. Und nun Gauck: Erst der Dritte im Bunde der Präsidenten, mit denen Deutschland Glück hatte und hat.
(18. März 2012)

Erschöpfer.
Im Medizin-Talk einer bedeutenden deutschen Radio-Welle wird mit Experten und Hörern über "bipolare Störung" und "Burnout" gesprochen. Der Moderator sagt, man wolle eine Frage "erschöpfend beantworten". Ja, klar, so ist's richtig.
(13. März 2012)

Fahrlässig.
Joachim Gauck wird als Präsident eine gute Wahl sein. Das fand ich schon 2010, als die unglückselige Frau Merkel den mediokren Herrn Wulff auf Biegen und Brechen zum Bundespräsidenten machte. Gauck ist ein Meister der deutschen Sprache, er liebt und feiert sie, das ist mehr, als sie nur zu beherrschen. Das Denken braucht die Sprache, Gauck hat sie. Deshalb hat er beides.
Am Abend seiner Designierung aber hatte er zuviel und zuwenig davon. Ihn erreichte im Taxi der Anruf der Kanzlerin. Indem er den Taxifahrer zum Kanzleramt umdirigierte, eröffnete Gauck dem Mann osteuropäischer Abstammung: "Sie fahren jetzt den deutschen Präsidenten." Peinlich, politisch und persönlich. Nicht zu fassen!
Wie sagte der weise Altpräsident Christian Wulff: "Man ist Mensch, man macht Fehler." Trösten wir uns damit.
(22. Februar 2012)

Gutmörder.
Viele halten die F.A.Z. für eine seriöse Tageszeitung, anders als z. B. das frivole oberbayerische Kir-Royal-Blatt. Aber die Frankfurter Redakteure haben es faustdick (Goethe!) hinter den Ohren. Hunderte von Donald-Duck-Zitaten (Erika Fuchs!) haben sie schon ins Feuilleton geschmuggelt und manches Andere. Gestern schwärzester Humor im Gewand der gewöhnlichen Meldung. Es geht darum, daß ein ehemaliger Bürgermeister von Ludwigsfelde bei Berlin seine Frau getötet haben soll. Dazu findet die F.A.Z. diese Headline: "Wie in einem guten Krimi". Mörderschlagzeile, alles war recht ist. (Siehe Bild!)
(2. Februar 2012)


Schöne Aussichten fürs Bellevue.
Die "Rheinische Post" meldet zur möglichen Nachfolge des Bundespräsidenten Christian Wulff:
"In CDU-Kreisen wird der Name von Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) sowie des früheren Uno-Umweltchefs Klaus Töpfer (72) genannt."
Wie bitte!?
Das ist ja furchtbar. Da kann man Wulff doch nur herzlich (und untertänigst) bitten, im Amt zu bleiben.
(7. Januar 2012)

Staatsware.
Eine gute Nachricht: Der Staat will die "Trojaner" zur Computer-Überwachung zuünftig nicht mehr von Dienstleistern fabrizieren lassen, sondern in eigener Regie, sozusagen hoheitlich, erstellen.
Eine gute Nachricht, weil man dann sicher sein kann, daß die Überwachung garantiert nicht funktioniert.
(21. Oktober 2011)

Umsonst.
Wieder hat ein einziger Satz genügt, um den unmündigen deutschen Bürger und sein soziales Verschwendungssystem vorzuführen. Im Fernseh-Morgenmagazin geht es ums Service-Thema "Grauer Star". Eine Zuschauerfrage an den Experten: "Was kostet denn eine Operation?" - Antwort: "Das zahlt die Kasse."
(11. Oktober 2011)

Cherchez la France.
Drei Experten ("die Troika") sollen in Griechenland prüfen, ob die Sparmaßnahmen dort so beschaffen sind, daß eine Stütztranche von 8 Milliarden Euro ausgezahlt werden kann, ohne die das Land auch amtlich bankrott wäre.
Ich habe Wetten laufen, daß die Troika die Zahlung freigeben wird. Warum? Weil sie den politischen Auftrag dazu hat; die Prüfung ist bloß Show, politischer Betrug wie so vieles Europäische. Denn: Noch darf Griechenland nicht pleite gehen! Erst wenn für die französischen Banken gesorgt ist.
(5. Oktober 2011)

Skandal um Benedikt.
Warum? Der Papst will partout nicht evangelisch werden.
Welch ein Starrsinn! Sogar beim Deutschlandbesuch!
(25. September 2011)

Avanti Dilettanti!
Der bei den Berliner Wahlen überraschend erfolgreichen Piraten-Partei wird vorgeworfen, von politischen Fakten und Problemen keine Ahnung zu haben. Musterbeispiel ist die Antwort eines Führungsmannes auf die Frage nach den Schulden Berlins: er wisse es nicht genau, aber ein paar Millionen dürften es schon sein. Großes hämisches Trara der Etablierten: Es sind nämlich zig Milliarden - hahahaha!
Dazu ist zu sagen: Da die Altpolitik inzwischen mit Milliarden um sich wirft,als seien es ein paar Millionen, ist die Antwort des Piraten passend - „richtig“könnte man auch sagen. Und wie steht es denn um Kompetenz und Kenntnis der feixenden Politiker, die das Schuldendesaster über Jahre angerichtet haben? Wussten die,was sie taten? Das wollen wir doch nicht hoffen, denn es ist doch besser, ein unschuldiger Dilettant zu sein als ein fähiger Verbrecher.
(20. September 2011)

Unterwegens.
Als vor Jahrzehnten im Süden Deutschlands ein Wetterberichter namens Kachelmann im Radio aufkreuzte, da wurde aufgehorcht. Der sprach anders als die im Beamtenstatus befindlichen Kollegen, die öffentlich-rechtlich das amtliche Wetter vorherzusagen versuchten. Kachelmann macht Karriere, aus dem Mann wurde ein Unternehmen, das am Ende krakenhaft & vertraglich die gesamte ARD einfing.
Und das ist der Punkt, an dem Kachelmanns Wettermasche zur Pest wird, verbreitet von seinen angestellten Jüngern. Die Sprache ist jetzt so verhärtet und langweilig wie die der Vorgänger einst war. Die ehedem witzigen Formulierungen sind eingerostet und verkrampft: Der "Mix aus Wolken und Sonne". "Es scheint neben Wolken auch die Sonne". Der "Wind ist unterwegs". "Nur wenige Wolken sind unterwegs". "Die Warmfront war deutlich schneller unterwegs".
Die Kachelmann-Sprache hat schon Metastasen gebildet. Heute Morgen hörte ich im Radio einen Moderator sagen, der Rauch eines Feuers sei nun nicht mehr "unterwegs". Aber die Pest dieses Dämlich-Sprechs, die ist unterwegs. Hoffentlich zur Hölle.
(18. September 2011)

Prantlim Pech.
Der Kollege Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung mag ja als jetzt schon sehr lange ehemaliger Amtsrichter & Staatsanwalt Ahnung von Politik haben, von Grimms Märchen aber leider nicht.
Er schreibt heute in einem Kommentar zur Kritik an Guido Westerwelle: „Westerwelle ist gewiss kein guter Außenminister; aber so schlecht, wie geschrieben wird, ist er auch wieder nicht. Er ist aber ein Minister ohne Fortune; und Freund und Feind tun sich an seinem Missgeschick gütlich. Im Kabinett Merkel spielt er die Rolle, die im Märchen von der Frau Holle die Pechmarie hat. Wer das Märchen kennt, weiß: Sie wurde von Frau Holle entlassen. So leicht wie im Märchen geht das in der Politik nicht."
Wer das Märchen kennt, der weiß, daß die Pechmarie kein Pech hatte, sondern für ihre frech-böse Faulheit von Frau Holle bestraft wurde. Statt mit Gold wurde sie mit Pech überschüttet, sie wurde also geteert.
Erst hat man kein Glück, und dann kommt auch noch Pech dazu – dieser geniale Fußballer-Spruch trifft hier nicht. Nur bei Prantl: Der hat beim Märchenerzählen Pech gehabt.
(29. August 2011)

Autodafés.
In Berlin werden allnächtlich parkende PKW in Brand gesetzt. Angefangen hat das als Klassenkrampf gegen teure Karossen. Inzwischen brennen Automobile aller Preisklassen. Auch von links werden diese Autodafés kritisiert und abgelehnt. Und zwar so, wie das der grüne Berliner Abgeordnete Ströbele heute im Deutschlandfunk musterhaft vormacht: "Ich weiß nicht, was daran politisch sein soll, wenn man da einen alten Audi eines Bürgers in Charlottenburg anzündet." Heißt im Klartext: Ein neuer Porsche (Mercedes, BMW), ja, das wäre was anderes.
(18. August 2011)

Johann Wolfgang von Maessen!
Auf der Homepage der F.A.Z. gibt es neuerdings einen Test: "Ich schreibe wie ...". Man fügt einen Text in ein leeres Feld ein, klickt, und dann analysiert die dahinter verborgene Software den Text und vergleicht ihn mit Analysen anderer Texte.
Bei mir kommt fast immer heraus, daß ich wie Peter Handke schreibe; aber auch Johann Wolfgang von Goethe war mir ähnlich. Denn das sagt das Programm unterm Strich ja auch: Peter Handke und Goethe schreiben wie ich. Rechtlich werde ich dagegen nicht vorgehen.
(17. August 2011)

Sweet Sixteen
Wegen einer Liebesgeschichte ist der Vorsitzende der CDU Schleswig-Holsteins zurückgetreten. Der Vierzigjährige hatte 2010 mit einem Mädchen von 16 Jahren (Chuck Berry: "Sweet Little Sixteen") angebändelt. Als sich abzeichnete, daß er Ministerpräsidenten werden könnte, hat er das Verhältnis, das er immer noch "Liebe" nennt, beendet.
Jetzt ist die Sache durchgestochen worden. Die Nord-CDU ist moralisch empört, vermutlich weil ihr 16 nahe am Sex mit Kindern scheint. Aber daran ist weltweit und sogar in Schleswig-Holstein nichts Ungesetzliches - und, wenn es eine beidseitige Liebe ist, auch nichts Verwerfliches.
Verwerflich aber ist, daß der Mann die Liebe der Karriere geopfert hatte und das Mädchen mit diesem Tort sitzen ließ. Das allerdings ist wirklich ein Rücktrittsgrund. Falls Charakter noch zur politischen Qualifikation gehören sollte.
(15. August 2011)

Erregerin.
Im TV-Morgenmagazin der ARD berichtet eine junge Reporterin aus Bayern und hebt so an: "Der Ehec-Erreger ist in aller Munde." Um Himmelswillen - das wollen wir doch nicht hoffen!
(6. Juni 2011)

Atomstromer.
Es ist soweit: Deutschland beendet binnen eines Jahrzehnts das Atomzeitalter. Das hat die Regierung beschlossen, und niemand ist dagegen. Beschlossen hat man allerdings nicht den Ausstieg aus dem Import von Atomstrom. Schöne Helden, die Deutschen.
(30. Mai 2011)


Stéphane Hessel - WikiCommons 2010„Widerstand ist kreativ“ – das sagt Stéphane Hessel, der mit 93 Jahren einen internationalen Bestseller veröffentlicht hat. Sein Buch „Empört Euch!“ ist eine Streitschrift gegen den Finanzkapitalismus und für die Menschenrechte. Im Tischgespräch mit Claudia Dammann erzählt Stéphane Hessel über sein beeindruckendes Leben: Er hat in der Résistance gegen die Nazis gekämpft und mehrere Konzentrations-Lager überlebt. Nach dem Krieg arbeitete der Deutsch-Franzose als Diplomat im Auftrag Frankreichs an der UN-Menschenrechts-Erklärung mit. Hessel spricht zudem über die ungewöhnliche Beziehung seiner Eltern, die die Vorlage für Truffauts berühmten Film „Jules und Jim“ waren. Der charismatische „Ambassadeur de France“ begeistert auch junge Leute durch seine Bereitschaft, sich trotz seines hohen Alters in Politik und Gesellschaft einzumischen. Stéphane Hessel will mit seinem Optimismus anstecken. Sein neues Buch heißt entsprechend: „Engagiert Euch!“. Inzwischen ist Hessel zum geistigen Mentor von Tausenden von "empörten Bürgern" geworden, die in Madrid, Athen und anderen europäischen Städten auf die Strasse gehen.

Hier klicken &n hören!Aufstehen! Aber früh! 6.05 am Sonntag, 14. August 2011!
Das höchst interessante und exklusive Tischgespräch von Claudia Dammann mit Stéphane Hessel konnten Sie im Radio am frühen Sonntagmorgen hören. 
Da dämmert einem so manches, nicht nur der Tag.
Hören können Sie es auch als Konserve und jederzeit durch Klick am PC, nämlich auf das Logo von WDR 5 hier oben links.

Hier Homepage Tischgespräch!Auf die Homepage des Tischgesprächs kommen Sie hier.
Diesmal mit einem Klick rechts - öffentlich rechtlich ausgewogen.

Hier klicken!

Klick! Hier geht's zu den Bücher-Ego-Tippps!Der neue Ego-Tippp!
Wer jetzt Geschenke sucht (oder mal was anderes), der findet in meiner Bücherliste Anregungen durch begründete Empfehlungen. Von A wie Arno Schmidt bis Z wie Zino Davidoff. (Einfach links aufs Buch klicken!) Jetzt u.a. neu auf der Liste: »Trespass. Die Geschichte der urbanen Kunst«. »Trespass« ist das erste Buch, das die ganze historische Tragweite, globale Dimension und technische Entwicklung der Straßenkunst präsentiert. Es enthält Dutzende bisher unveröffentlichter Fotografien von lange verlorenen, legendären urbanen Kunstwerken, die Hauptwerke von 150 Künstlern – vier Generationen visionärer Outlaws wie Jean Tinguely, Keith Haring, Jenny Holzer, Barry McGee, Gordon Matta-Clark, Shepard Fairey, Blu, Billbord Liberation Front, Guerilla Girls und Banksy. Mit dabei natürlich der "Sprayer von Zürich" (Harald Naegeli) mit seinem "Kölner Totentanz", für die Nachwelt fotografisch eindrucksvoll lebendig festgehalten von Hubert Maessen. Ja, genau, von mir.

That's Entertainment!
Man muß die Musik vom "European Song Contest" nicht mögen, Lena darf einem herzlich egal sein und Aserbaidschan samt Stefan Raab auch. Aber wer nicht gesehen hat, daß die Inszenierung dieses Events 2011 in der Düsseldorfer Halle und auf den TV- Bildschirmen eine Show der absoluten Weltklasse war, der kann einem leidtun.
Das war nicht auf der Höhe der Zeit, das war schon meilenweit darüber. Die Videoeffekte, die Lichtspiele, die Bilder, die Kamerafahrten, die Schnitte, Design, Ausstattung und Bühnenarchitektur, die digitale Kunst waren von einer atemberaubenden Perfektion, Ton und seine Mischung makellos, die Dramaturgie auch - geniales Entertainment. Und das alles live - man konnte es kaum glauben. Dagegen ist die Oscarverleihung in Hollywood eine ganz müde, provinzielle Ü-40-Party. Und wenn man an die Video-Kunst im Museum denkt ("Nam June Paik" etc.), kann man bloß noch Mitleid empfinden.
Also großartig, auch wenn Aserbaidschan gewonnen hat, und nicht die irischen Zwillinge mit der Quastenfrisur oder die blonde Röhre Kati Hoff aus Ungarn. Ein Glück, das gegen das eigene Vorurteil gesehen zu haben.
(14. Mai 2011)

Unterirdisch oberflächlich ...
... heute morgen die "Tagesschau" zum spanischen Erdbeben: "Das Epizentrum lag in 1000 Meter Tiefe." Erschütternder Blödsinn: Epizentrum ist die Projektion des Erdbebenzentrums ("Hypozentrum") auf die Erdoberfläche/Landkarte. Das Epizentrum lag also bei der Stadt Lorca, das Hypozentrum in 1000 m Tiefe. Aber allerdings: Ein Fehler, der sich immer und ewig quer durch Presse, Radio und Fernsehen zieht. Egal? Die deutlich zunehmende Schlampigkeit des Nachrichtenwesens durchaus nicht.
(12. Mai 2011)

Schöner Fischzug.
Die folgende Blüte ist zwar schon etwas älter, darf aber keinesfalls der Vergessenheit anheimfallen; sie stammt aus der stramm ökologisch redigierten Zeitschrift "Natur + Kosmos" (7/2006):
"Fische haben erst in den letzten Jahren die Teller der Deutschen erobert."
So kann man es natürlich auch sehen.
(25. Februar 2011)

Feldpost nach Bayreuth.
Die Verteidiger des sogenannten Dr. Guttenberg argumentieren, der Promotionspfusch habe mit dem Ministeramt gar nichts zu tun, das müsse man auseinanderhalten. Warum schreibt dann der Minister seine Promotionskündigung auf dem amtlichen Briefpapier des Verteidigungsministeriums? Da ist doch Hopfen und Malz verloren, der Mann ist nicht zu retten. Auch nicht von der Kanzlerin.
(23. Februar 2011)

Privatsache Promotion?!

Brief nach Bayreuth* auf dem Briefpapier des Ministers!

Ist das denn Feldpost?
Ist das auf Steuerzahlers Kosten getippt und frankiert und zur Post gegeben worden?

Oder ist das (siehe Handschrift) die Fälschung eines Quintaners, nachdem ja Konrad Kujau nachweislich tot ist?

Falls aber der Minister zu Guttenberg den Brief selber geschrieben und unterschrieben habe sollte, hätte er jetzt auch noch sozusagen amtlich gelogen. Denn natürlich hat er mit seiner Dissertation vorsätzlich oder absichtlich getäuscht. Das beweist seine Promotionscollage ohne jeden Zweifel.

Rücktritt? Ja, jetzt müßte es soweit sein.

* Faksimile-Quelle: Rheinische Post, 23.2.2011

(23. Februar 2011, 11.15 Uhr)

Die Guttenberg-Galaxis: Eine Fortsetzungsgeschichte.
Erste (6) Kapitel vom 22.2.2011. Kapitel 7 vom 23.2.2011. Kapitel 8 vom 28.2.2011.
Geht schon bald weiter. Weil Guttenberg mit Macht gefährlich ist. 
Der irrte, der ihn bloß für beschränkt gegelt und eitel dumm halten sollte. Nächste Kapitel: Demagogie. Schleimen.

Die Guttenberg-Galaxis: Antidemokratische Attitüde.
Guttenberg hat wohl auch nicht verstanden, was demokratische Öffentlichkeit bedeutet und was ihr ein Minister (ein Angestellter!) schuldig ist.
Die erste persönliche Stellungnahme zum anschwellenden Nachweis seiner Pfuscharbeit gibt er nicht vor der versammelten Bundespressekonferenz ab, sondern in seinem Ministerium vor ein paar Journalisten und Kameraleuten, die dort Wache geschoben haben. Sein Pressesprecher erklärt der empörten Bundespressekonferenz mit Leichenbittermiene, der Minister äußere sich gerade vor „einigen ausgewählten Medienvertretern“. Der Minister wählt sich seine Journalisten aus!
Er äußert sich, nachdem er über seine Doktorarbeit und seine Maßstäbe schneidig gelogen hat, unter anderem so: „Jede weitere Kommunikation über dieses Thema werde ich von nun an ausschließlich mit der Universität Bayreuth führen.“ Das heißt: Er sucht Öffentlichkeit nur zur Entgegennahme seiner Statements, lässt keine Fragen zu, verweigert Kommunikation mit der Öffentlichkeit und tut auch so, als ob er verhindern könne, dass der Bundestag, die Volksvertretung ihn zur Kommunikation zwingt – was später natürlich trotzdem geschah, und zwar in denkwürdiger Manier.
Der Minister kippt sein vorlautes Schweigegebot genauso schnell wie alle anderen markigen Behauptungen zum Doktorspiel, die er in fortgesetztem Betrug absondert. Im hessischen Städtchen Kelkheim kommuniziert er wenige Tage später nun doch nicht nur mit der betrogenen Bayreuther Uni, sondern mit den Besuchern einer CDU-Wahlveranstaltung:
„Und ich mache das mit großer Freude und von Herzen gerne vor Ihnen heute Abend - und nicht alleine vor der Hauptstadtpresse in Berlin. Sondern bewusst und gerne vor Ihnen, weil dieser Bezugspunkt, glaube ich, einer ist, der deutlich macht, dass uns die Öffentlichkeit als Öffentlichkeit wichtig ist. Und dass Sie erfahren können aus erstem Munde, was mir am Herzen liegt und in meinen Augen mitteilenswert ist und Sie nicht erst wieder durch Kommentierung letztlich erreicht.“
Die „Hauptstadtpresse“, die Pressekommentierung wird verhöhnt, in Gegensatz gesetzt zu „Ihnen heute Abend“.
Und er greift die Presse an mit toten und verwundeten Soldaten; sie sollen einen Betrüger schützen, ihm das letzte Geleit geben: „Dass wir am vergangenen Freitag in der Bundesrepublik, wenn man den Fernseher eingeschaltet hatte oder wenn man sich am nächsten Tag die gesamte Medienlandschaft in diesem Land angesehen hat, den Hauptaugenmerk mit Sondersendungen und allem Pipapo auf die gegebenen oder nicht gegebenen Fußnoten in einer ministeriellen Doktorarbeit gelegt haben und gleichzeitig der Umstand, dass in Afghanistan drei Soldaten gefallen sind und zehn Soldaten mitunter schwer verwundet worden sind und immer noch zwei mit dem Leben ringen, dieser Umstand zur Randnotiz verkommen ist, ist in meinen Augen kein wirkliches Beispiel für exzellenten Journalismus."
„Systempresse“ hat die leibhaftige Exzellenz nicht gesagt; aber auch so ist es ja zum  Speien vollauf genug.
(28. Februar 2011)

Die Guttenberg-Galaxis: Betrug.
Glasklar, daß der Doktorand Guttenberg seine Dissertation mit dem Vorsatz des Betrugs verfaßt hat – falls er sie überhaupt selber verfaßt hat. Man kann an vielen der schier unzähligen Plagiatstellen sehen, wie ganz bewußt getäuscht wurde. Kleine Änderungen im fremden Text, eindeutig zur Täuschung gesetzte Fußnoten. Das sind keine Fehler, die einem aus Versehen und ohne Absicht unterlaufen können.
(22. Februar 2011)

Die Guttenberg-Galaxis: Blendung.
Der Dr. Guttenberg hat auf seiner Homepage seinen Lebenslauf primitiv geschönt, wie die FAZ-Journalisten Lohse und Wehner aufgedeckt haben. Guttenberg führt auf seiner Homepage "Berufliche Stationen in Frankfurt und New York" an. Tatsächlich waren das lediglich Praktika. Dito beim Bio-Eintrag „Freier Journalist bei der Tageszeitung DIE WELT (bis 2002)“; gleichfalls handelt es sich um ein Praktikum. Journalistischer Ertrag: Acht Beiträge, davon vier zusammen mit Kollegen. Auch hier: Ein stilloser Aufschneider, nicht im mindesten satisfaktionsfähig.
(22. Februar 2011)

Die Guttenberg-Galaxis: Denunziation.
Vor einem besinnungslos auf Verehrung getrimmten CDU-Saal haut Dr. Guttenberg seine Wissenschaft in die Pfanne. Er gibt Fehler zu, relativiert sie aber sofort, indem er die zugrundeliegenden wissenschaftlichen Kriterien denunziert: „Gravierende Fehler, die den wissenschaftlichen Codex, den man so ansetzt, nicht erfüllen.“ Codex, „den man so ansetzt“: Irgendwer, beiläufig, so lala; muß man nicht ernst nehmen, haben sich die Unis so ausgedacht, diese weltfremden Wissenschaftler. Was ist das bloß für eine Type! Tage vorher hat der Kerl sich noch in wissenschaftlichem Glanz gesonnt. Wie sagte 007 in „Goldfinger“? „Widerlich, einfach widerlich.“
(22. Februar 2011)

Die Guttenberg-Galaxis: Diebstahl.
Oder ist es etwa kein Diebstahl, Texte und Gedanken zu klauen und sie als eigene auszugeben, zumal in einer Dissertation, die landläufig dem Gewinn von Reputation und höheren Einkommens dient? Freibeuter zu Guttenberg hat nachweislich in erheblichem Maße bei anderen Autoren gestohlen, und zwar nicht aus Versehen, sondern mit Energie („mühevollste Kleinarbeit in sieben Jahren“!). Auch geistiger Diebstahl ist Diebstahl.
(22. Februar 2011)

Die Guttenberg-Galaxis: Lüge.
Der Doktorand Guttenberg hat nachweislich gelogen, als er seine Dissertation zur Prüfung vorlegte und ehrenwörtlich erklärte, „daß er die Dissertation selbständig verfaßt und keine anderen als die von ihm angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt hat“.
Der Doktor Guttenberg hat nachweislich gelogen, als er beim Auffliegen des Schwindels erklärte, „der Vorwurf, meine Doktorarbeit sei ein Plagiat, ist abstrus.“ Wir wissen: Er war und ist nicht abstrus; und Guttenberg mußte das auch wissen.
Der Freiherr zu Guttenberg hat nachweislich gelogen, als er vor einem ausgewählten Kreis von Medienvertretern am 18.2.2011 erklärte: „Meine von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat, und den Vorwurf weise ich mit allem Nachdruck von mir.“ „Es wurde (...) zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht oder bewusst die Urheberschaft nicht kenntlich gemacht.“ Doch, genau das hat der Verfasser getan, und wenn Guttenberg der Verfasser war (wie er steif und fest behauptet), dann hat er es getan und darüber fortgesetzt gelogen.
Der Minister Guttenberg hat gelogen, als er am 21.2.2011 öffentlich in Kelkheim erklärte: „Ich habe nicht absichtlich getäuscht.“ Doch. Anders kann es nicht gewesen sein, das zeigt das Machwerk des freibeuterischen Freiherrn klipp und klar. Also ist auch klar: Guttenberg lügt in der Sache bis zu diesem Augenblick: 23.2.2011, 10.45 Uhr.
(23. Februar 2011)

Die Guttenberg-Galaxis: Verarsche.
Am Montagabend, 21.2.2011, stellt sich Dr. Guttenberg im hessischen Kelkheim vor eine verehrunsgwütige CDU-Parteiversammlung und tut das, was ihm die Bild-Zeitung schon vor Tagen wörtlich geraten hatte: er scheißt auf den Doktor. Er gibt ihn zurück, auch wenn er das in Wahrheit gar nicht kann. Die Universität Bayreuth muß ihm den Titel aberkennen und das wird sie auch tun; nach all den Beweisen für dreisten Betrug kann sie nicht anders, CSU hin, CSU her. Dann wird Guttenberg sagen: Ja, aber damit hat sie doch nur getan, was ich selber schon gefordert habe. Der scheinheilige Saubermann.
(22. Februar 2011)

Die Guttenberg-Galaxis: Verarsche. Nachtrag.
Hier habe ich mich geirrt: "Die Universität Bayreuth muß ihm den Titel aberkennen und das wird sie auch tun; nach all den Beweisen für dreisten Betrug kann sie nicht anders, CSU hin, CSU her. Dann wird Guttenberg sagen: Ja, aber damit hat sie doch nur getan, was ich selber schon gefordert habe. Der scheinheilige Saubermann."
Zwar hat die Universität Bayreuth den Herrn zu Guttenberg tatsächlich und schneller als gedacht entdoktert und ausgestoßen, aber nicht Guttenberg hat die von mir vorhergesagte dreiste Reaktion geliefert, sondern sein Schutzengel, die mittlerweile anscheinend auch von allen guten Geistern verlassene Kanzlerin Merkel, zitiert nach faz.net: "Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete das Aberkennen des Doktortitels als richtig und logisch. Die Universität Bayreuth folge mit dieser Entscheidung der Einschätzung des Ministers, sagte Merkel am Mittwochabend in Freiburg bei einer Veranstaltung der Stiftung Ordnungspolitik. „Die Entscheidung der Uni Bayreuth liegt auf der Linie dessen, was der Verteidigungsminister vorgegeben hat. Sie macht daher Sinn.“ Das Votum zeige, dass zu Guttenberg mit seiner Selbsteinschätzung richtig liege. Der Minister sei durch die Uni-Entscheidung daher in seinem Amt nicht geschwächt." Absurd. Eine Schande, wie die Kanzlerin sich zum  (Nach)Affen machen läßt.
(25. Februar 2011)

Die Guttenberg-Galaxis: Verrat.
Abstoßend wie der Dr. Guttenberg seinen alten Doktorvater verrät und der Lächerlichkeit preisgibt. Dr. G. gesteht vor einem johlenden Publikum: Fehler habe er gemacht, Peinliches geschrieben und Blödsinn, ohne Absicht. Jetzt erst, bei erneuter Lektüre seiner Dissertation, habe er selber das bemerkt. Ungesagt in Klammern steht dabei: Davon haben der Doktorvater und die Prüfer nichts gemerkt, ja, die Deppen haben den peinlichen Blödsinn auch noch mit der höchsten Auszeichnung "summa cum laude" bedacht!
(22. Februar 2011)

Nicht im Bild.
Was ist denn bloß mit unserer innig geliebten Bild-Zeitung los?! Sie ist anscheinend nicht in Form. Früher gab es so tolle Schlagzeilen wie: „Deutschlands frechster Arbeitsloser“, „Deutschlands faulster Politiker“, „Deutschlands dümmster Banker“ usw. Wo bleibt denn „Deutschlands verlogenster Minister“? Das wäre doch auch mal schön.
(21. Februar 2011)

Zerpartnert.
Gestern wieder mehrere Male das Wort "Lebenspartner" gehört. "Mein Lebenspartner"! Schon die Verhinderung dieser verdrucksten Gräßlichkeit ist ein guter Grund zu heiraten.
(10. Februar 2011)

Echt Stonesdorfer.
Der "Internationale Frühschoppen" des 1. Deutschen Fernsehens wird heute von Tina Hassel geleitet, die auf diversen Sendeplätzen immer wieder mit Glanztaten umhaut. Diesmal fragt sie in der Diskussion um Ägypten: "Und die jungen Israelis, wie verfolgen die denn das, was im Moment ihre jungen Altersgenossen einen Steinwurf entfernt in Ägypten eigentlich auf die Beine stellen im Moment?" Steinwurf! Weiß Gott, da muß man erstmal draufkommen.
(6. Februar 2011)

Pyramidal.
Toll! Nach den Neun-Uhr-Nachrichten mit den neuesten Meldungen vom Aufstand in Ägypten greift der Redakteur einer populären Radio-Welle im Westen traumwandlerisch  sicher zur passenden Pop-Musik: "Walk Like An Egyptian" von den Bangles. Umschalten aufs Dritte Programm? Aber da läuft wahrscheinlich schon Aida ...
(30. Januar 2011)

Aufs Auge.
Auch nach dem Bericht über ein schweres Zugunglück bei Magdeburg mit vielen Toten beweist die oben erwähnte Redaktion ein sicheres Händchen und läßt Snow Patrol singen: "Shut your eyes". Nur: was ist mit den Ohren?
(30. Januar 2011)

Finster.
Heute partielle Sonnenfinsternis. Dafür guckt der moderne Mensch nicht aus dem Fenster und nicht in den Himmel. Sondern gleich auf den Bildschirm.
(4. Januar 2011)

Bunter Graumann.
Der neue Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, hat sich höchst vergnüglich, weil schlau und witzig, eingeführt. Er räsonnierte z.B. darüber, ob es gut und richtig sei, daß sein Verein stets und ständig als Mahner, Ermahner auf den Plan tritt. Wörtlich: „Dieser jüdische Mahnsinn“. Herrlich. Weiter so.
(28. November 2010)

Claudia Roth zieht sich aus
Das konnte man letzte Nacht im Bildschirmtext des ZDF lesen. Erst auf den zweiten Blick kam dann die nächste Zeile: der Olympiabewerbung zurück.
Nachdem die ZDF-Texter weniger Rechtschreibfehler machen, haben sie sich jetzt wohl auf Späßchen verlegt. Das ist ja auch besser.
(22. November 2010)

Due Espressis!
Im deutschen Kulturradio hat man hörbare Schwierigkeiten zum Beispiel mit der Sprachkultur. Heute morgen: "Das war eine Komposition für zwei Cellis." Gibt es bei dieser Welle keine Lexikas?
(22. November 2010)

Sitzpinkeln auf dem Pissoir.
Auf derselben Berliner Welle, fünf Minuten später: Eine Dame erzählt über Kunst und spricht auch von Marcel Duchamps, der eine Kloschüssel zu Kunst gemacht habe. Vielleicht kann diese Dame, die sich viel im feministischen Gender-Gedöns bewegt, das nicht so wissen: Es war ein Pissoir (deutsch: Urinal), und das ist doch vor allem auch für die Sitzpinkler-Fraktion was ziemlich anderes.
(22. November 2010)

P.S.
Es könnte aber natürlich auch sein, daß Marcel Duchamps’ Kunststück gendermäßig geklittert werden soll – nichts ist unmöglich im Wunderland von Alice.
(22. November 2010)

Die allermeisten Kultursendungen im deutschsprachigen Fernsehen werden anscheinend von einer kleinen zurückgebliebenen Feuilleton-Sekte gemacht, die noch nicht bemerkt hat, daß auch der Kulturzeitgeist längst woanders ist. Die sogenannte Moderne sieht da ganz schön alt aus, Postmoderne inklusive. Beispiel: Da wird doch der Skandal um die von den Chinesen verhinderte Übergabe des Friedensnobelpreises tatsächlich so berichtet und kommentiert: "Im letzten Jahr konnte Präsident Barack Obama den Friedensnobelpreis in Oslo entgegennehmen, doch in diesem Jahr wird die Verleihung zur Farce werden." In diesem Jahr? Das war sie doch schon bei Obama. Und was für eine.
(19. November 2010)

Kiss me Kate.
"William heiratet Kate", "Prinz William heiratet Kate Middleton" – wie kommt es unisono zu solchen Schlagzeilen? Warum nicht: "Kate heiratet William"? (Ladies first!) Und: So ist das doch auch tatsächlich, die Frauen wählen, wem sie zusagen.
(17. November 2010)

Blow, Bill, blow!
Schlagzeile über einen Auftritt des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton in einer TV-Serie: "Bill Clinton spielt sich selbst". So what? Das hat er doch immer getan.
(16. November 2010)

Wurzelgemüse.
Auf dem Parteitag der CDU lobt die Vorsitzende Merkel den ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers, und zwar mit diesen denkwürdigen Worten:
"Danke dafür, daß Du die christlich-demokratische Wurzel immer hochgehalten hast." Verstehen Sie, was damit gemeint ist – botanisch, politisch (oder gar sexuell?)?
(15. November 2010)

Chicken-Girls.
Was die deutsche (alt-europäische) Fernsehkultur sich so zusammenübersetzt, das ist sagenhaft. Zwei Beispiele von gestern und heute: Keith Richard erzählt aus seinem Leben und daß die "chicks" so geschrien hätten, daß von der mühevoll erarbeiteten Musik der Stones gar nichts zu hören gewesen sei; für die waren wir "sex objects", sagt Richards im Original. Deutsch wird das wiedergegeben als "Sex-Symbole"! Was ist denn das für ein Eunuchen-Blödsinn? Noch doller: In einem Film über Las Vegas spricht der Casino-Tycoon Steve Wynn von "the dancing chicks"; übersetzt wird das: "die tanzenden Girls(!)". Oberirre! Was können diese Kulturredakteure sonst noch nicht?
(13. November 2010)

Dunkles Verhalten.
Die Entführung des Kindes Mirco ist ein schreckliches Verbrechen. Das bedeutet, die folgende Meldung der Bild-Zeitung ist tragikomisch:
"Über die Farbe des Autos herrscht noch Unklarheit. Das Problem: „Im Dunkeln erscheinen auch helle Fahrzeuge dunkel“, sagte ein Mitglied der Sonderkommission, die das Verhalten der Fahrzeuge zur Tatzeit am 3. September rekonstruierte."
(29. Oktober 2010)

Primat inter pares.
Interessante Schlagzeile gesehen: "Affe sprengt Vorlesung". "Affe hält Vorlesung" wäre natürlich nicht so interessant gewesen - das ist ja nichts Neues.
(26. Oktober 2010)

Schlichter Geißler.
Das lese ich heute als Überschrift zu einer Meldung über Stuttgart 21.
Und ich glaube: Da ist sogar was dran.
(25. Oktober 2010)

Trotzdem!
Aus meinem Archiv gedruckter Perlen. Der dpa-Autor hat das sicher nicht so gemeint, aber da der liebe Gott (mithilfe Sigmund Freuds) die Feder geführt hat, ist ihm ein hübsches gepflegtes Stück Wahrheit gelungen.
(23. Oktober 2010)

Reinhold Beckmann: Tor des Monats.
Der TV-Moderator Reinhold Beckmann erinnert in der Bild-Zeitung an die großartige, jetzt verstorbene Kanzlergattin Loki Schmidt und zitiert die letzte Strophe ihres Lieblingsliedes "Der Mond ist aufgegangen" von Matthias Claudius:

So legt euch denn, ihr Brüder,
in Gottes Namen nieder;
kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott, mit Strafen
und laß uns ruhig schlafen
und unsern kranken Nachbarn auch.

Beckmann schließt daran an mit der blasphemischen Verirrung eines frommtuenden Schwätzers: "Gott wird Loki, da bin ich sicher, einer so aufrechten und engagierten Frau, diesen Wunsch erfüllen. Er kann gar nicht anders."
Gott kann nicht anders? Da Gott allmächtig ist, kann er ganz klar auch anders. Seine Wege sind unerforschlich wie doch der frömmelnde Schwadroneur wissen sollte - wenn der wirklich an Gott glaubt. Aber: Der Beckmann sollte besser bei der Bundesliga bleiben. Die ist für ihn unerforschlich genug. Und Bayern München kann auch anders.
(22. Oktober 2010)

Nachschuss.
Beckmann hätte den Matthias Claudius mal ganz lesen oder singen sollen. Dann wäre ihm mehr als bloß der Mond aufgegangen. In der vierten Strophe steht nämlich etwas über ihn und seinen gotteslästerlichen Nachruf (arme Loki Schmidt):

Wir stolzen Menschenkinder
sind eitel arme Sünder
und wissen gar nicht viel;
wir spinnen Luftgespinste
und suchen viele Künste
und kommen weiter von dem Ziel.

(22. Oktober 2010)

Pudding à la Président.
Was hat der Bundespräsident eigentlich zu Deutschland und Islam gesagt? Da geht im Nachhinein vieles durcheinander. Deshalb hier das amtliche wörtliche Zitat aus der Rede zum 3. Oktober 2010: „Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.“
Interessant, wie puddinghaft das konstruiert ist. Leicht durchschaut man das Hausmacher-Rezept und darf ob der geschmacksverirrten Primitivität von Absicht und Rhetorik peinlich berührt sein.
So wird’s gemacht: Man setze Christentum an die erste Stelle, verstärkt mit dem Zusatz „zweifelsfrei“. Gleich dahinter dann das Judentum, ebenfalls mit dem Geschmacksverstärker „zweifelsfrei“. Dann werden diese beiden Zutaten nochmal zusammengebunden: „Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte.“ Diese Emulsion bildet nun eine Barriere gegen den Rest, der jetzt noch reingerührt wird: Islam. Die Trennschärfe wird abgemildert durch das betonte „Aber“, durch das „auch“ und das allen drei „Religionstümern“ gemeinsame Element „gehört“. Offen, ungeklärt bleibt jedoch, ob der Islam damit auf dieselbe Stufe gehoben ist – oder eben nicht. Diese schwiemelige Unbestimmheit ist Absicht – gesagt und zugleich nicht gesagt. Das ist skandalös, das ist eines Bundespräsidenten unwürdig. Aber, so muß man sich nach 100 Amtstagen fragen: Ist Christian Wulff das nicht vielleicht auch? Eine Fehlbesetzung von Merkels Gnaden?
P.S.: Der Islam gehört nicht in gleicher Weise zu Deutschland. Er gehört zweifelsfrei zu Deutschland und dem Rest der Welt wie Hinduismus, Buddhismus, Daoismus, Konfuzianimus, Bahai, Mormonen, Scientology. Sollte eine Religion fehlen, schreiben Sie bitte nicht mir, schreiben Sie an das Bundespräsidialamt, 11010 Berlin.
(12. Oktober 2010)

Hier kocht der Kellner.
Die Zeitschrift „Der Spiegel“ veröffentlicht Umfragezahlen für das Bundesland Baden-Württemberg. Danach haben die CDU 34 %, die Grünen 32 %, die SPD 19 %, die FDP 6 %, die Linkspartei 5 %.
Bemerkenswert ist die Umkehrung von Rotgrün zu Grünrot. In einer Koalition mit den Sozialdemokraten wären die Grünen führend und stellten den Regierungschef. Überraschend ist das nicht. Schon seit Jahren laufen die Sozialdemokraten den Grünen hinterher. Warum soll es dann bei Umfragen & Wahlen anders sein?
(11.10.2010)

Rettet dem Dativ!
Endlich auch in der FAZ.
Und sogar da, wo das hingehört: Im Feuilleton!
Während ich dieses ergötzlich belehrende Dokument (in stillem Gedenken an die Poor-Boy-Lords und ihr begnadetes „my mother learned me to say“) scanne und ins Internet stelle, höre ich einen Radio-Reporter, der vom „geborsteten“ Auffang-Becken der ungarischen Aluminium-Hütte berichtet.
Kurz zuvor hat ein Interviewer zum Gesprächspartner gesagt: „Ich freue mich, mit Ihnen zu sprechen, weil ich habe schon viel von Ihnen gelesen.“ Und in der Nacht hat eine Feature-Frau formuliert, daß „die Stadt seine Bedeutung“ dem und dem verdanke.
Ja, ewig jammerschade, daß Joachim Gauck nicht Präsident geworden ist. Dann hätte vielleicht mal jemand in allerbestem Deutsch davon gesprochen, daß Deutsch zu Deutschland gehört.
(7. Oktober 2010)

Deutschland 21: Platanenrepublik.
Oder etwa nicht?
(6. Oktober 2010)

Pfusch mit Bau.
Zum ersten Mal im Bild: Die taktischen Argumentationen von Grünen und Roten in Sachen "Stuttgart 21". Was von diesen politischen Dekonstruktivisten an irrwitziger Begriffsverwirrung angemischt wird, wie man da ideologischen Beton gießt, wie leichtfertig Fundamente der Demokratie und des Rechtsstaates unterminiert werden, das ist sagenhaft.
Wenn man Özdemir und Gysi hört, mit ihrer klar geplanten Laubsäge-Demagogie, dann kann man nur bangest daran denken, wie Weimar auch von einer solchen Linken einst  kaputtgemacht wurde. Falls jemand diesen politischen Pfusch am Bau für rechtsstaatlich runinös hielte, wie wollte man dem widersprechen?
(6. Oktober 2010)

Wurzelbehandlung.
Christlich-jüdische Wurzeln Deutschlands? Wer hat sich das bloß ausgedacht?
Leichter zu beantworten ist die Frage „Warum“. Das Konstrukt ist ja von tollkühner Schlichtheit. Man will eine deutsche Leitkultur definieren – in moralisch nicht angreifbarer Abgrenzung zum (gegen) den Islam.
Abendland, was zum orientalischen Islam gut paßte, wird vor dem Hintergrund allfälliger EU-Erweiterung als irgendwie geo-rassistisch verworfen. Einfach nur „christlich“ zu sagen, traut sich der deutsche Gutmensch aber auch nicht: Riskante Frontstellung, einseitig religiös, Kreuzzugsverdacht (wie bei Abendland). Außerdem ist den bastelnden Strategen sofort siedend heiß aufgefallen, daß man damit die jüdischen Mitbürger ausgrenzt. Da dies schon mal Formen angenommen hatte, werden die flugs vereinnahmt. Einfach so. Man hakt zum Kreuz die Juden unter, heim ins Reich. Mehrere Fliegen mit einer Klatsche: Religiöse Offenheit, doppelte Front gegen Islam, Versöhnung nach Auschwitz per Bindestrich, Du bist nicht allein. Also christlich-jüdisch.
Historisch ist das natürlich Mumpitz. Man könnte bestenfalls das Alte Testament im Kopf haben, doch dann müßte es wohl „jüdisch-christliche Wurzeln“ heißen. Aber egal: Die Formulierung ist und bleibt ein übers Knie gebrochener Blödsinn aus dem Handbuch für political correctness der ganz dämlichen Sorte.
Denn die deutschen Wurzeln sind natürlich maßgeblich diese: germanisch-römisch-christlich. Daß im Römischen das Griechische (deutsche Klassik, Hellenismus plus Aufklärung) drinsteckt und im Christlichen Jüdisches als Ursprung und zugleich Überwundenes (AT/Christusmörder/NT), das ist klar.
Aber christlich-jüdisch als deutsche Wurzel? Was würde Heine dazu sagen? Oder Tucholsky? Oder Broder?
(5. Oktober 2010)

Potent-Lösung.
Gemeldet wird, in der geplanten Verfilmung des Lebens der Sex-Pionierin Beate Uhse spiele die Schauspielerin Franka Potente die Hauptrolle. Wer denn sonst, möchte man fragen.
(5. Oktober 2010)

Ohne Kommenttar.
Nur so viel: Der Zeitungsauschnitt ist echt. Befindet sich in meinem Archiv schöner Drucksachen. Demnächstt mehr.
(5. Oktober 2010)

Des Menschen Wulff.
Der Bundespräsident Wulff (bzw. sein Redeschreiber) hat jetzt offenbart, daß Deutschland "christlich-jüdische Wurzeln" habe. Rundherum gefällt diese irgendwie nette Idee.
Allerdings: Man merkt die plumpe Absicht und ist nicht nur historisch verstimmt – ein peinlicher Versuch des Unterhakens, eine Anbiederei, die man auch als widerlich empfinden könnte. Nicht zu übersehen der Tritt mit dem Pferdefuß: Nun hat auch Auschwitz christlich-jüdische Wurzeln.
(4. Oktober 2010)

Schöne Wirtschaft!
Hübsche Diskussion auf dem SPD-Parteitag. Im Antrag des Vorstands ist die Rede von "demokratischer Marktwirtschaft". Das hat eine Delegierte entdeckt, die den Begriff bemängelt: Bei Wikipedia und sonstwo habe sie nur "soziale Marktwirtschaft" gefunden, und dabei solle man doch bleiben. Der Sprecher des Vorstands (Olaf Scholz) will sich darüber nicht verkämpfen und akzeptiert die Änderung achselzuckend. Was ich partout nicht verstehe: Warum hat man nicht gleich "sozialdemokratische Marktwirtschaft" geschrieben und beschlossen?
(27. September 2010)

Specktrumm.
Sigmar Gabriel, auch "Harzer Roller" genannter derzeitiger Vorsitzender der SPD, wendet sich auf dem heutigen Sonderparteitag der Sozialdemokraten dem Thema "Thilo Sarrazin" zu. Als er anhebt, feierlich über Meinungsfreiheit und -vielfalt zu reden, mischt sich von oben Sigmund Freud ein und läßt Gabriel sich versprechen: "Spektraum". Statt Spektrum. Das Trauma derer, die mit staatlicher Gewalt alles bestimmen und regeln wollen, läßt sich eben doch nicht verbergen. Oder geht es bei Gabriel nur um den Traum vom fetten Essen? Um beides, nehme ich vorsichtshalber mal an.
(26. September 2010)

AMOK & KOMA
An und für sich ist gegen Amokläufe nichts zu sagen.
Das Problem ist doch nur, daß sie immer verkehrtrum veranstaltet werden und der Täter sich erst am Schluß erschießt. Damit muß er (sie) anfangen, dann läuft der Amok richtig.
(20. September 2010)

Affront.
Günter Grass (82), Deutschlands berühmtester Schriftsteller, fühlt sich vor allem durch die Sprache an Deutschland gebunden. "Wegen vieler Kampagnen gegen mich war ich oft kurz davor, das Land zu verlassen. Was mich zurückgehalten hat, war die deutsche Sprache. Sie gab mir den Halt, all das zu ertragen", sagte Grass. Wo sagte er das? Halten Sie sich fest: beim "Harbour Front"-Literaturfestival in Hamburg.
(19. September 2010)

Verschleierung.
Renate Künast, immerhin Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, sagt im "Morgenmagazin" des ZDF: "Wir haben kein Islam-Problem." Daraus folgt: Frau Künast hat ein Realitäts-Problem. Verschleierte Wahrnehmung.
(7. September 2010)

Rotzturbation.
Auffällig das ständige Ausspucken der männlichen Jugend ("Rotzlöffel"). Ich nehme an, es handelt sich um fehlgeleitete Ejakulationsübungen.
(4. September 2010)

Na denn Proust!
Tja, als ich diese Schlagzeile sah, dachte ich sofort und irrtümlich, es handele sich um einen recht bekannten deutschen Literaturkritiker. 
(2. September 2010)

Sarrazin & Ahmadi.
In Thilo Sarrazins heftig umstrittenem Buch "Deutschland schafft sich ab" gibt es eine bemerkenswerte Pointe, die bislang aber noch niemand bemerkt zu haben scheint. Es geht in dem Werk bekanntlich auch um den problematischen Zuzug von Muslimen, von Türken und Arabern. Da ist es doch hübsch, im Impressum zu lesen, wer das Buch lektoriert und gesetzt hat: Ditta Ahmadi, Berlin.
(30. August 2010)

Tati, Mon Oncle, 1958
Jacques Tatis Film "Mon Oncle" gehört zu den ganz großen Meisterwerken des Kinos, wie schon sein fulminantes "Jour de fête"  (Schützenfest) von 1949. In beiden Filmen nimmt Tati die Moderne leichthändig auf den Arm, verspottet sie nach Strich und Faden im Namen einer liebenswerteren vergehenden Welt. Hat Tati bemerkt, wie modern er dabei selber war? So sehr, daß seine Modernität noch 50 Jahre später nicht veraltet ist und auf die Bühne kommt.

Copyright: Bayreuther Festspiele. Bild wird zur Dokumentation zitiert - Einwände bitte an hmaessen@web.deBayreuth, Lohengrin, 2010
Die Ähnlichkeit des Bühnenbilds im Bayreuther "Lohengrin" von 2010 ist doch frappant und kann kein Zufall sein. Ein Plagiat aber wohl auch nicht. In Bayreuth (ich bin bekennender Fan) inszenieren gebildete Menschen großen Geschmacks – also ein bewußtes Zitat, ein Gruß von Künstler zu Künstler unter den Augen des Publikums. Ganz im Sinne Wagners, für den Hören und Sehen nicht zu trennen waren. Wie bei Jacques Tati.
(27. August 2010)


Ga-Ga-Gabriel?
»Die „Energiekonzerne“ sind eine winzige Gruppe von Unternehmern, um Staatsfinanzen zu plündern und Beute anzuhäufen. Um die Fortdauer ihrer Geschäfte abzusichern, übernahmen sie die Kontrolle des Staates. In volkstümlicher Ausdrucksweise werden sie „die Oligarchen“ genannt – eine Verbindung zweier griechischer Wörter „oligoy“ (wenige) und „arkho“ (regieren). Sie wissen, wie man eine wirtschaftliche Anarchie ausbeutet, um für fast gar nichts Besitz zu erlangen. Sie benützen jeden möglichen Trick, einschließlich Betrug, Bestechung und Mord. Jeder von ihnen hat eine kleine Privatarmee. Nachdem sie zunächst einander bekämpft hatten, entschieden sie sich, dass es nützlicher für sie sei, zusammenzuarbeiten, um den Staat zu übernehmen. Sie haben fast unbegrenzte Geldmittel, Kontrolle über alle Fernsehkanäle und die meisten anderen Medien.«
Sie haben es natürlich bemerkt, geschätzte Leserinnen und Leser. Es handelt sich um einen leicht abgewandelten Text des Kollegen Uri Avnery über russische Oligarchen (http://zmag.de/artikel/Die-Oligarchen). Ich habe im Sinne des SPD-Vorsitzenden Gabriel lediglich "Oligarchen" durch "Energiekonzerne" ersetzt. Und wenn ich mal fragen darf: Was meinen Sie? Steht Genosse Gabriel nur unter Strom oder ist er doch schon voll duchgeknallt?
(23. August 2010)

Total elitär.
Schon lange eine glasklare erschreckende Erkenntnis: Alle Menschen & Gruppierungen, die Weltverbesserung anstreben, haben (mehr oder weniger) den Totalitarismus eingebaut. Da sie ja genau wissen, wie die Welt auszusehen hätte, fühlen sie sich im Recht, diese Verbesserung durchzusetzen. Zugunsten des großen hehren (quasi schöpferischen) Plans notfalls auch unter dem guten alten Motto "legal-illegal-scheißegal". 
Grün und Rot, und vor allem in dieser Kombination, zeigen immer wieder ihre totalitäre Tendenz – desto dreister je dümmer sie werden. In der Bundesrepublik ist nie so viel reguliert, geregelt, gegängelt, vorgeschrieben, verfügt, verboten worden wie unter Grünrot. Entgegenstehende Rechte, Regeln und Gesetze aber werden missachtet und notfalls auf der Straße (außerparlamentarisch) demoliert und zerstört.
Lackmusfrage: Gibt es einen der CDU oder FDP anhängenden „außerparlamentarischen“ gewaltbereiten Mob? Und wie ist das bei Grünen und Sozialisten?
(23. August 2010)

Demagoge? Demagaga?
Linkes äußert der jetzige SPD-Vorsitzende zu einer deutschen Kernfrage (FAS/22.8.2010). Ein Fall fürs Fremdschämen! Es geht nicht um 30.000 Arbeitsplätze in Kernkraftwerken, sondern um 3 Millionen oder auch 30 Millionen Arbeitsplätze, die von bezahlbarer Energie abhängig sind. Auch Sozialismus hatte mal was mit Ökonomie statt Ökokomik zu tun.
(22. August 2010)

Brennelemente.
Dieselben Leute, die jede mindestens halblinke, aus mehr als drei Teilnehmern bestehende Bürgerinitiative loben und preisen, Demonstrationen organisieren und feiern, Blockaden gegen Gesetze und andere Meinungen für richtig und legitim halten, die haben jetzt Schaum vorm Mund (Künast, Höhn, Gabriel etc. plus Follower), weil rund 40 Unternehmer, Manager, Politiker, Publizisten, Wissenschaftler eine Zeitungsanzeige in Sachen Energiepolitik veröffentlicht haben, mit der sie ihre Meinung äußern und an die Politik appellieren – ein klassisches Mittel der Bürgerinitiative.
Dieselben Leute, die im Wahlkampf Prominente wie diese in Anzeigen als Unterstützer (Testimonials und Spende) haben wollen, die sprechen ihnen ab, eine Meinung pro Atom & Kohle äußern zu dürfen, weil sie damit die Politik (Merkel) unter Druck setzten.
Es ist so verlogen und so ruinös für die Demokratie, was das totalitär kontaminierte grünrote Milieu ungeniert betreibt. Eine andere Meinung soll verachtet, verfemt, unterdrückt werden. Hinterm Horizont geht’s weiter: Andersdenkende, politische Gegner stellt man in Gedanken schon mal rechtlos. Darin hat Deutschland Übung, mit allen Konsequenzen.
(21. August 2010)

Mein Lesbenpartner?
Homo-Ehe, Schwulen-Ehe, das sind die gängigen Bezeichnungen für die in Deutschland gesetzlich mögliche Lebenspartnerschaft. Was für ein dahergeplapperter Quatsch. Denn es gibt natürlich überhaupt keine Prüfung der sexuellen Orientierung oder gar Vollzugspraxis. Voraussetzung ist lediglich das gleiche Geschlecht und dass man nicht im ersten Grad miteinander verwandt ist. Es können ja auch ein Schwuler und eine Lesbe eine richtige Ehe schließen. Und Lebenspartnerschaft eben auch zwei muntere Witwen oder alte Freunde.
(16. August 2010)

Für die Ewigkeit.
Dies ist eine Meldung aus der geschätzten WAZ, der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung", nach "Bild" die größte Tageszeitung Deutschlands.
Die philosophische Tiefe dieser kleinen Zeitungsnotiz ist so groß, daß ich dazu wohl ausnahmsweise nichts weiter sagen muß.
Ich überlasse Sie also Ihren Gedanken.
Und mich den unergründlichen praktischen Fragen:
Wie alt war wohl die Frau, als man sie vor Jahrzehnten das letzte Mal sah?
War sie damals schon die älteste Frau Tokios?
Warum hat man ihr nicht zum 100. und 110. und 111. und 112. Geburtstag gratuliert?
Wenn sie gestorben ist, wo liegt dann die Leiche?
Und wie alt ist die? Ist sie die älteste Leiche?
Man bedenke: In der vergangenen Woche entdeckten Vertreter der japanischen Hauptstadt das Skelett eines vor Jahrzehnten gestorbenen Mannes, dem sie eigentlich zum 111. Geburtstag gratulieren wollten; mumifiziert lag er in seinem Bett.
Und letzte bange Frage: Ist Sushi vielleicht doch nicht so gesund?
(5. August 2010)

Ohne Leben.
Beim Frühstück berichtet mir meine Frau, ein Journalist der "Süddeutschen Zeitung" habe im Selbstversuch ein halbes Jahr auf eMail und Internet verzichtet und darüber ein Buch geschrieben.
Was ist das nur immer wieder für ein Quatsch, die Uhren zurückdrehen zu wollen: Leben ohne Fernseher, Leben ohne Strom, Leben ohne Auto usw. Ob es solche Idiotien auch bei Steinzeitmenschen gegeben hat: Leben ohne Speer? Leben ohne Feuer? Ultimativ wäre übrigens: Leben ohne Menschen.
(1. August 2010)

Mehr Bilder? Klicken! Und an dieser Stelle demnächst wieder SEX!Huch! Was ist das denn?!
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Das, meine Damen und Herren, das ist eine kleine Werbeunterbrechung.

Werbung (ganz offen, ohne Schleich) für einen alten Freund und Partner, der jetzt "wolfen" heißt und als Fotograf tolle Bilder macht.
So wie dieses. Aber andere auch.

Im früheren Leben war er Düsseldorfs & Deutschlands schnellster ArtDirector. Zusammen haben wir extrem gute Werbung produziert, das darf ich nicht nur sagen, das muß ich sogar sagen; denn es ist die Wahrheit.

wolfen hat jetzt eine Foto-Agentur. Unter www.finest-picture.com gibt es viel Schönes und Interessantes zu sehen. Und nicht nur das: Sogar zu kaufen und zu buchen. Für Agenturen und Zeitungen und alle, die Bilder brauchen. So schnell und gut wie damals das dynamische Duo!

Zahlentage.
Duisburg, also die Loveparade mit 21 Toten und einem halben Tausend Verletzter, zeigt den besinnungslosen Fetischismus der Rekordzahlen drastisch & peinlich. Der Veranstalter sprach vor begeistert nickenden Reportern von 1,4 Millionen eingetroffenen Teilnehmern. Genehmigt waren 250.000. Zum Zeitpunkt der menschenzerquetschenden Ballung waren es höchstens 150.00.
Und so geht es bei der Trauerfeier weiter, der Schaden macht nicht klug: Vorab gemeldet wird, man erwarte bis zu 100.000 Besucher. Deshalb wird der Gottesdienst auch ins örtliche Fußballstadion übertragen. Es hat Platz für 25.000 Menschen, gekommen sind allerhöchstens 2.500. Ein Trauermarsch wird für 20.000 Menschen angekündigt, es marschieren nicht mehr als 2.000. Wie schrieb der große Aphoristiker Leç? »Satiriker, pfeift auf Worte, laßt Zahlen sprechen.«
(31. Juli 2010)

Haltlos.
Nach der Panikkatastrophe bei der Duisburger Love-Parade wird gemeldet, Bundespräsident Wulff habe eine »rückhaltlose Aufklärung« gefordert. Gut und schön, aber braucht man für solche Plattitüden wirklich einen Bundespräsidenten?
(25. Juli 2010)

Hier klicken!Ansichtssache?
Vier Wochen nach dem dem 4:1 der deutschen Nationalfußballer gegen England, ja sogar über England, wird das umstrittene Tor des perfiden Albions bei der WM 2010 endlich aufgeklärt und als optische Täuschung entlarvt. Damit entfällt auch die metaphysische Erklärung von einem gerechten (göttlichen!) Ausgleich für das falsche dritte Tor der Engländer im Wembley-Endspiel von 1966.
Die optische Täuschung in voller Größe bei Klick aufs Bild!
(25. Juli 2010)

ICzeit.
Saunazüge, Unpünktlichkeit, Achsbruch, kaputte Türen, gesperrte Klos, Desorganisation, Informationsunfähigkeit – die Deutsche Bahn also, das bekannte Unwesen.
Aber das ist noch gar nichts: In den IC-Zügen, mindestens in denen, die Köln und Düsseldorf passieren, herrscht im Sommer noch die Winterzeit: Seit dem 28. März (seit jetzt 4 – vier! – Monaten) gehen die Uhren in den Zügen eine Stunde nach. Korrigiert wird der Fehler wahrscheinlich vollautomatisch: Am 31. Oktober 2010. (Bange Frage: Was läuft und geht da alles falsch, was man nicht sieht?)
(23. Juli 2010)

Beleg-Bild: Ausschnitt F.A.Z. 8. Juli 2010BJ.
Die F.A.Z. berichtet über den Besuch des israelischen Premiers bei Präsident Obama und zeigt dazu sehr schön das Nummernschild von Netanjahus Wagen: BJ-3687. Natürlich wissen die Kollegen von der F.A.Z. auch, wofür BJ in den USA steht. Sie wissen es nicht? Nun, ich zitiere einfach mal Diego Maradona: „Die, die nicht an die Nationalmannschaft geglaubt haben, sollen weiter Schwänze lutschen.“ SL, das wäre also die Übersetzung von BJ. Schon eine gekonnte Beleidigung Netanjahus. Danke, F.A.Z.!
(8. Juli 2010)

Wulffsrudel.
Bild (online) schreibt zu neuen Umfrageergebnissen: "Trotz Wulff-Wahl: Union und FDP auf Rekordtief". Trotz?
(7. Juli 2010)

Lach- und Schließgesellschaft.
Meldung von Rhein und Ruhr: "Der derzeitige NRW-Arbeitsminister Laumann setzte sich in einer Kampfabstimmung um den Fraktionsvorsitz im Düsseldorfer Landtag knapp gegen Integrationsminister Armin Laschet durch. Für Laumann stimmten 34 Abgeordnete, Laschet erhielt 32 Stimmen."
Und jetzt kommt's: "Jürgen Rüttgers bewertete das knappe Wahlergebnis als "Signal der Geschlossenheit"." 34 zu 32 – ein Signal der Geschlossenheit!
Der abgewählte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers ist Träger des Ordens "Wider den tierischen Ernst". Das merkt man. Klatschmarsch.
(6. Juli 2010)

Homun-Culus.
Gemeldet wird, Iran arbeite an der Herstellung eines "Roboter-Menschen". Da wird einem manches klar: Ahmadinedschad ist vermutlich ein Prototyp.
(6. Juli 2010)

Beleg-Bild von Bild-Online 4.7.2010 - AusschnittGOTTlos.
"Maradona mit seiner wirkungslosen Glückskette in der linken Hand", schreibt Bild zu diesem Bild. Ausgerechnet die Zeitung, die einst "Wir sind Papst" titelte, deren Rom-Korrespondent Englisch heißt ("engelhaft"!), die neben Titten auch Bibeln druckt! Das ist ein Rosenkranz, Blödmänner, ein Rosenkranz!
(4. Juli 2010)

Give us five.
Mit allergrößtem Vergnügen höre ich von Harrison Ford, der verrät, daß George Lucas am Drehbuch eines fünften "Indiana Jones" schreibt und daß Harrison Ford dabei wieder mitspielen und die Peitsche schwingen will. Wunderbar. Es gibt doch keine bessere, größere Kintopp-Serie als diese. Auch der hier und da ein bißchen computersteril wirkende vierte Teil ("Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels") hat etwas einmalig Großes: Die lange Fahrt durch den Dschungel mit immer neuen Hindernissen und Wendungen: ein grandioser Film im höchst eiskalt das Herz erwärmenden Film!
(4. Juli 2010) 

Tore.
Die Kanzlerin fliegt zum Viertelfinalspiel der deutschen Fußball-Nationalelf nach Südafrika, auf die Tribüne. Schön, daß sich die Kanzlerin für den Volkssport interessiert und angagiert. Aber warum geht sie nicht zur Fan-Meile in Berlin, zusammen mit dem neuen Bundespräsidenten? Warum? Fragen Sie mich lieber, wer Weltmeister wird.
(3. Juli 2010)

Bild: BPADie Bundespräsidentin.
Wenn man sich die ersten Auftritte des neuen Bundespräsidenten Wulff mal genauer ansieht, seine sicher sympathische, aber schulprimushaft verklemmte Erscheinung, dann fällt es einem wie Schuppen von den Augen:
Man hätte seine Frau Bettina zur ersten Bundespräsidentin wählen sollen. Die macht was her, damit hätte Deutschland für freudiges Aufsehen und echte Bewunderung gesorgt.
Und was die (alten) Männer konnten, das kann so eine cleverschöne Frau doch schon lange.
(3. Juli 2010)

Freigebig.
Das klingt ja nett und wirkt auf- und abgeklärt, wenn jetzt "Elder Statesmen" (Biedenkopf, Herzog, von Weizsäcker) meinen, die Parteien mögen bitte die Wahl des Bundespräsidenten freigeben, die Mitglieder der Bundesversammlung also frei entscheiden lassen, ob sie Gauck, Jochimsen oder Wulff wählen wollen.
Haben wir das nötig - oder die? Die Wahl ist doch geheim. Was ist denn da freizugeben?
Die nette Forderung akzeptiert grundsätzlich den Parteienzwang, der sich über Freiheit und Gewissen der Volksvertreter verhängt hat. Und unterstreicht mit generöser Arroganz die Geringschätzung auch der Vertreter des Volkes als Stimmvieh.
(27. Juni 2010)

Grenzenloses Nichts.
Die neue Mercedes-Kampagne ("Das Beste oder nichts") ist ob ihrer ungelenken Dürftigkeit in den einschlägigen Fach-Foren schon gebührend durch den Kakao gezogen worden; das können wir uns also sparen.
Wir müssen aber hier zu Protokoll geben, daß man von Leuten, die keine Grenzen kennen wollen, außer denen der Physik, besser kein Auto kaufen sollte.
Und Texte sowieso auch nicht: "Ein Anspruch, der beständig ist, sich aber auch dynamisch zeigen kann: durch das Fahrwerk im E-Klasse Coupé..."
Das ist doch ein schreiend tragikomisches Kauderwelsch. Noch nicht mal besser als nichts.
(26. Juni 2010)

Wirr in NRW: Nicht regierungsfähig.
Hannelore Kraft, die SPD-Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl im größtenwichtigsten Bundesland NRW, hat vor der Wahl vom 9. Mai stereotyp verkündet, was mittlerweile auf sie selber zutrifft – und auf die SPDNRW:

►„Wir halten die Linkspartei nicht für regierungs- und koalitionsfähig.“
►„Die Linkspartei ist derzeit nicht koalitions- und regierungsfähig. Punkt.“
Nach der Wahl hat die SPD-Kraft mit den nicht koalitions- und regierungsfähigen Linken dennoch gemeinsam beraten. Ergebnis:
►„Frau Kraft äußerte, sie sehe sich in ihrer im Wahlkampf mehrfach wiederholten Einschätzung bestätigt, dass die Linkspartei in Nordrhein-Westfalen weder regierungs- noch koalitionsfähig sei.“ 

Offensichtlich hat Hannelore Kraft mitsamt Partei diese Formel derart internalisiert, daß sie nun auch für Krafts SPD genauso gilt:
►Derzeit nicht koalitions- und regierungsfähig. Punkt. 
Auch eine Form der ypsilantischen Annäherung und Anverwandlung.
Motto: Wirr in NRW.
(14. Juni 2010)

Fiskalös.
Steuererhöhungen sollten nur Leute fordern dürfen, die auch Steuern zahlen; schon eine Frage des Anstands.
(13. Juni 2010)

Original Deutschlandtremd von dimap für ARDCDU first?
Nebenstehende Grafik wird von der Tagesschau der ARD im Internet präsentiert.
Das Ergebnis der aktuellen Bürgerbefragung ist interessant.
Aber fast noch interessanter ist die Sortierkunst der in der Beziehung bei mir schon einmal notorisch gewordenen Grafik-Abteilung des Senders.
Was entscheidet über die Rangfolge der abgebildeten Kandidaten? Alphabet? Nein. (Weder beim Namen noch bei der Farbe: S vor R!) Ergebnis? Auch nicht! Ladies first? Ach was!
Ja, was denn dann?!
(11. Juni 2010)

Original von mir gefälscht - aber richtig!Gefälscht. Aber wahr.

So hätten ARD, infratest dimap, Tagesschau die Grafik präsentieren müssen.

Warum tun die das nicht? Weil es kommt, wie es kommt? Weil man darüber einfach nicht nachdenkt? Weil da keiner drauf achtet? Weil der Grafiker macht, was er will? Weil man unfähig ist? Oder schlimmer noch: sogar parteiisch?
Klar ist: Mit Unfragen, auch mit ihrer Darstellung kann man Politik machen.

Fragt sich nur: Welche?!
(11. Juni 2010)

Zusammen kommen.
Unaufhörlich liefert die so genannte Rechtschreibreform feinste Beispiele für ihre schwachsinnige Verkorkst- und Doofheit. Beispiel die trennende Schreibung. Also: wieder herstellen, fertig stellen, zusammen setzen etc.
Daß wiederherstellen, fertigstellen und zusammensetzen ganz andere Handlungen sind, wird amtlich unterschlagen: Arme Sprache. 
Frivoles Exempel des sexual-demokratischen TV-Senders RTL: Fritz Wepper und seine neue junge Liebe sind „zusammen gekommen“. Ob RTL das so meint, ob es dies weiß? Duden und Kamasutra?
(10. Juni 2010)

Präsidiable.
Wenn der Merkel-Kandidat Christian Wulff wirklich das Zeug zum Bundespräsidenten hätte, würde er zugunsten Joachim Gaucks auf die Kandidatur verzichten.
(9. Juni 2010) 

Außen. Sinister.
Christian Lindner, der junge Generalsekretär der FDP, ist blitzgescheit und ein glänzender Formulierer, mündlich & schriftlich. Was er sagt, darf man also genau nehmen. In „Berlin direkt“ (ZDF, 6.6.2010) sagt er über die Präsidentschaftskandidaten:
„Aber wir stehen als Koalition, auch als FDP, für Christian Wulff. (...) Joachim Gauck ist ein Mahner von außen ...“ 
Von außen! Die Bürger sind außen! Ist es ein Wunder, daß immer mehr Menschen in diesem Land sogar außer sich sind?
(7. Juni 2010)

Definitiv dieselbe Frau?Kachelmanns Pixela?
Seit eine Geliebte den Wetterfrosch Jörg Kachelmann wegen Vergewaltigung angezeigt hat, wird dieser Mann als bekanntes (Un-)Wesen durch den Blätterwald getrieben, in Wort und Bild.
Mit Fantasienamen (Simone / Sabine / S.) anonymisiert und verpixelt verborgen, bleibt die Frau im Dunkeln. Fair?
Löst man die Bild-Pixel auf, dann könnte  die Dame so aussehen wie im rechten Foto.

Autogrammkarte vom belgischen ebayDas haben wir natürlich nicht gemacht, wie es mit Kevin Costner im Super-Thriller "No Way Out" geschieht, also qua Computer-Programm, sondern bloß mit dem urjournalistischen Mittel der Recherche ("Dem Recherchör ist nichts zu schwör!"). Bekannt ist, daß es sich bei der anzeigenden Kachelmann-Geliebten um eine Schwetzinger Radio-Moderatorin des Lokalsenders "Radio Sunshine" handelt, aber auf der Homepage des Senders findet man kein Bild einer Moderatorin, die der Pixela ähnlich sähe. Jedoch – man höre und staune – bei ebay in Belgien. Dort war die Autogrammkarte einer Moderatorin vom "Radio Sunshine" im  Angebot – von Claudia.
Deren Bild ist zweifellos die Vorlage für das Pixel-Bild der Bild-Zeitung. Das heißt natürlich nicht, damit wir uns hier richtig verstehen, daß es sich bei Claudia um die Kachelmann beschuldigende Frau handelt. Aber jedenfalls hat sie sich als diejenige verpixeln lassen – sozusagen zur Kenntlichkeit entstellt.
(6. Juni 2010)

Wie neu.
Der Kanzlerin Merkel hat ihren Präsidenten-Kandidaten Wulff hübsch zweideutig charakterisiert: "Ein Mensch, der immer neugierig auf Menschen ist, der Neues ausprobiert, der kreativ ist, der auf die Menschen zugeht."
Na klar, mit diesen schönen Eigenschaften hat Wulff doch seine alte Ehefrau nach 18 trauten Jahren und einem Kind abgelegt. Neugierig war er auf die 13 Jahre jüngere attraktive Bettina Körner, ist auf sie zugegangen, hat Neues ausprobiert, nämlich eine alleinerziehende beruflich erfolgreiche Mutter, kreativ im Sinne der merkelschen Großstadt-CDU. Ausprobier-Ergebnis: Neue Ehe, neues Kind.
Tja, so geht es zu: Die CDU wird immer modernder – sorry: moderner.
(4. Juni 2010)

Phoenix aus der Flasche.
Die sehr junge, sehr laute, sehr blonde Moderatorin im Ereigniskanal des Fernsehens muß von Koalitionsverhandlungen in Düsseldorf wegen BP-Bohrlochs zum Meeresbiologen moderieren, nach Hamburg, wie sie sagt, und beginnt mit der passenden Begrüßung: "Einen schönen Gruß an die Spree!" Und da reden wir von Öl-Katastrophe ...
(27. Mai 2010)

Satellitchen.
Fan-Kulte sind unberechenbar und oft nur schwer zu verstehen. Zum Beispiel der momentane um die Schülerin Lena Meyer-Landrut, 18, die in der deutschen Hitparade mit einer US-Komposition einzigartigen Erfolg hat. Warum bloß? Das zappelige Mädchen knödelt sich ihren geflickschusterten Super-Hit »Satellite« echt ungekonnt ab, in einem wie mit vollem Mund gekauten Beinahe-Englisch. Schrecklich.
Erfolgreich macht diese vor allem hemmungslose Amateurin das Hirngespinst der anderen Amateure samt Verwandtschaft, auch verkappte Superstars zu sein. Wie sie ist Fräulein Meyer-Landrut aber kein Star, kein Stern, noch nicht einmal ein Sternchen. Bloß ein Satellitchen, das naturgesetzlich bald verglüht.
(19. Mai 2010)
Nachtrag am 30. Mai 2010: Da der Eurovisions-Grand-Prix ein Wettbewerb des Grauens ist, kann man an dem ersten Platz für »Satellite« nicht wirklich etwas aussetzen.

Auf den Nutz hauen.
Radio-Nachrichten verbreiten heute landesweit eine AP-Meldung, die auf den Straßen kämpfende Thai-Opposition habe "zwei Wasserwerfer unschädlich" gemacht. Muß es nicht heißen: "unnützlich" gemacht - oder steht öffentlich-rechtlicher Rundfunk bei Recht und Ordnung gegen den thailändischen Staat an der Seite der Straßenkämpfer? Es ginge auch neutral: "funktionsunfähig" oder so. Oder?
(14. Mai 2010)

Prognase.
In Steven Spielbergs herrlichem Kintopp-Spektakel "Jurassic Park" gibt es eine höchst witzige Dialogstelle. Da sagt der skeptische Wissenschaftler Dr. Ian Malcolm, als die Dinosaurier außer Kontrolle geraten: "Junge, wie ich es hasse, immer recht zu haben!" Geht mir nach der NRW-Landtagswahl eigentlich fast genauso – siehe 1. April ff.
(10. Mai 2010)

    Grafik-Quelle: ARD-Internet-Tagesschau, 10.5.2010

Finale.
Die Video-Texte der TV-Sender sind eine unerschöpfliche Quelle der Bildung und des Vergnügens. Hier zum Beispiel ist der Papst nicht etwa antiklerikalen Ressentiments zum Opfer gefallen, es handelt sich vielmehr um einen subtilen historischen Hinweis: Die Kirche bemühte sich nämlich im Mittelalter vergeblich um ein Verbot der Turniere. Danke, Video-Text, wieder was gelernt.
(3. Mai 2010)

Sorgenmagazine.
Vielleicht sind die Fernseh-Morgenmagazine einfach zu früh oder bei gewissen ModeraTorinnen ist alles zu spät. Heute morgen wieder: "Die griechenländische Regierung ..."! Es gibt also Deutschländer-Würstchen nicht nur in Dosen.
(26. April 2010)

Nutzen ungarantiert.
Die CDU-NRW zeigt ihre Wahlplakate (siehe unten) im Internet. Kostenfrei darf man die runterladen. Aber die CDU warnt wörtlich: "Eine Gewährleistung oder Haftung für Schäden, die durch die Nutzung der Bilder entstehen, wird nicht übernommen." Das kann man sich doch nur auf der Zunge zergehen lassen! Daß die SPD das noch nicht bemerkt hat!
(25. April 2010)

Fliegenfänger.
Im Video-Text von "Kabel Eins" sehen wir die alarmierende Schlagzeile: "Fliegen im gesperrten Luftraum". Das geht natürlich nicht! Da muss Verkehrsminister Ramsauer sofort mit der Fliegenklatsche ran.
(21. April 2010)

Die zweite Welle - auch nicht besser ...Kondolenz garantiert.
Hat die CDU in NRW eine Art Todessehnsucht? Hat der Ministerpräsident Rüttgers keine Lust mehr?
Das muß man sich doch fragen angesichts des Auftritts per Plakat. Mit der "zweiten Welle" wird ein Rüttgers geklebt, der sich offensichtlich resigniert, alt und müde, ins Halbdunkel zurückgezogen hat und in gedeckte (düstere) Farben gehüllt an Abschiedsrede und/oder Rücktrittserklärung arbeitet. Rüttgers bei seiner eigenen Trauerfeier! Nur traurig!
(13. April 2010) 

Nachrufschädigung.
Der Anlaß ist zwar tragisch, der Effekt aber höchst komisch. Als der Sarg mit Maria Kaczynska, der Frau des ebenfalls verunglückten polnischen Präsidenten, in Warschau eingetroffen ist und der Zwillingsbruder, ihr Schwager, live trauernd gezeigt wird, erläutert der Kommentator der Fernsehübertragung: "Dies ist der zurückgebliebene Bruder des Präsidenten." Dabei soll es eher umgekehrt gewesen sein.
(13. April 2010)

Miss Handeln.
Die Grünen-Chefin Claudia Roth (übrigens nicht die Mutter unseres Mopses!) hat gefordert, der Augsburger Bischof Mixa müsse sein Amt ruhen lassen, bis die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der Kindesmißhandlung geklärt seien.
Das ist praktisch. Jetzt weiß ich nämlich, wie man es schafft, daß Frau Roth ihr Amt ruhen lassen muß: Einfach Vorwürfe erheben.
(7. April 2010)

Hüllfe!
Das Fernsehen hat es nicht leicht. Es muß Text und Bild irgendwie zusammenkriegen. Manche Kollegen kommen dabei auf Ideen, da ist man platt. Heute in der "Tagesschau": Der Reporter muß von einer Predigt im Münchner Dom berichten. Also wird der Dom gezeigt, dessen linker Turm aber wegen Bauarbeiten eingerüstet und mit Bauplane verhüllt ist. Das bringt den berichtenden Menschen auf eine großartige Idee (glaubt er jedenfalls!). Die hört sich dann so an: "Der linke Turm des Münchner Liebfrauen-Doms ist derzeit verhüllt. Genauso hüllte sich auch die Katholische Kirche in Deutschland in Schweigen, wenn es um den Missbrauchsskandal ging." Wer solchen Blödsinn verzapft, der sollte bitte sein Haupt auch verhüllen.
(2. April 2010)

Verwickelt.
Auch nicht schlecht die "Tagesthemen" im Ersten. Bundeswehr-Soldaten sind bei Kundus in ein Feuergefecht geraten, drei Soldaten wurden getötet, mehrere verletzt. Die Moderatorin kündigt ein Highlight der kommenden Berichterstattung an:
"Über die Entwicklung in Afghanistan sprechen wir gleich mit dem Entwicklungsminister."
Da möchte man doch spontan ausrufen: Ja klar, mit wem denn sonst!
(2. April 2010)

So macht man's falsch! CDU-Wahlplakat NRW 2010 ...Krise? Vor allem das Plakat!
Muß man Wahlkampf jedes Mal neu lernen? Warum fangen Wahlkämpfer immer wieder bei Null an? Weil sie keine Ahnung haben. So wie es hier die CDU zeigt mit ihrem Wahlplakat für die wichtige Landtagswahl in NRW am 9. Mai 2010.
Mal abgesehen von dem schrecklichen Wort-Salat, ist es doch oberirre, das Wort "Krise" mit der CDU und ihrem Ministerpräsidenten Rüttgers zu verbinden, dazu noch auf einem tristen Grau-Plakat. Sicher ist so: der Kampagnen-Verlierer.

So ist es viel besser und richtig: SPD-Plakat NRW 2010.So ist es besser. Und richtig!
Die SPD hat wenigstens in diesem Wahlkampf mal wieder begriffen, wie man ein Plakat und eine Kampagne macht.  Positive Stimmung, kurze sofort zu erfassende Texte. Sehr gut als Serie umgesetzt. Zum Einsatz kommen: Stolz, Respekt, Freude, Vertrauen, Zuversicht.
Wie hatte die verstorbene Demoskopin Noelle-Neumann einst gesagt: "Kassandra wählt man nicht." Frau Kraft hat das begriffen, Herr Rüttgers sicher nicht so richtig.
(1. April 2010)

Aber etwas fehlt ...
Merken Sie es auch, was oder wer fehlt? Die aktive Frau von heute. Stattdessen vor allem Kinder und Jugendliche, ein junger Arbeitnehmer oder Handwerker, ein flotter Opa mit Enkelin, deren Schwester oder Freundin anscheinend die ist, die sich über ein NRW ohne Studiengebühren freuen soll. 
Wo ist die Mutter, womöglich alleinerziehend? Wo ist die ältere ledige Schwester, die in NRW Karriere macht, wo die tatkräftige Oma, die den Opa alt aussehen läßt?  Ist die SPD in NRW bourgeois? Oder verstellt sie sich zur Wahl? Aber warum sollte sie? Die Antwort dürfte simpel sein: Wahrscheinlich sollte Frau Kraft keine anderen Frauen neben sich haben. Etwas feige. Und ein bißchen dumm leider auch. Sonst aber klasse Plakate. Nach den Regeln der Kunst.


Königshaus gewählt.
Als ich diese Überschrift heute in der Zeitung sah, durchzuckte es mich als Staatsbürger des Königreichs der Niederlande natürlich sofort: „Königshaus gewählt“!
Aber falscher Alarm. Es handelt sich um den FDP-Abgeordneten Hellmut Königshaus, der zum Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages gewählt wurde.
Davon abgesehen: Das niederländische Königshaus würde auch gewählt werden. Klar.
(26. März 2010)

Demoskomische Dummfragen.
Elisabeth Noelle-Neumann ist tot. Sie hat die Meinungsforschung in der Bundesrepublik etabliert und lange geprägt; sie wurde berühmt, so berühmt, daß der auch große Kabarettist Wolfgang Neuss einmal kalauerte: „Was sind Sie denn nun? Noelle oder Neumann?“ Noelle war einst ins Dritte Reich verstrickt, schrieb z. B. in der Wochenzeitung „Das Reich“ – Herausgeber Joseph Goebbels. Das brachte einen anderen prominenten deutschen Meinungsforscher zu der gekonnt bissigen Invektive: „Noelle-Neumann ist tatsächlich die Erfinderin der Demoskopie in Deutschland. Demoskopie ist ja nur ein anderes Wort für 'Völkischer Beobachter'.“ Böse! Und brillant.
(26. März 2010)

Jaulen.
Daß wir uns nicht mißverstehen: Der deutsche Schlager ist nicht per se doof. Es gibt sehr witzige, sehr schlaue, sehr schöne. Aber was soll man denn sagen, wenn man jetzt ständig dudeln hört: "Wie ein Dobermann kamst du wieder an ..." Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt.
(25. März 2010)

Ausnehmezustand. 
In den Nachrichten ist zu hören: "Bei den morgen beginnenden Warnstreiks im Öffentlichen Dienst will die Gewerkschaft ver.di die Winterdienste ausnehmen."  Wahrscheinlich nicht nur die Winterdienste.
(2. Februar 2010)

Ordnungswerk.
Wie preist der amtliche Deutsche im Radio-Interview ein riesiges, ein phantastisches, ein noch nie dagewesenes Feuerwerk zur Feier des Ruhrreviers als „Kulturhauptstadt Europas“?
So, wie man sich das hätte denken können (aber sich eigentlich - political correct - nicht mehr traut):
„Es ist das größte Feuerwerk, das unser Ordnungsamt je genehmigt hat.“
(4. Januar 2010)

Hier klicken ...Der Letzte:
Kürzlich kommentiert im Deutschlandfunk.
Die Toten von Dresden. (Bitte links klicken)

... und hier ...Der Aufsehenerregende, auf vielfachen Wunsch:
Kommentar "Zur Sache" in WDR 4
über Enkes Totenkult.

... und hier natürlich auch!Der galante & charmante
Kommentar "Zur Sache" in WDR 4:
Eva Köhler: Nicht gewählt - und trotzdem im Amt.


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Endlich!!! »Perry Mason« auf DVD.

Die Paramount hat den langanhaltenden Klagerufen endlich nachgegeben und im Februar 2009 die erste DVD der epochalen Krimi-/Gerichtsserie um den Hollywood-Anwalt Perry Mason herausgegeben: 19 von insgesamt 271 TV-Folgen, original ausgestrahlt von CBS in den Jahren 1957-1965.

Die Serie ist legendär, ist die Mutter aller Serien mit ermittelnden Anwälten und den raffinierten Showdowns vor Gericht, also Aufklärung und Rechtsfindung in einem. Das heißt, es ist clever gemachte, vertrackt spannende Unterhaltung in angenehmer Länge (weniger als eine Stunde), zugleich auch die moralisch stärkende Lösung allfälliger menschlicher Konflikte.

Die ganze Serie von höchst professioneller amerikanischer Spitzenklasse, großartiges Ensemble, durchweg hervorragend und sogar in Nebenrollen oft prominent besetzt. Die zweite deutsche (und erste Gesamt-)Synchronisation des überragenden Perry-Mason-Sprechers Engelbert von Nordhausen (um deren Ausstrahlung sich "kabeleins" seit Jahren verdient macht) ist kongenial. Urteil: Alle sehenswert! Kein Makel? Doch: Ausstattung durch Paramount ärmlich und frech: Nämlich keine. Kein Hintergrund, keine Informationen, keine Daten, keine Credits, kein Booklet, kein Bonus - nichts. Um nicht zu sagen: Gar nichts. Trotzdem unbedingt kaufen. Nachtrag Mai 2010: 2 Seasons sind komplett erschienen. Wunderbar.

Neu: Mit Keren Ann!Hast du Töne!? Ja: zum Beispiel ROMEO.

Nacht (und kein Gefühl)? Doch. Viel.
Auf den wunderbaren neuen deutschen Wellen Anfang der 1980er Jahre kam auch dieser Sänger namens Romeo an den Strand unter dem Pflaster. Mit einer Stimme so rauh wie der Wind über den Wogen, mit ganz eigentümlichen Liebesliedern, so süß und salzig wie alle Wasser der Erde. Mit einer wissenden Trauer ob der immer möglichen Vergeblichkeit auch der ganz großen Liebe, um die man so viele Tränen weint, daß sie ein Ozean für sich sind. Und mit einer Ahnung von Unendlichkeit hinter dem Horizont aller Meere und Nächte. Großartig. Aber nie wieder hat man von Romeo gehört. Verschollen. Ertrunken? Hoffentlich im Glück. Und, Romeo, wenn Du dies hier liest: Komm zurück, komm bald wieder! 
P.S.:  Mein Aufruf wurde erhört! Er hat gemailt:
Romeo lebt! Ob seine Musik wieder auflebt? 
Und wann wird das Album endlich auf CD wiederveröffentlicht? Es wird jetzt höchste Zeit!


Von Freunden freundlich verfasst!

Orange? Na klar! Immer oben!Über den Autor Hubert Maessen (sprich: Maaßen).

Hubert Maessen, 1947 geboren in Düsseldorf als niederländischer Staatsbürger.
Studium von Politologie, Soziologie und Philosophie in Marburg und Bochum.

Autor und Herausgeber etlicher Bücher zu Themen des Zeitgeschehens,
zum Beispiel: "Was wollen die Schüler?" (1969), "Was wollen die Lehrlinge"
(1971), "Kriegsdienstverweigerer" (1971) – diese und noch mehr Publikationen
bei "Fischer Taschenbücher" zusammen mit Hans-Jürgen Haug (Haug/Maessen!)
Weitere Publikationen u.a.: "Der Sprayer von Zürich: Kölner Totentanz" (1982);
"Harry Walter: 60, Die Biographie des Vaters der politischen Werbung in
Deutschland" (1989); "... und dann kommst du nach Hause – Leben und Wohnen
im Revier" (1995); "Platz, Hirsch! – Die verborgenen Befehle unserer Sprache"
(2001 mit Jakob Moeller); "Das Rad immer wieder neu erfinden" (2006).

Seit 1967 ständiger Mitarbeiter des Westdeutschen Rundfunks in Köln.
Autor zahlreicher Beiträge der WDR-Reihe "ZeitZeichen", vieler Features
und von TV-Dokus. Moderator in Sendungen zum Zeitgeschehen,
Kommentare und Glossen in Programmen des WDR, gelegentlich auch
im DLF und auf anderen Wellen der ARD.

Vor allem in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts Exkursionen
in kommerzielle Werbung (Autoradios! Schokolade! Gelbe Zettel!
Mode! Corporate Identities! Tapeten! Medikamente! Solingen! Zigaretten!) und
in die Politik mit Kampagnenberatung, zum Beispiel für Bundeskanzler
Helmut Schmidt im Wahlkampf 1976, für Johannes Rau und andere, auch
im sogenannten Ausland.

Private Geheimnisse: Seit 1992 Ehrenbürger von Little Rock, Arkansas,
1999 in Las Vegas, Nevada, von Pastor Eugene Buddy Yates getraut
mit Hulda M. und dadurch auch gesegnet mit 12 bunt gemischten Stiefkindern
nebst bis zu dito 9 (Stief-)Hunden, 4 Katzen, 3 Stiefenkeln und 5 Wellensittichen.
(GS/PJM)


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Hier  gibt's des Rätsels Lösung!Rätsel! Wer hat das gesagt?:
"Weder aus Frankreich, noch aus England, noch aus Deutschland dürfen Sie Einwanderungsländer machen. Das ertragen diese Gesellschaften nicht.
Dann entartet die Gesellschaft …" (12.9.1992, Frankfurter Rundschau)
Kleine Hilfe: Kardinal Meisner war es nicht!

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